Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4052
Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve -Glukagon
Die GOÄ-Ziffer 4052 beschreibt eine hochspezifische Laborleistung aus dem Bereich der Hormonanalytik. Die Bestimmung erfolgt mittels eines Ligandenassays, was in der modernen Labordiagnostik meist über Radioimmunoassays (RIA) oder Enzymimmunoassays (ELISA) realisiert wird. Der Leistungstext fordert explizit eine Doppelbestimmung sowie das Erstellen einer aktuellen Bezugskurve zur Qualitätssicherung.
Eine wichtige Abrechnungsbestimmung besagt, dass die untersuchten Parameter zwingend in der Rechnung anzugeben sind. Fehlt die konkrete Bezeichnung des Parameters, kann dies zur Beanstandung und zum Honorarausfall führen. Zudem ist die Besonderheit zu beachten, dass bei einer einfachen Bestimmung ein Abschlag von 34 Prozent vorgenommen werden muss.
GOÄ 4052 in der Praxis: Indikationen und klinischer Nutzen
Die Bestimmung von Glukagon ist ein unverzichtbares Werkzeug in der endokrinologischen Diagnostik. Hauptindikation für den Einsatz der GOÄ 4052 ist der Verdacht auf ein Glukagonom, einen seltenen, meist bösartigen Tumor der Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse. Typische Symptome wie das nekrolytische migratorische Erythem, Gewichtsverlust und ein neu aufgetretener Diabetes mellitus rechtfertigen diese Untersuchung.
Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist die Abklärung von rezidivierenden, unklaren Hypoglykämien. Hierbei hilft die Glukagon-Bestimmung, regulatorische Störungen im Glukosestoffwechsel aufzudecken. Auch im Rahmen von dynamischen Funktionstests, wie dem Glukagon-Stimulationstest zur Prüfung der hypophysären Achse, wird diese Ziffer herangezogen.
Tipp: Bei der Durchführung von Funktionstests kann die GOÄ 4052 für jede entnommene Blutprobe im zeitlichen Verlauf separat abgerechnet werden, sofern die medizinische Notwendigkeit der Verlaufsbeobachtung dokumentiert ist.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4052
Fallbeispiel 1: Verdacht auf Glukagonom
Ein Patient stellt sich mit therapieresistenten Hautveränderungen (nekrolytisches migratorisches Erythem) und Gewichtsverlust vor. Zur diagnostischen Abklärung veranlasst der Arzt eine Glukagon-Bestimmung mittels Doppelbestimmung. Die Abrechnung erfolgt mit der GOÄ-Ziffer 4052 zum Regelhöchstsatz (1,15-fach), da der volle Leistungsumfang erbracht wurde.
Fallbeispiel 2: Einfachbestimmung bei Routinekontrolle
Bei einem bekannten Patienten mit kontrolliertem Glukosestoffwechsel wird eine einfache Glukagon-Bestimmung ohne Doppelbestimmung durchgeführt. In diesem Fall darf nicht der volle Satz abgerechnet werden. Die Abrechnung erfolgt mit der GOÄ 4052, jedoch reduziert auf 66 Prozent des Gebührensatzes (18,42 Euro als Basis vor Multiplikation).
Fallbeispiel 3: Glukagon-Stimulationstest
Zur Überprüfung der Wachstumshormonreserve wird ein Glukagon-Stimulationstest durchgeführt, bei dem Blutproben zu den Zeitpunkten 0, 60, 120 und 180 Minuten entnommen werden. Jede der vier Bestimmungen wird als Doppelbestimmung analysiert. Der Arzt rechnet die GOÄ-Ziffer 4052 viermal nebeneinander ab und begründet die Mehrfachabrechnung mit den unterschiedlichen Entnahmezeiten.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4052: Was Prüfer beanstanden
Der häufigste Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 4052 ist das Übersehen der Abschlagsregelung bei Einfachbestimmung. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen prüfen vermehrt, ob tatsächlich eine Doppelbestimmung stattgefunden hat. Wird standardmäßig nur eine Einfachbestimmung im Labor durchgeführt, führt die Abrechnung des vollen Satzes regelmäßig zu Rückforderungen.
Ein weiterer formaler Fehler ist das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Liquidation. Es reicht nicht aus, lediglich die Ziffer 4052 aufzuführen; der Begriff "Glukagon" muss explizit genannt werden. Zudem müssen Überschneidungen mit anderen allgemeinen Laborziffern vermieden werden, wenn diese dieselbe methodische Leistung abdecken.
Achtung: Die Abrechnung der GOÄ 4052 neben Pauschalen oder anderen unspezifischen Ligandenassays für denselben Parameter ist unzulässig und wird von Prüfstellen konsequent gestrichen.
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Dokumentation der GOÄ 4052: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament für eine erfolgreiche Honorardurchsetzung. In der Patientenakte muss die medizinische Indikation für die Glukagon-Bestimmung klar ersichtlich sein. Dazu gehören die Dokumentation der Leitsymptome wie Gewichtsverlust, Diabetes oder therapieresistente Dermatosen sowie die Ergebnisse eventueller Voruntersuchungen.
Darüber hinaus müssen die Laborberichte die methodische Durchführung belegen. Aus dem Laborblatt sollte eindeutig hervorgehen, ob eine Doppelbestimmung oder eine Einfachbestimmung durchgeführt wurde, um im Falle einer Prüfung den korrekten Gebührenansatz nachweisen zu können.
Dokumentation: "V. a. Glukagonom bei nekrolytischem migratorischem Erythem und Gewichtsverlust. Blutentnahme zur Glukagon-Bestimmung (Doppelbestimmung mittels Ligandenassay) durchgeführt. Laborbericht ID 9872-G archiviert."
GOÄ 4052: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Eine Steigerung über den Regelhöchstsatz von 1,15-fach bis zum Höchstsatz von 1,3-fach ist bei Laborleistungen des Abschnitts M nur in engen Grenzen möglich. Ein erhöhter Schwierigkeitsgrad oder ein außergewöhnlicher Zeitaufwand müssen individuell und patientenbezogen begründet werden. Typische Begründungen können schwierige Probenaufbereitungen bei kryoglobulinämischen Seren oder extreme logistische Anforderungen bei instabilen Proben sein.
Typische Ziffernkombinationen
In der Praxis wird die GOÄ 4052 häufig mit anderen endokrinologischen Parametern kombiniert. Sinnvoll und zulässig ist die gemeinsame Abrechnung mit der Bestimmung von Insulin (GOÄ 4024) oder C-Peptid (GOÄ 4020) zur umfassenden Beurteilung der endokrinen Pankreasfunktion. Auch die Kombination mit der GOÄ 250 für die Blutentnahme ist im klinischen Alltag der Standard.
Ziffer 4052 in der neuen GOÄ
Die Glukagon-Bestimmung mittels Ligandenassay wird zur neuen Nummer 12002 — „Glukagon" — mit 30,38 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 32,18 €). Die neue Legende benennt die Methode als Signal-(Tracer-)verstärkten Immunoassay je Bestimmung. Glukagon-Stimulationstests sind als eigenständige Testziffern erfasst und sind kein Nachfolger der einfachen Einzelbestimmung.
\nStand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4052
Was hat nicht gestimmt?