GOÄ 4051: Gastrin-Bestimmung korrekt abrechnen & steigern

4 Min. Lesezeit
GOÄ 4051
Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve -Gastrin
Punktzahl 480  
Einfachsatz 27,98 € 1,0x
Regelhöchstsatz 32,17 € 1,1x
Höchstsatz 36,37 € 1,3x

Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4051

Die offizielle Leistungsbeschreibung der GOÄ-Ziffer 4051 lautet im Gebührenverzeichnis:

Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve -Gastrin

Diese Leistung beschreibt die quantitative Bestimmung des Hormons Gastrin im Blutserum oder Blutplasma. Die Ziffer setzt voraus, dass die Analyse mittels eines Ligandenassays durchgeführt wird. Zudem ist die Durchführung einer Doppelbestimmung sowie die Erstellung einer aktuellen Bezugskurve standardmäßig in der Gebühr enthalten.

GOÄ 4051 in der Praxis: Diagnostik des Zollinger-Ellison-Syndroms

In der klinischen Praxis wird die Bestimmung von Gastrin vor allem bei Verdacht auf ein gastrinproduzierendes Tumorgeschehen eingesetzt. Das klassische Anwendungsgebiet ist die Diagnostik des Zollinger-Ellison-Syndroms, bei dem extrem hohe Gastrinspiegel im Blut nachweisbar sind. Auch bei Patienten mit therapierefraktären peptischen Ulzera oder chronischer Diarrhoe ist diese Untersuchung indiziert.

Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist die Abklärung einer Hypergastrinämie bei chronisch-atrophischer Gastritis (Typ-A-Gastritis). Hierbei führt der Verlust der säureproduzierenden Belegzellen zu einer reaktiven Erhöhung des Gastrinspiegels. Vor der Blutentnahme sollte idealerweise eine vorübergehende Pause von Protonenpumpenhemmern (PPI) eingeplant werden, da diese Medikamente den Gastrinwert künstlich erhöhen können.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4051

Fallbeispiel 1: Verdacht auf Gastrinom

Ein Patient stellt sich mit rezidivierenden, therapierefraktären Duodenalgeschwüren vor. Zur Abklärung eines vermuteten Gastrinoms wird eine Gastrin-Bestimmung mittels Doppelbestimmung veranlasst. Die Abrechnung erfolgt mit der vollen Gebühr der GOÄ-Ziffer 4051 zum Regelsatz (1,15-fach).

Fallbeispiel 2: Verlaufskontrolle bei bekanntem Tumor

Bei einer Patientin mit einem bereits therapierten Gastrinom steht die regelmäßige postoperative Verlaufskontrolle an. Zur Überwachung der Tumoraktivität wird der Gastrinspiegel im Serum bestimmt. Da eine Doppelbestimmung durchgeführt wurde, wird die GOÄ 4051 mit dem Faktor 1,15 liquidiert.

Fallbeispiel 3: Abklärung einer Typ-A-Gastritis

Zur Differenzialdiagnose einer vermuteten Autoimmungastritis wird der Gastrinspiegel bestimmt. In diesem Fall führt das Labor lediglich eine Einfachbestimmung durch. Auf der Rechnung wird die GOÄ 4051 daher korrekt um 34 % gemindert und mit dem Faktor 1,15 abgerechnet.

Häufige Fehler bei der GOÄ 4051: Was Prüfer beanstanden

Der mit Abstand häufigste Fehler bei der Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4051 betrifft das Unterlassen der Minderung bei einer Einfachbestimmung. Wird die Analyse nicht als Doppelbestimmung durchgeführt, schreibt die GOÄ zwingend eine Reduktion auf 66 % der Gebühr vor. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen prüfen dies zunehmend streng und fordern bei Verstößen Rückzahlungen.

Achtung: Wird nur eine Einfachbestimmung durchgeführt, sind nur 66% der Gebühr - in diesem Fall 18,42 Euro beim Einfachsatz - mit dem entsprechenden Multiplikator abrechenbar. Eine Abrechnung der vollen Gebühr ohne Doppelbestimmung ist unzulässig.

Ein weiterer formaler Fehler ist das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Liquidation. Die GOÄ verlangt explizit, dass der untersuchte Parameter in der Rechnung angegeben wird. Das bloße Aufführen der Ziffer 4051 ohne den Zusatz Gastrin kann zur Zurückweisung der Rechnung führen.

