Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4182
Die offizielle Beschreibung im Gebührenverzeichnis lautet:
Untersuchung mittels Ligandenassay - gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve-Untersuchungen mit ähnlichem Aufwand
Diese Ziffer beschreibt hochspezifische quantitative Laboruntersuchungen. Ein Ligandenassay nutzt die hochspezifische Bindung zwischen einem Liganden und seinem Rezeptor, um die Konzentration bestimmter Substanzen im Blutserum oder anderen Körperflüssigkeiten exakt zu bestimmen. Die Leistung umfasst standardmäßig auch eventuell notwendige Doppelbestimmungen sowie das Erstellen einer aktuellen Bezugskurve zur Kalibrierung.
GOÄ 4182 in der Praxis: Indikationen und Methodik
In der täglichen Praxis kommt die Ziffer 4182 bei einer Vielzahl von Fragestellungen zum Einsatz. Besonders häufig betrifft dies die Endokrinologie, die Onkologie und das therapeutische Drug Monitoring. Typische Indikationen sind die Abklärung von Schilddrüsenerkrankungen oder die Überwachung von Tumorpatienten.
Zu den gängigen Methoden, die unter diese Ziffer fallen, gehören der Enzyme-linked Immunosorbent Assay (ELISA), der Radioimmunoassay (RIA) sowie moderne Chemilumineszenz-Immunoassays (CLIA). Der Arzt nutzt diese Verfahren, um hochpräzise quantitative Aussagen über den Hormonstatus oder die Konzentration von Schilddrüsenhormonen zu treffen. Auch die Bestimmung von hochspezifischen Proteinen wie bestimmten Tumormarkern wird über diese Ziffer abgerechnet.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4182
Fallbeispiel 1: Bestimmung des TSH-Wertes
Ein Patient stellt sich mit Symptomen vor, die auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen. Zur diagnostischen Abklärung veranlasst der Arzt die quantitative Bestimmung des Thyreoidea-stimulierenden Hormons im Serum mittels eines modernen Chemilumineszenz-Immunoassays. Die Analyse erfolgt im eigenen Labor oder wird als Auftragsleistung dokumentiert. Abgerechnet wird die Ziffer 4182 mit dem konkreten Zusatz des Parameters TSH-Wert.
Fallbeispiel 2: Tumormarker-Verlaufskontrolle bei Prostatakarzinom
Bei einem Patienten nach radikaler Prostatektomie steht die regelmäßige Nachsorge an. Zur Früherkennung eines Rezidivs wird das Prostataspezifische Antigen (PSA) quantitativ mittels Ligandenassay bestimmt. Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ-Ziffer 4182 unter Angabe des Parameters PSA auf der Liquidation.
Fallbeispiel 3: Medikamentenspiegel-Überwachung
Ein Patient erhält aufgrund einer Herzerkrankung eine Dauertherapie mit Digoxin. Zur Vermeidung von Intoxikationen und zur Überprüfung der therapeutischen Breite ist ein Therapeutic Drug Monitoring erforderlich. Der Serumspiegel wird mittels Ligandenassay bestimmt und über die Ziffer 4182 abgerechnet.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4182: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung dieser Ziffer ist das Versäumnis, den konkreten Parameter auf der Rechnung anzugeben. Die GOÄ schreibt explizit vor, dass die untersuchten Analyten namentlich genannt werden müssen. Fehlt diese Angabe, wird die Rechnung von privaten Krankenversicherungen oder Beihilfestellen oft moniert.
Achtung: Das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Rechnung führt regelmäßig zur Beanstandung und zum Verlust des Honoraranspruchs.
Zudem müssen die Ausschlussbestimmungen beachtet werden. Es ist unzulässig, für denselben Parameter am selben Tag ein einfacheres qualitatives Verfahren und zusätzlich den quantitativen Ligandenassay abzurechnen. Prüfstellen achten genau auf solche Doppelabrechnungen.
