GOÄ 3822.H2: SkMA-Antikörper korrekt abrechnen

4 Min. Lesezeit
GOÄ 3822.H2
Untersuchung auf Antikörper mittels qualitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (bis zu zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Skelettmuskulatur (SkMA)
Punktzahl 290  
Einfachsatz 16,90 € 1,0x
Regelhöchstsatz 19,44 € 1,1x
Höchstsatz 21,97 € 1,3x
Ausschlüsse

Due untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 3822.H2

Untersuchung auf Antikörper mittels qualitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (bis zu zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Skelettmuskulatur (SkMA)

Die Ziffer 3822.H2 beschreibt eine spezialisierte laborchemische Untersuchung aus dem Bereich der Immunologie. Ziel dieser Analyse ist der qualitative Nachweis von Antikörpern gegen die Skelettmuskulatur (SkMA). Hierbei kommen moderne Verfahren wie die indirekte Immunfluoreszenz (IFT) zum Einsatz, die bis zu zwei Titerstufen umfasst.

Ein wesentlicher formaler Aspekt dieser Ziffer ist die Kennzeichnungspflicht. Die untersuchten Parameter müssen zwingend auf der Liquidation angegeben werden. Ohne diese Angabe ist die Rechnung formal fehlerhaft und kann von Kostenträgern zurückgewiesen werden.

GOÄ 3822.H2 in der Praxis: Diagnostik von Myasthenia gravis und Thymomen

In der täglichen Praxis wird die Bestimmung von SkMA vor allem bei Verdacht auf eine Myasthenia gravis veranlasst. Diese Autoimmunerkrankung führt zu einer gestörten neuromuskulären Übertragung. Der Nachweis von Skelettmuskel-Antikörpern ist hierbei ein wichtiger diagnostischer Wegweiser, insbesondere bei älteren Patienten.

Besonders relevant ist die Untersuchung bei Patienten mit einem vermuteten Thymom. Etwa 80 Prozent der Myasthenie-Patienten mit einem Thymom weisen positive SkMA-Titer auf. Daher dient die Ziffer 3822.H2 auch als wertvoller Tumormarker in der neurologischen und thoraxchirurgischen Abklärung.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 3822.H2

Fallbeispiel 1: Verdacht auf okuläre Myasthenie

Ein Patient stellt sich mit intermittierender Ptosis und Doppelbildern vor. Der behandelnde Neurologe vermutet eine okuläre Form der Myasthenia gravis. Zur weiteren Abklärung veranlasst er die Bestimmung der SkMA im Labor. Abgerechnet wird die Ziffer 3822.H2 neben den klinischen Basisleistungen.

Fallbeispiel 2: Ausschluss eines Thymoms bei bekanntem mediastinalem Tumor

Bei einer Patientin wird radiologisch ein mediastinaler Tumor festgestellt. Zur Differenzierung und Abklärung einer autoimmunen Mitbeteiligung erfolgt die Bestimmung der Skelettmuskel-Antikörper. Die Abrechnung der GOÄ 3822.H2 erfolgt hierbei zur präoperativen Risikoabschätzung.

Fallbeispiel 3: Abklärung einer unklaren Myopathie

Ein Patient leidet unter progredienter Muskelschwäche der proximalen Extremitäten. Zum Ausschluss einer autoimmunen Myositis oder einer atypischen Myasthenie wird das Serum auf SkMA untersucht. Die Laborleistung wird korrekt nach Ziffer 3822.H2 liquidiert.

Häufige Fehler bei der GOÄ 3822.H2: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der Ziffer 3822.H2 ist das Versäumnis, den konkreten Untersuchungsparameter auf der Rechnung anzugeben. Die GOÄ schreibt explizit vor, dass die Bezeichnung "Skelettmuskulatur (SkMA)" oder der genaue Parameter genannt werden muss. Fehlt dieser Zusatz, führt dies regelmäßig zu Beanstandungen durch Privatversicherungen.

Achtung: Die Ziffer 3822.H2 darf nicht neben der Ziffer 3852 abgerechnet werden. Achten Sie bei der Erstellung der Laborrechnung penibel darauf, dass diese beiden Ziffern am selben Behandlungstag nicht nebeneinander auftauchen, da dies einen harten Ausschluss darstellt.

Zudem versuchen Kostenträger gelegentlich, die Ziffer auf einfachere Suchtests herunterzustufen. Da es sich jedoch um eine qualitative Immunfluoreszenzuntersuchung handelt, ist die Anwendung der 3822.H2 bei entsprechender Methodik vollkommen gerechtfertigt. Eine fundierte Dokumentation der Methode schützt hier vor unberechtigten Kürzungen.

