Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4208
Untersuchung mittels Gaschromatographie, je Untersuchung-Untersuchungen mit ähnlichem methodischen Aufwand. Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Diese Gebührenposition beschreibt die quantitative oder qualitative Analyse von Analyten mittels Gaschromatographie (GC). Diese Methode trennt Stoffgemische in der Gasphase auf, um einzelne Komponenten präzise zu identifizieren. Die Abrechnung erfolgt je Untersuchung, wobei der methodische Aufwand vergleichbar hoch sein muss.
Die Vorbemerkungen des Abschnitts M (Laboratoriumsuntersuchungen) sind hierbei zwingend zu beachten. Insbesondere müssen die untersuchten Einzelparameter transparent auf der Liquidation ausgewiesen werden.
GOÄ 4208 in der Praxis: Indikationen und klinischer Einsatz
Die Gaschromatographie kommt vor allem in der Toxikologie, der Arzneimittelüberwachung (Therapeutic Drug Monitoring) und der Stoffwechselanalytik zum Einsatz. Typische Anwendungsbereiche sind der Nachweis von Alkoholen, organischen Lösungsmitteln oder spezifischen Medikamenten im Serum oder Urin.
Ein weiteres wichtiges Feld ist die Bestimmung von Fettsäuremustern oder flüchtigen organischen Verbindungen. Die Methode bietet eine extrem hohe Spezifität und Sensitivität, weshalb sie oft als Referenzmethode dient.
Tipp: Achten Sie darauf, dass bei der Abrechnung mehrerer Parameter mittels GC jeder Parameter einzeln begründet und aufgeführt wird, sofern es sich um eigenständige Untersuchungen handelt.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4208
Fallbeispiel 1: Toxikologisches Screening auf Alkohole
Bei einem Patienten mit Verdacht auf eine akute Vergiftung durch Methanol oder Ethylenglykol wird eine quantitative Bestimmung im Blut durchgeführt. Die Analyse erfolgt mittels Gaschromatographie zur schnellen Differenzierung der Alkohole. Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ-Ziffer 4208 unter Angabe des Parameters Methanol.
Fallbeispiel 2: Therapeutic Drug Monitoring (TDM)
Zur Therapiekontrolle eines Antiepileptikums, das labortechnisch mittels GC bestimmt werden muss, erfolgt die Blutentnahme und anschließende Analyse. Die Bestimmung des Wirkstoffspiegels sichert die therapeutische Breite. Abgerechnet wird die Ziffer 4208 mit der Angabe des spezifischen Medikamentennamens auf der Rechnung.
Fallbeispiel 3: Fettsäureprofil-Analyse
Zur Abklärung eines seltenen metabolischen Defekts wird das Profil der langkettigen Fettsäuren im Plasma analysiert. Die Trennung und Quantifizierung der einzelnen Fettsäuren erfolgt gaschromatographisch. Die Abrechnung der GOÄ 4208 ist hierbei für die erbrachten Einzelparameter zulässig.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4208: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler ist das Fehlen der konkreten Parameterangabe auf der Liquidation. Die Leistungsbeschreibung fordert explizit, dass die untersuchten Analyten namentlich genannt werden müssen. Ohne diese Angabe riskieren Praxen eine sofortige Kürzung oder Zurückweisung durch die privaten Krankenversicherungen.
Zudem darf die Ziffer nicht neben anderen hochspezialisierten chromatographischen Verfahren wie der HPLC (z. B. GOÄ 4209) für denselben Parameter abgerechnet werden. Eine Doppelabrechnung desselben Analyten mit unterschiedlichen Methoden ist unzulässig.
Achtung: Die bloße Durchführung einer Probenvorbereitung rechtfertigt keine zusätzliche Abrechnung einer eigenständigen Ziffer, da diese Schritte in der GOÄ 4208 bereits einkalkuliert sind.
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Dokumentation der GOÄ 4208: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist für die Abrechnungssicherheit unerlässlich. In der Patientenakte müssen die medizinische Indikation, das gewählte Probenmaterial sowie die Rohdaten oder Messergebnisse der Chromatographie dokumentiert sein. Auch das Validierungsprotokoll des Laborgeräts sollte im Hintergrund archiviert werden.
Auf der Rechnung selbst muss der konkrete Parameter zwingend ausgewiesen werden. Dies verhindert Rückfragen der Erstattungsstellen und beschleunigt den Zahlungsprozess.
Dokumentation: Indikation: Verdacht auf Methanolvergiftung. Probenmaterial: Serum. Methode: Gaschromatographie (GC). Ergebnis: Methanolkonzentration bestimmt und im Befundbericht dokumentiert.
GOÄ 4208: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da es sich um eine Leistung des Abschnitts M (Labor) handelt, liegt der Regelhöchstsatz bei 1,15-fach und der Höchstsatz bei 1,3-fach. Eine Überschreitung des Schwellenwertes von 1,15 bis zum Höchstsatz von 1,3 erfordert eine medizinische Begründung. Typische Begründungen sind ein extrem schwieriges Probenmaterial oder ein ungewöhnlich hoher analytischer Trennungsaufwand bei komplexen Stoffgemischen.
Typische Ziffernkombinationen
Die GOÄ 4208 wird häufig mit Ziffern für die Probenentnahme (z. B. GOÄ 250 für die venöse Blutentnahme) kombiniert. Auch die Kombination mit grundlegenden Laborwerten des Abschnitts M1 oder M2 zur Basisdiagnostik ist üblich, sofern die medizinische Notwendigkeit gegeben ist.
Ziffer 4208 in der neuen GOÄ
Die neue GOÄ löst die bisherige Ziffer 4208 (2,3-facher Satz: 27,48 €) in spezifische Einzelleistungen auf:
- 11696 „Arzneimittel, je GC-MS-Untersuchung (Spektrum) Serum oder Plasma“ (63,32 €) — bei: Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS)
- 11733 „Methanol, gaschromatographisch Vollblut, Urin“ (63,32 €) — bei: Methanol
- 11697 „Arzneimittel, je GC-Untersuchung (Chromatogramm) Serum oder Plasma“ (63,32 €)
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4208
Was hat nicht gestimmt?