Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 3821.H2
Untersuchung auf Antikörper mittels qualitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (bis zu zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Parietalzellen (PCA)
Diese Gebührenposition beschreibt die laborchemische Analyse zum Nachweis spezifischer Autoantikörper gegen die Parietalzellen (PCA) des Magens. Die Untersuchung erfolgt in der Regel über eine qualitativen Immunfluoreszenzuntersuchung (IFT) oder vergleichbare immunologische Verfahren. Die Ziffer deckt die Bestimmung bis zu zwei Titerstufen ab. Ein wesentlicher formaler Aspekt dieser Ziffer ist, dass die untersuchten Parameter zwingend in der Rechnung anzugeben sind.
GOÄ 3821.H2 in der Praxis: Diagnostik der autoimmunen Gastritis
Die Bestimmung von Parietalzell-Antikörpern ist ein zentraler Baustein in der Diagnostik der autoimmunen Gastritis (Typ-A-Gastritis). Diese chronisch-entzündliche Erkrankung führt zu einer Atrophie der Magenschleimhaut im Korpus- und Fundusbereich. In der Folge kommt es zu einem Mangel an Intrinsic Factor, was eine perniziösen Anämie auslösen kann. Die klinische Indikation ist daher meist bei unklarem Vitamin-B12-Mangel oder makrozytären Anämien gegeben.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 3821.H2
Fallbeispiel 1: Abklärung einer makrozytären Anämie
Ein Patient stellt sich mit chronischer Müdigkeit und Abgeschlagenheit vor. Das Blutbild zeigt eine ausgeprägte makrozytäre Anämie mit erhöhtem MCV. Zum Ausschluss einer perniziösen Anämie wird die Bestimmung der PCA veranlasst. Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ-Ziffer 3821.H2 zum Regelsatz.
Fallbeispiel 2: Verdacht auf atrophische Gastritis
Bei einer Gastroskopie zeigt sich der Verdacht auf eine Schleimhautatrophie. Zur serologischen Sicherung einer Typ-A-Gastritis wird die Untersuchung auf PCA angefordert. Die Laborleistung wird mit der Ziffer 3821.H2 liquidiert, wobei der Parameter auf der Rechnung explizit genannt wird.
Fallbeispiel 3: Abklärung neurologischer Symptome
Eine Patientin klagt über Parästhesien in den Beinen, was den Verdacht auf eine funiculäre Myelose nahelegt. Da diese häufig auf einem Vitamin-B12-Mangel basiert, wird die Autoimmundiagnostik eingeleitet. Neben weiteren Parametern wird die GOÄ 3821.H2 für die PCA-Bestimmung erfolgreich abgerechnet.
Häufige Fehler bei der GOÄ 3821.H2: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung dieser Ziffer ist das Übersehen der Ausschlusskriterien. Die Ziffer 3821.H2 darf nicht am selben Tag neben der Ausschlussziffer 3852 (Antikörper gegen Zellkerne/ANA) abgerechnet werden. Zudem führt das Fehlen der konkreten Parameterangabe auf der Liquidation regelmäßig zu Beanstandungen durch private Krankenversicherungen.
Achtung: Achten Sie penibel darauf, dass auf der Rechnung der Begriff "Parietalzellen" oder "PCA" aufgeführt ist. Ohne diese Angabe ist die Abrechnung nicht prüffähig und gefährdet die formale Richtigkeit der gesamten Liquidation.
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Dokumentation der GOÄ 3821.H2: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation schützt vor Honorarrückforderungen. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation, die Methode und das exakte Testergebnis dokumentiert werden. Auch die Validierung des Befundes durch den Laborarzt gehört zur obligatorischen Dokumentationspflicht.
Dokumentation: Verdacht auf autoimmune Gastritis bei makrozytärer Anämie. Durchführung der qualitativen Immunfluoreszenz auf PCA (Parietalzellen): Befund positiv (Titerstufe 1:100). Befundbericht liegt vor und wurde validiert.
Die Archivierung des originalen Laborblattes oder die digitale Speicherung des Befundberichts im Praxis-EDV-System sichert die Praxis bei nachträglichen Prüfungen ab. Dies stärkt die Qualitätssicherung im Praxisalltag.
GOÄ 3821.H2: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da es sich um eine Leistung des Speziallabors handelt, ist der Spielraum für Steigerungen begrenzt. Eine Überschreitung des Regelhöchstsatzes bis zum Steigerungssatz von 1,3 ist nur mit einer patientenspezifischen Begründung zulässig. Solche Gründe können schwierige Probenverhältnisse oder stark störende Begleitfaktoren im Serum sein, die eine wiederholte Messung erforderten.
Typische Ziffernkombinationen
Die Ziffer wird häufig mit anderen labordiagnostischen Parametern kombiniert. Sinnvoll ist die gemeinsame Bestimmung mit dem Blutbild oder der Bestimmung von Antikörpern gegen Intrinsic-Factor. Diese Ziffernkombinationen ermöglichen eine umfassende differentialdiagnostische Abklärung der Anämie.
Tipp: Kombinieren Sie die PCA-Bestimmung bei begründetem Verdacht mit dem Nachweis von Intrinsic-Factor-Antikörper, um die diagnostische Sicherheit bei Verdacht auf perniziöse Anämie signifikant zu erhöhen.
Ziffer 3821.H2 in der neuen GOÄ
Die Ziffer 3821.H2 (Untersuchung auf Antikörper mittels qualitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (bis zu zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Parietalzellen (PCA)) findet ihre Entsprechung in der neuen GOÄ unter Nummer 11159: Parietalzellen (PCA), IFT qualitativ Abklärung atrophische Gastritis. Der Festpreis liegt bei 18,33 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 19,43 €).
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 3821.H2
Was hat nicht gestimmt?