Die Abrechnung der GOÄ-Ziffer 3166 erfordert chirurgisches Detailwissen. Unser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Dünndarm-Eingriffe rechtssicher liquidieren.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 3166
Operative Beseitigung von Atresien, Stenosen (Septen) und/oder Divertikeln des Jejunums oder des Ileums
Die GOÄ-Ziffer 3166 beschreibt eine hochspezifische chirurgische Leistung aus dem Bereich der Abdominalchirurgie. Sie umfasst die operative Sanierung von angeborenen oder erworbenen Passagehindernissen sowie Fehlbildungen des Dünndarms. Hierzu zählen insbesondere das Jejunum (Leerdarm) und das Ileum (Krummdarm).
Die Leistung beinhaltet den operativen Zugang, die Darstellung des betroffenen Darmabschnitts sowie die plastische oder rekonstruktive Sanierung der Pathologie. Wichtig ist, dass diese Ziffer den Erhalt des betroffenen Darmabschnitts impliziert. Eine vollständige Resektion ist hierin nicht enthalten.
GOÄ 3166 in der Praxis: Indikationen und chirurgische Relevanz
In der klinischen Praxis kommt die GOÄ-Ziffer 3166 bei verschiedenen Krankheitsbildern zum Einsatz. Ein typisches Anwendungsgebiet ist die Strikturenplastik bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie dem Morbus Crohn. Hierbei werden Engstellen erweitert, ohne wertvolle Resorptionsfläche des Dünndarms durch eine Resektion zu verlieren.
Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist die operative Entfernung eines symptomfreien oder entzündeten Meckel-Divertikels. Auch die Korrektur von angeborenen Membranen oder Septen bei Neugeborenen fällt unter dieses Leistungsspektrum. Die präzise Abgrenzung zu resezierenden Verfahren ist für die korrekte Liquidation essenziell.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 3166
Fallbeispiel 1: Strikturenplastik bei Morbus Crohn
Ein Patient stellt sich mit einer symptomatischen Stenose im terminalen Ileum bei bekanntem Morbus Crohn vor. Zur Vermeidung eines Kurzdarmsyndroms führt der Operateur eine plastische Erweiterung mittels Heineke-Mikulicz-Plastik durch. Da kein Darmsegment entfernt wird, erfolgt die Abrechnung korrekt nach der GOÄ-Ziffer 3166. Die aufwendige Nahttechnik rechtfertigt den Ansatz dieser Ziffer.
Fallbeispiel 2: Exzision eines Meckel-Divertikels
Bei einer diagnostischen Laparoskopie wegen unklarer Unterbauchschmerzen zeigt sich ein entzündlich verändertes Meckel-Divertikel im Ileum. Der Chirurg führt eine laparoskopische Divertikulektomie mittels Klammernahtgerät an der Basis durch. Da das tragende Ileum erhalten bleibt, wird dieser Eingriff über die Ziffer 3166 liquidiert. Eine zusätzliche Darmresektion lag nicht vor.
Fallbeispiel 3: Operative Behebung einer Jejunumatresie
Bei einem Neugeborenen wird eine angeborene membranöse Stenose (Septum) des Jejunums operativ saniert. Der Operateur spaltet das Septum längs und vernäht den Defekt quer, um das Lumen vollständig wiederherzustellen. Diese komplexe Atresie-Korrektur im Säuglingsalter wird über die GOÄ 3166 abgerechnet. Aufgrund des erhöhten Risikos kann hier zudem der Steigerungsfaktor angepasst werden.
Häufige Fehler bei der GOÄ 3166: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 3166 ist die fehlerhafte Kombination mit anderen abdominellen Eingriffen. Die strengen Ausschlusskriterien der Gebührenordnung verbieten die Nebeneinanderberechnung mit bestimmten Ziffern. Insbesondere die Kombination mit einer regulären Darmresektion nach GOÄ 3173 ist unzulässig.
Achtung: Die gleichzeitige Abrechnung von GOÄ 3166 und GOÄ 3173 an demselben anatomischen Abschnitt ist ausgeschlossen. Führt der Eingriff zu einer echten Segmentresektion, ist ausschließlich die höher bewertete GOÄ 3173 anzusetzen.
Zudem beanstanden private Krankenversicherungen häufig die mehrfache Berechnung der Ziffer 3166 in einer Sitzung. Werden mehrere Stenosen in einer Sitzung saniert, ist dies meist über den Steigerungsfaktor abzugelten. Eine mehrfache Nebeneinanderberechnung erfordert eine detaillierte medizinische Begründung im OP-Bericht.
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Dokumentation der GOÄ 3166: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das wichtigste Instrument zur Abwehr von Honorarkürzungen. Der OP-Bericht muss die genaue Lokalisation, die Art der Pathologie und die angewandte chirurgische Technik präzise beschreiben. Insbesondere der Erhalt des Darmlumens ohne Resektion muss klar hervorgehen.
Tipp: Dokumentieren Sie bei einer Strikturenplastik exakt die Länge und Anzahl der behandelten Segmente, um eine Erhöhung des Steigerungsfaktors transparent zu begründen.
Dokumentation: Laparotomie, Darstellung des terminalen Ileums. Nachweis eines entzündlich veränderten Meckel-Divertikels. Abtragung des Divertikels mittels Klammernahtgerät an der Basis unter Erhalt des Darmlumens. Keine Darmresektion erforderlich.
GOÄ 3166: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Die Erhöhung des Steigerungsfaktors über den Regelsatz von 2,3 hinaus ist bei der GOÄ 3166 häufig medizinisch begründbar. Typische Gründe sind ausgeprägte Verwachsungen nach Voroperationen, die eine zeitaufwendige Adhäsiolyse erfordern. Auch eine extreme Adipositas des Patienten oder das Vorliegen multipler Stenosen rechtfertigen einen Faktor bis zu 3,5.
Typische Ziffernkombinationen
Neben der GOÄ 3166 können begleitende selbstständige Leistungen abgerechnet werden, sofern sie nicht Teil der Hauptleistung sind. Hierzu gehören beispielsweise die operative Sanierung von Bauchwandhernien oder separate diagnostische Maßnahmen. Die Kombination mit Anästhesieleistungen und postoperativer Überwachung ist im Regelfall problemlos möglich. Unzulässige Ziffernkombinationen wie die zeitgleiche Abrechnung einer Darmresektion müssen jedoch strikt vermieden werden.
Ziffer 3166 in der neuen GOÄ
Die alte Ziffer 3166 (Operative Beseitigung von Atresien, Stenosen (Septen) und/oder Divertikeln des Jejunums oder des Ileums) führt in der neuen GOÄ zu Nummer 10683 — „Operative Beseitigung einer Atresie, Stenose, Darmduplikatur und/oder eines Divertikels oder eines …" (749,18 €, bisher 2,3-facher Satz: 402,18 €).
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 3166
Was hat nicht gestimmt?