Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4228
Qualitativer Nachweis von Antikörpern mittels Agglutinations- oder Fällungsreaktion (z.B. Hämagglutination, Hämagglutinationshemmung, Latex-Agglutination) -Salmonellen-H-Antigene
Die GOÄ-Ziffer 4228 beschreibt eine klassische serologische Untersuchung aus dem Bereich der Laboratoriumsuntersuchungen. Im Fokus steht hierbei der qualitative Nachweis von spezifischen Antikörpern gegen die Geißel-Antigene (H-Antigene) von Salmonellen. Diese Analyse wird typischerweise mittels Agglutinations- oder Fällungsreaktionen durchgeführt.
Ein wesentlicher Bestandteil dieser Leistungsbeschreibung ist die Verpflichtung zur genauen Kennzeichnung. Die untersuchten Parameter müssen zwingend in der Liquidation angegeben werden. Dies dient der Transparenz und ermöglicht den Kostenträgern eine präzise Überprüfung der medizinischen Notwendigkeit.
GOÄ 4228 in der Praxis: Diagnostik von Salmonellen-Infektionen
Die Anwendung der GOÄ-Ziffer 4228 ist vor allem bei klinischem Verdacht auf eine Salmonellose oder Typhus abdominalis angezeigt. Typische Symptome wie anhaltendes hohes Fieber, schwere Diarrhöen oder abdominelle Beschwerden rechtfertigen diese labormedizinische Untersuchung. Häufig erfolgt die Diagnostik nach Auslandsaufenthalten in Endemiegebieten.
Die Abgrenzung zu anderen Antigenen ist im Praxisalltag von großer Bedeutung. Während die H-Antigene auf die Geißeln der Bakterien abzielen, betreffen andere Ziffern die somatischen O-Antigene. Eine präzise differenzialdiagnostische Abklärung erfordert daher oft die gezielte Anforderung beider Parameter.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4228
Fallbeispiel 1: Verdacht auf Typhus abdominalis
Ein Patient stellt sich nach einer Fernreise mit anhaltendem Fieber und Splenomegalie vor. Zur Abklärung eines Typhusverdachts wird eine Serologie veranlasst. Der qualitative Nachweis der Salmonellen-H-Antikörper wird durchgeführt. Die Abrechnung erfolgt mit der GOÄ-Ziffer 4228 zum Regelsatz.
Fallbeispiel 2: Abklärung einer therapierefraktären Enteritis
Bei einer Patientin mit chronisch-entzündlichen Darmsymptomen soll eine bakterielle Genese ausgeschlossen werden. Das Labor führt eine Latex-Agglutination auf Salmonellen-H-Antigene durch. Die Ziffer 4228 wird korrekt mit dem Zusatz des Parameters liquidiert.
Fallbeispiel 3: Umgebungsuntersuchung bei Ausbruchsgeschehen
Nach einem lokalen Salmonellenausbruch wird bei einer Kontaktperson mit leichten Symptomen eine serologische Untersuchung eingeleitet. Der qualitative Befund sichert die Diagnose. Die Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4228 erfolgt neben den klinischen Basisziffern.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4228: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung dieser Ziffer ist das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Rechnung. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen kürzen die Erstattung regelmäßig, wenn der Zusatz Salmonellen-H-Antigene fehlt. Die reine Nennung der Ziffernnummer reicht hier nicht aus.
Achtung: Die Abrechnung der GOÄ 4228 setzt ein qualitatives Verfahren voraus. Wird fälschlicherweise ein quantitatives Verfahren über diese Ziffer abgerechnet, drohen Honorarkürzungen bei einer Wirtschaftlichkeitsprüfung.
Zudem ist auf die strikte Trennung von ähnlichen Laborleistungen zu achten. Die parallele Abrechnung identischer qualitativer Verfahren für denselben Erreger am selben Untersuchungstag ist unzulässig. Prüfer achten penibel auf solche Doppelabrechnungen innerhalb der Laborgruppe M.
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Dokumentation der GOÄ 4228: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament jeder erfolgreichen Abrechnung. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation, der Entnahmezeitpunkt des Serums sowie die angewandte Untersuchungsmethode exakt festgehalten werden. Auch das qualitative Testergebnis gehört zwingend in die Befunddokumentation.
Dokumentation: V. a. Salmonellen-Enteritis bei Zustand nach Auslandsreise. Durchführung Latex-Agglutination auf Salmonellen-H-Antikörper. Ergebnis: Positiv. Parameter: Salmonellen-H-Antigene.
Durch diese strukturierte Erfassung wird sichergestellt, dass Rückfragen von Kostenträgern schnell und rechtssicher beantwortet werden können. Eine unvollständige Dokumentation führt im Ernstfall zum Verlust des Honoraranspruchs bei nachträglichen Prüfungen.
GOÄ 4228: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da es sich bei der GOÄ 4228 um eine Leistung des Abschnitts M (Labor) handelt, ist der Gebührenrahmen stark eingeschränkt. Eine Steigerung über den Regelhöchstsatz von 1,15-fach hinaus bis zum Höchstsatz von 1,3-fach ist nur in seltenen Ausnahmefällen möglich. Typische Begründungen sind schwierige Probenbeschaffenheiten oder stark lipämische Seren, die den Analyseaufwand erheblich steigern.
Typische Ziffernkombinationen
Häufig wird die GOÄ 4228 zusammen mit der Ziffer 250 für die Blutentnahme abgerechnet. Auch die Kombination mit weiteren spezifischen Antikörpernachweisen, wie dem Nachweis von O-Antigenen, ist medizinisch oft sinnvoll. Dabei muss jedoch jeder einzelne Parameter separat aufgeführt und begründet werden.
Tipp: Achten Sie bei der Kombination von Laborwerten darauf, dass die Höchstgrenzen für Laborleistungen gemäß den allgemeinen Bestimmungen des Abschnitts M nicht überschritten werden.
Ziffer 4228 in der neuen GOÄ
In der neuen GOÄ wird die Leistung zur neuen Nummer 11289 — „Salmonella-H-Antigene, je Antigen, quantitativ Antikörpernachweis“. Festpreis: 11,03 € (aktueller 2,3-facher Satz: 6,04 € — etwas mehr als heute). Die Leistung nach Nummer 11289 ist pro Patientenprobe bis zu sechsmal berechnungsfähig.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4228
Was hat nicht gestimmt?