Die Abrechnung der GOÄ-Ziffer 3165 birgt durch die Pluralregelung und Inklusivleistungen Fallstricke. Erfahren Sie, wie Sie Fehler vermeiden.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 3165
Operative Beseitigung von Atresien, Stenosen (Septen) und/oder Divertikeln des Duodenums
Die Gebührenordnungsziffer 3165 beschreibt eine hochspezialisierte chirurgische Leistung aus dem Bereich der Abdominalchirurgie. Sie umfasst die operative Sanierung von angeborenen oder erworbenen Passagehindernissen sowie Wandveränderungen des Zwölffingerdarms. Zu den typischen Maßnahmen gehört die plastische Rekonstruktion oder Resektion der betroffenen Abschnitte.
Ein wesentlicher Aspekt dieser Ziffer ist die Integration von Rekonstruktionsleistungen. Eventuell notwendige Anastomosen, wie beispielsweise eine Gastroenterostomie zur Wiederherstellung der Passage, sind bereits mit dieser Ziffer abgegolten. Eine separate Abrechnung solcher Verbindungseingriffe ist daher ausgeschlossen.
GOÄ 3165 in der Praxis: Indikationen und klinische Relevanz
Die klinische Anwendung der GOÄ 3165 erstreckt sich über verschiedene Altersgruppen und Pathologien. In der Neugeborenenchirurgie stellt die kongenitale Duodenalatresie eine klassische Indikation dar, die eine zeitnahe operative Intervention erfordert. Hierbei muss die Kontinuität des Magen-Darm-Trakts meist mittels Duodenoduodenostomie wiederhergestellt werden.
Bei erwachsenen Patienten stehen meist erworbene Duodenalstenosen im Vordergrund. Diese können als Folge chronisch-entzündlicher Prozesse, peptischer Ulzera oder durch extrinsische Kompression entstehen. Auch symptomatische Divertikel, die zu Blutungen oder Entzündungen führen, erfordern eine operative Sanierung mittels Divertikulektomie.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 3165
Fallbeispiel 1: Kongenitale Duodenalatresie bei einem Neugeborenen
Ein Neugeborenes zeigt klinische Zeichen eines hohen Darmverschlusses. Diagnostisch wird eine vollständige Duodenalatresie gesichert. Es erfolgt die operative Freilegung und die Anlage einer Duodenoduodenostomie zur Überbrückung des Verschlusses.
Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ-Ziffer 3165. Da es sich um eine Operation an einem Neugeborenen handelt, wird der Steigerungssatz aufgrund des erhöhten Risikos und des feinen Instrumentariums begründet angehoben.
Fallbeispiel 2: Symptomatisches Duodenaldivertikel
Ein erwachsener Patient leidet unter rezidivierenden Entzündungen im Bereich eines großen Divertikels im absteigenden Teil des Duodenums. Der Operateur führt eine Mobilisation des Duodenums und eine anschließende Divertikulektomie durch.
Dieser Eingriff wird korrekt mit der GOÄ-Ziffer 3165 berechnet. Die Mobilisation des Organs und der Verschluss der Absetzungsstelle sind in der Leistung enthalten.
Fallbeispiel 3: Kombinierte Stenosen im Duodenum und Ileum
Bei einem Patienten mit fortgeschrittenem Morbus Crohn liegen gleichzeitig eine hochgradige Stenose im Duodenum sowie eine weitere Stenose im terminalen Ileum vor. Beide Engpässe werden in einer gemeinsamen Operationssitzung reseziert.
In diesem Fall darf der Chirurg die GOÄ-Ziffer 3165 für den Eingriff am Duodenum ansetzen. Für die zeitgleiche Sanierung der Stenose im Ileum wird zusätzlich die Ziffer 3166 berechnet, da es sich um unterschiedliche anatomische Lokalisationen handelt.
Häufige Fehler bei der GOÄ 3165: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung dieser Ziffer liegt in der Missachtung der Pluralregelung. Der Leistungstext nennt explizit Atresien, Stenosen und Divertikel im Plural. Werden also mehrere Engstellen innerhalb des Duodenums in einer Sitzung beseitigt, darf die Ziffer dennoch nur einmalig berechnet werden.
Ein weiterer Streitpunkt mit privaten Krankenversicherungen ist die separate Abrechnung von Anastomosen. Da die Gastroenterostomie oder andere Darmverbindungen im Zielgebiet integraler Bestandteil der operativen Sanierung sind, führt eine zusätzliche Nebeneinanderberechnung regelmäßig zu Beanstandungen.
Achtung: Die Nebeneinanderberechnung der Ziffern 3165 und 3166 für denselben operativen Zugangsweg ist nur dann zulässig, wenn tatsächlich zwei voneinander getrennte Organabschnitte (Duodenum und Jejunum/Ileum) therapiert wurden. Dies muss im OP-Bericht zweifelsfrei dokumentiert sein.
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Dokumentation der GOÄ 3165: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose und präzise Dokumentation ist der beste Schutz gegen Honorarkürzungen. Im Operationsbericht müssen die anatomischen Verhältnisse und die spezifische Pathologie exakt beschrieben werden. Insbesondere die Darstellung der Schnitt-Naht-Zeit und des gewählten Zugangsweges ist essenziell.
Falls während des Eingriffs besondere Erschwernisse auftreten, müssen diese detailliert im Bericht ausformuliert werden. Nur so lässt sich eine spätere Erhöhung des Steigerungsfaktors gegenüber der Versicherung überzeugend begründen.
Dokumentation: "...Nach Mobilisation des Duodenums mittels Kocher-Manöver Darstellung des symptomatischen Divertikels an der Hinterwand. Sorgfältige Präparation unter Schonung des Ductus choledochus. Resektion des Divertikels und zweireihige Übernähung der Duodenalwand..."
GOÄ 3165: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Eine Erhöhung des Schwellenwertes über den 2,3-fachen Satz hinaus ist bei der GOÄ 3165 häufig medizinisch begründbar. Typische Kriterien für eine Faktorerhöhung sind ausgeprägte adhäsive Veränderungen nach Voroperationen oder eine anatomisch anspruchsvolle Lage der Stenose in unmittelbarer Nähe zur Papilla Vateri.
Auch das Alter des Patienten kann als Begründung dienen. Eingriffe bei Säuglingen oder multimorbiden geriatrischen Patienten erfordern eine gesteigerte Aufmerksamkeit und perioperative Überwachung, was einen erhöhten Zeitaufwand rechtfertigt.
Typische Ziffernkombinationen
Neben der Hauptleistung können selbstverständlich Anästhesieleistungen, postoperative Überwachungen und gegebenenfalls Ziffern für die operative Eröffnung des Abdomens berechnet werden. Auch die Kombination mit sonografischen Leistungen im Vorfeld ist üblich.
Tipp: Achten Sie bei der Kombination mit Ziffer 3166 darauf, dass die unterschiedlichen Operationsgebiete im Bericht klar voneinander abgegrenzt werden, um eine automatische Kürzung durch Prüfsoftware zu vermeiden.
Ziffer 3165 in der neuen GOÄ
Die alte Ziffer 3165 (Operative Beseitigung von Atresien, Stenosen (Septen) und/oder Divertikeln des Duodenums) führt in der neuen GOÄ zu Nummer 10681 — „Operative Beseitigung einer Atresie, Stenose, eines oder mehrerer Divertikel und/oder eines oder …" (821,31 €, bisher 2,3-facher Satz: 536,25 €).
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 3165
Was hat nicht gestimmt?