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Dokumentation der GOÄ 3822.H2: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament jeder erfolgreichen Abrechnung. Im Laborbuch oder der elektronischen Patientenakte müssen die Indikation, die angewandte Methode (z. B. IFT) sowie das exakte Testergebnis dokumentiert werden. Auch die Anzahl der durchgeführten Titerstufen sollte vermerkt sein.

Dokumentation: Verdacht auf Myasthenia gravis bei Ptosis links. Durchführung IFT auf Skelettmuskel-Antikörper (SkMA). Ergebnis: Positiv bei Titerstufe 1:80. Parameter auf Liquidation ausgewiesen.

Durch diese strukturierte Erfassung im Praxisverwaltungssystem (PVS) können Rückfragen von Beihilfestellen oder privaten Krankenversicherungen schnell und rechtssicher beantwortet werden. Die Aufbewahrungsfristen für die Laborbefunde sind dabei zwingend einzuhalten.

GOÄ 3822.H2: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Da es sich um eine Leistung des Abschnitts M (Labor) handelt, ist der Regelhöchstsatz auf das 1,15-Fache festgelegt. Eine Steigerung bis zum 1,3-fachen Satz ist nur mit einer schriftlichen Begründung möglich. Typische Begründungen sind ein ungewöhnlich hoher Zeitaufwand durch schwierige Probenvorbereitung oder grenzwertige Titerverläufe, die eine wiederholte Überprüfung erforderten.

Typische Ziffernkombinationen

Die Bestimmung der SkMA wird häufig mit anderen autoimmunologischen Parametern kombiniert. Sinnvoll ist oft die gemeinsame Anforderung mit Antikörpern gegen den Acetylcholinrezeptor (AChR-AK). Solange keine Ausschlussziffern wie die 3852 tangiert werden, ist die Nebeneinanderberechnung dieser spezialisierten Analysen zulässig.

Tipp: Nutzen Sie bei komplexen differentialdiagnostischen Fragestellungen die Möglichkeit, mehrere spezifische Antikörperziffern nebeneinander abzurechnen, sofern diese unterschiedliche Zielantigene betreffen und medizinisch indiziert sind.

Ziffer 3822.H2 in der neuen GOÄ

Die Ziffer 3822.H2 (Untersuchung auf Antikörper mittels qualitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (bis zu zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Skelettmuskulatur (SkMA)) findet ihre Entsprechung in der neuen GOÄ unter Nummer 11161: Skelettmuskulatur (SMA), IFT qualitativ Autoantikörpernachweis. Der Festpreis liegt bei 25,63 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 19,43 €).

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 3822.H2

Die GOÄ-Ziffer 3822.H2 wird für den qualitativen Nachweis von Skelettmuskel-Antikörpern (SkMA) mittels Immunfluoreszenz abgerechnet. Typische Indikationen sind der Verdacht auf Myasthenia gravis oder die Abklärung eines Thymoms. Die Untersuchung umfasst dabei bis zu zwei Titerstufen.
Die Ziffer 3822.H2 darf laut den Bestimmungen der GOÄ nicht neben der Ziffer 3852 abgerechnet werden. Dieser Ausschluss betrifft am selben Behandlungstag erbrachte Leistungen. Achten Sie darauf, diese Kombination in Ihrer Abrechnungssoftware zu sperren.
Ja, die Angabe des untersuchten Parameters auf der Liquidation ist bei der Ziffer 3822.H2 zwingend vorgeschrieben. Schreiben Sie daher immer den Zusatz "Skelettmuskulatur (SkMA)" oder den konkreten Parameternamen auf die Rechnung. Fehlt dieser Hinweis, ist die Rechnung formal fehlerhaft.
Als Laborleistung des Abschnitts M II kann die Ziffer 3822.H2 bis zum 1,3-fachen Satz gesteigert werden. Der Regelhöchstsatz liegt bei dem 1,15-fachen Satz (19,44 €). Für eine Steigerung über den Regelsatz hinaus ist eine medizinische Begründung erforderlich.
Die Ziffer 3822.H2 ist spezifisch für den qualitativen Nachweis von Antikörpern gegen Skelettmuskulatur (SkMA) reserviert. Andere Antikörpertests, beispielsweise gegen Acetylcholinrezeptoren, werden über eigene, spezifische Ziffern des Laborabschnitts abgerechnet. Eine Kombination ist bei unterschiedlichen Zielantigenen meist zulässig.
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