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Dokumentation der GOÄ 4051: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament jeder erfolgreichen Abrechnung und schützt vor Honorarkürzungen. In der Patientenakte müssen die medizinische Indikation, die Entnahmezeitpunkte sowie das angewandte Verfahren klar dokumentiert sein. Insbesondere die Unterscheidung zwischen Einfach- und Doppelbestimmung muss aus den Laborunterlagen zweifelsfrei hervorgehen.

Dokumentation: Verdacht auf Zollinger-Ellison-Syndrom bei rezidivierenden Ulzera. Blutentnahme nüchtern um 08:00 Uhr. Quantitative Bestimmung von Gastrin mittels Ligandenassay (Doppelbestimmung). Befund: Gastrinwert signifikant erhöht (750 pg/ml).

Auch die Aufbewahrung der aktuellen Bezugskurve und der Qualitätskontrollberichte ist für das Labor obligatorisch. Diese Unterlagen dienen im Streitfall als Nachweis für die ordnungsgemäße Durchführung der Analyse.

GOÄ 4051: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Da es sich bei der GOÄ 4051 um eine Leistung des Abschnitts M (Laboratoriumsuntersuchungen) handelt, ist der Spielraum für Steigerungen stark reglementiert. Der Regelhöchstsatz liegt bei 1,15. Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,3 ist nur in begründeten Einzelfällen möglich, beispielsweise bei stark lipämischen oder hämolytischen Proben, die eine aufwendige Vorbereitung erforderten.

Tipp: Dokumentieren Sie erschwerende Faktoren bei der Probenaufbereitung immer detailliert, um eine Steigerung auf den 1,3-fachen Satz gegenüber der Versicherung überzeugend zu begründen.

Typische Ziffernkombinationen

Die Gastrinbestimmung wird häufig im Rahmen einer umfassenden gastroenterologischen Diagnostik durchgeführt. Sinnvolle Kombinationen umfassen die Bestimmung anderer gastrointestinaler Hormone oder allgemeiner Entzündungsparameter. Es ist jedoch darauf zu achten, dass keine unzulässigen Doppelabrechnungen von Speziallaborleistungen aus demselben Untersuchungsmaterial erfolgen.

Ziffer 4051 in der neuen GOÄ

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Die Gastrin-Bestimmung mittels Ligandenassay wird zur neuen Nummer 12000 — „Gastrin" — mit 15,89 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 32,18 €). Die neue Legende benennt die Methode als Signal-(Tracer-)verstärkten Immunoassay je Bestimmung; das Doppelbestimmungsmodell entfällt.

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Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4051

Die GOÄ-Ziffer 4051 wird für die quantitative Bestimmung von Gastrin mittels Ligandenassay abgerechnet. Typische Indikationen sind der Verdacht auf ein Zollinger-Ellison-Syndrom oder die Abklärung einer chronischen Hypergastrinämie.
Bei einer Einfachbestimmung dürfen nur 66 % des Gebührensatzes der GOÄ 4051 berechnet werden. Dies entspricht einem reduzierten Einfachsatz von 18,42 Euro, der dann mit dem entsprechenden Steigerungsfaktor multipliziert wird.
Der Regelhöchstsatz für medizinisch-laboratoriumsmedizinische Leistungen wie die GOÄ 4051 liegt bei 1,15. Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,3 ist nur mit einer patientenbezogenen, medizinischen Begründung zulässig.
Ja, gemäß den Bestimmungen der GOÄ muss der konkrete untersuchte Parameter auf der Liquidation angegeben werden. Im Fall der Ziffer 4051 muss daher die Bezeichnung „Gastrin“ explizit aufgeführt sein.
Ja, die Nebeneinanderberechnung mit anderen Hormonbestimmungen ist grundsätzlich zulässig, sofern es sich um unterschiedliche Parameter handelt. Es müssen jedoch die allgemeinen Ausschlussbestimmungen des Abschnitts M der GOÄ beachtet werden.
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Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine rechtsverbindliche Auskunft, Rechtsberatung oder Abrechnungsberatung dar. Die Doctario GmbH übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Nutzung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung.

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