Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4224
Qualitativer Nachweis von Antikörpern mittels Agglutinations- oder Fällungsreaktion (z.B. Hämagglutination, Hämagglutinationshemmung, Latex-Agglutination) -Legionella pneumophila bis zu fünf Typen, je Typ
Die Gebührenordnung für Ärzte ordnet die GOÄ-Ziffer 4224 dem Abschnitt der Laboratoriumsuntersuchungen zu. Diese Leistung umfasst den qualitativen Nachweis von spezifischen Antikörpern gegen Legionella pneumophila mittels Agglutinations- oder Fällungsreaktionen. Die Abrechnung erfolgt je untersuchtem Typ, wobei maximal fünf Typen berechnet werden dürfen.
Die Ziffer deckt alle labortechnischen Schritte von der Probenvorbereitung bis zur Auswertung ab. Eine gesonderte Berechnung von Verbrauchsmaterialien ist in der Regel nicht zulässig. Die Vorgaben des Abschnitts M der GOÄ sind hierbei strikt zu beachten.
GOÄ 4224 in der Praxis: Indikation und klinischer Stellenwert
Die Bestimmung von Antikörpern gegen Legionella pneumophila ist ein wichtiger Baustein in der Diagnostik der Legionärskrankheit sowie des Pontiac-Fiebers. Typische klinische Indikationen sind schwere, atypische Pneumonien mit unklarem Erregerhintergrund. Auch bei epidemiologischen Fragestellungen kommt dieses Verfahren regelmäßig zum Einsatz.
Da die Antikörperbildung erst einige Tage nach Infektionsbeginn einsetzt, dient das Verfahren primär der Verlaufskontrolle oder der retrospektiven Diagnosesicherung. Für die Akutdiagnostik werden häufig Antigen-Schnelltests im Urin bevorzugt. Dennoch bleibt der serologische Nachweis mittels Latex-Agglutination ein etabliertes Werkzeug in der laborärztlichen Praxis.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4224
Fallbeispiel 1: Verdacht auf atypische Pneumonie
Ein Patient stellt sich mit hohem Fieber und trockenem Husten vor. Zum Ausschluss einer Legionellose veranlasst der Arzt eine serologische Untersuchung auf drei verschiedene Legionella-Serotypen mittels Latex-Agglutination. Die Abrechnung erfolgt dreifach über die GOÄ-Ziffer 4224 unter Angabe der jeweiligen Serotypen.
Fallbeispiel 2: Retrospektive Diagnosesicherung
Bei einer abgeklungenen Lungenentzündung soll der ursächliche Erreger nachträglich identifiziert werden. Es erfolgt der qualitative Antikörpernachweis für zwei spezifische Legionella-Subtypen. Die Liquidation weist die GOÄ-Ziffer 4224 zweifach mit den entsprechenden Parameterbezeichnungen aus.
Fallbeispiel 3: Umgebungsuntersuchung bei Ausbruchsverdacht
Nach mehreren Infektionsfällen in einer Einrichtung wird bei einer Kontaktperson ein Screening auf fünf verschiedene Legionella-Typen durchgeführt. Die Laboruntersuchung erfolgt mittels Hämagglutinationstest. Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 4224 im Höchstmaß von fünf Ansätzen.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4224: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler liegt in der Überschreitung der maximal zulässigen Anzahl von fünf Typen pro Untersuchungsgang. Werden mehr als fünf Typen getestet, dürfen dennoch nur maximal fünf Ansätze der GOÄ-Ziffer 4224 liquidiert werden. Weitere Typen müssen über andere, passende Ziffern oder gar nicht berechnet werden.
Zudem beanstanden private Krankenversicherungen häufig das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnungen auf der Rechnung. Die GOÄ schreibt explizit vor, dass die untersuchten Parameter anzugeben sind. Ohne diese Detailangabe ist die Rechnung formal fehlerhaft.
Achtung: Die parallele Abrechnung von qualitativen und quantitativen Nachweisen desselben Erregers aus derselben Probe ist unzulässig. Prüfstellen achten streng auf die Einhaltung dieser Ausschlusskriterien.
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Dokumentation der GOÄ 4224: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist die beste Absicherung gegen Honorarkürzungen. In der Patientenakte müssen die medizinische Indikation, das Entnahmedatum der Probe sowie die angewandte Untersuchungsmethode präzise festgehalten werden. Auch die spezifischen Testergebnisse je Serotyp gehören in den Befundbericht.
Der Befundbericht sollte direkt mit der Abrechnungssoftware verknüpft werden, um Übertragungsfehler zu vermeiden. Die Dokumentation muss für eventuelle Rückfragen der privaten Krankenversicherungen jederzeit abrufbar sein.
Dokumentation: Qualitativer Nachweis von Legionella pneumophila Antikörpern (Typ 1 bis 3) mittels Latex-Agglutination bei V. a. atypische Pneumonie. Ergebnisse: Typ 1 positiv, Typ 2 und 3 negativ.
GOÄ 4224: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Als Leistung des Speziallabors unterliegt die Ziffer 4224 einem eingeschränkten Gebührenrahmen. Der Regelhöchstsatz liegt beim 1,15-fachen Satz, was einem Betrag von 6,03 € entspricht. Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,3 (6,82 €) erfordert eine fundierte, patientenspezifische Begründung, wie etwa einen extrem hohen Viskositätsgrad der Probe.
Typische ZiffernkombinationenDie Ziffer wird häufig zusammen mit der Blutentnahme nach GOÄ-Ziffer 250 und dem Transport von Untersuchungsmaterial nach Ziffer 4010 abgerechnet. Auch die Kombination mit anderen serologischen Erregernachweisen aus dem Abschnitt M ist bei entsprechender Indikation zulässig.
Tipp: Bei der Kombination mehrerer Laborziffern ist stets darauf zu achten, dass die Höchstgrenzen für Laborleistungen im selben Behandlungsfall nicht überschritten werden.
Ziffer 4224 in der neuen GOÄ
Die Leistung wird in der neuen GOÄ zur neuen Nummer 11284 — „Legionella, AT qualitativ Antikörpernachweis“. Festpreis: 11,83 € (aktueller 2,3-facher Satz: 6,04 € — mehr als heute).
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4224
Was hat nicht gestimmt?