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Dokumentation der GOÄ 4182: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament einer erfolgreichen Abrechnung. In der Patientenakte müssen die medizinische Indikation, der konkrete Untersuchungsauftrag und das angewandte Testverfahren dokumentiert sein. Auch die Rohdaten sowie das validierte Endergebnis gehören in die Akte.
Dokumentation: Verdacht auf Hypothyreose. Blutentnahme für TSH-Bestimmung. Methode: ECLIA (Ligandenassay). Ergebnis: TSH 4,2 µIU/ml (Referenzbereich: 0,27–4,2). Befund validiert und archiviert.
Für eine rechtssichere Abrechnung ist es ratsam, auch den herstellerseitig vorgegebenen Referenzbereich des verwendeten Assays zu dokumentieren. Dies erleichtert bei Rückfragen den Nachweis der medizinischen Notwendigkeit und sichert die Einhaltung der Dokumentationspflicht.
GOÄ 4182: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Als Leistung des Abschnitts M III beträgt der normale Steigerungssatz für die GOÄ 4182 das 1,15-Fache der Gebühr. Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,3-fach ist bei Vorliegen besonderer Umstände möglich. Typische Begründungen sind ein ungewöhnlich hoher Analyseaufwand durch störende Faktoren im Patientenserum oder eine extrem dringliche Notfallanalyse außerhalb der regulären Arbeitszeiten.
Tipp: Nutzen Sie bei begründeten Einzelfällen den maximalen Steigerungssatz von 1,3-fach, wenn die Probenbeschaffenheit einen deutlich erhöhten Analyseaufwand erforderte.
Typische Ziffernkombinationen
Die Ziffer 4182 wird im Praxisalltag häufig mit der Ziffer für die Blutentnahme (GOÄ 250) kombiniert. Auch die Kombination mit anderen Laborziffern aus dem Abschnitt M ist üblich, sofern unterschiedliche Parameter untersucht werden. Unzulässig sind jedoch Ziffernkombinationen, die dieselbe analytische Leistung auf verschiedenen Wegen doppelt honorieren wollen.
Ziffer 4182 in der neuen GOÄ
Ziffer 4182 (Untersuchung mittels Ligandenassay - gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve-Untersuchungen mit ähnlichem Aufwand, bisher beim 2,3-fachen Satz: 16,76 €) wird in der neuen GOÄ je nach Indikation und Methode unterschiedlichen Leistungen zugeordnet:
- 11661 „Aminoglykoside(-Antibiotika), je Medikament, IA z.B. Amikacin, Gentamicin, Netilmicin, Tobramycin“ (19,25 €, je Medikament) — bei: Aminoglykosid
- 11662 „Antiarrhythmika, je Medikament, IA z.B. Chinidin, Flecainid, Lidocain, Propafenon“ (18,60 €, je Medikament) — bei: Antiarrhythmikum
- 11663 „Antibiotika, je Medikament, IA z.B. Vancomycin“ (22,60 €, je Medikament) — bei: Antibiotikum
- 11664 „Antiepileptika, je Medikament, IA z.B. Carbamazepin, Ethosuximid, Phenobarbital, Phenytoin, Primidon, Valproinsäure“ (11,29 €, je Medikament) — bei: Antiepileptikum
- 11665 „Herzglykoside, je Medikament, IA z.B. Digitoxin, Digoxin“ (17,81 €, je Medikament) — bei: Herzglykosid
- 11666 „Immunsuppressiva, je Medikament, IA z.B. Ciclosporin, Everolimus, Mycophenolat, Sirolimus, Tacrolimus, monoklonaler Antikörper (z.B. Infliximab)“ (36,11 €, je Medikament) — bei: Immunsuppressivum
- 11667 „Methotrexat, IA Serum oder Plasma“ (28,06 €) — bei: Methotrexat
- 11668 „Theophyllin, IA Serum oder Plasma“ (15,32 €) — bei: Theophyllin
Je nach Konstellation sind 11,29 € bis 36,11 € abrechenbar — die genaue Indikation und Dokumentation entscheiden.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4182
Was hat nicht gestimmt?