Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 3823.H2
Untersuchung auf Antikörper mittels qualitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (bis zu zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Speichelgangepithel
Die GOÄ-Ziffer 3823.H2 beschreibt eine spezialisierte Laborleistung aus dem Bereich der Laboratoriumsuntersuchungen. Im Fokus steht der qualitative Nachweis von Autoantikörpern gegen das Speichelgangepithel mittels Immunfluoreszenz oder vergleichbarer Methoden. Diese Untersuchung ist auf maximal zwei Titerstufen begrenzt.
Ein wichtiger formaler Aspekt dieser Ziffer ist die Verpflichtung zur Angabe der untersuchten Parameter auf der Rechnung. Ohne diese Spezifikation ist die Abrechnung rechtlich nicht vollständig. Die Leistung ist dem Speziallabor zuzuordnen und erfordert entsprechende fachliche Expertise.
GOÄ 3823.H2 in der Praxis: Diagnostik des Sjögren-Syndroms
In der klinischen Praxis wird die Bestimmung von Antikörpern gegen Speichelgangepithel vor allem bei Verdacht auf ein Sjögren-Syndrom eingesetzt. Diese chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung betrifft primär die exokrinen Drüsen, insbesondere die Speichel- und Tränendrüsen. Die Patienten leiden häufig unter ausgeprägter Mund- und Augentrockenheit, dem sogenannten Sicca-Syndrom.
Der Nachweis dieser spezifischen Autoantikörper stützt die klinische Diagnose maßgeblich. Die Abgrenzung zu anderen rheumatischen Erkrankungen wird dadurch erleichtert. Die Ziffer kommt daher häufig in der Rheumatologie, Immunologie oder Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde zur Anwendung.
Tipp: Kombinieren Sie die Diagnostik bei Verdacht auf Sjögren-Syndrom frühzeitig mit der Bestimmung von SSA- und SSB-Antikörpern, um ein vollständiges immunologisches Profil zu erhalten.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 3823.H2
Fallbeispiel 1: Verdacht auf primäres Sjögren-Syndrom
Eine Patientin stellt sich mit anhaltender Mundtrockenheit und brennenden Augen vor. Zur differentialdiagnostischen Abklärung veranlasst der Arzt eine immunologische Stufendiagnostik. Der Nachweis von Antikörpern gegen Speichelgangepithel mittels qualitativer Immunfluoreszenz sichert den Verdacht. Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 3823.H2 zum Regelsatz.
Fallbeispiel 2: Abklärung einer rezidivierenden Parotitis
Ein Patient leidet unter wiederkehrenden, schmerzhaften Schwellungen der Ohrspeicheldrüse ohne infektiöse Ursache. Zum Ausschluss einer autoimmunen Sialadenitis wird das Serum auf spezifische Autoantikörper untersucht. Die Bestimmung der Speichelgangepithel-Antikörper erfolgt über die GOÄ 3823.H2. Die Dokumentation weist die Indikationsstellung und das qualitative Ergebnis lückenlos aus.
Fallbeispiel 3: Verlaufskontrolle bei sekundärem Sjögren-Syndrom
Bei einer Patientin mit bekannter rheumatoider Arthritis verschlechtern sich die Sicca-Symptome. Es besteht der Verdacht auf ein sekundäres Sjögren-Syndrom. Die Bestimmung der Autoantikörper gegen Speichelgangepithel wird zur Bestätigung durchgeführt. Die Abrechnung erfolgt korrekt über die Ziffer 3823.H2 unter Angabe des spezifischen Parameters auf der Liquidation.
Häufige Fehler bei der GOÄ 3823.H2: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 3823.H2 ist das Übersehen von Ausschlussziffern. Die Ziffer darf explizit nicht neben der GOÄ-Ziffer 3852 abgerechnet werden. Die Ziffer 3852 betrifft ebenfalls qualitative oder quantitative Immunfluoreszenztests je Antigen, weshalb hier eine Doppelabrechnung vermieden werden muss.
Zudem beanstanden private Krankenversicherungen und Beihilfestellen regelmäßig das Fehlen der Parameterangabe auf der Rechnung. Der Text "Speichelgangepithel-Antikörper" muss zwingend auf dem Beleg erscheinen. Fehlt dieser Zusatz, wird die Erstattung oft verweigert.
Achtung: Achten Sie darauf, dass bei der Durchführung mehrerer Immunfluoreszenztests am selben Tag die Ausschlusskriterien der GOÄ strikt eingehalten werden, um Honorarkürzungen zu vermeiden.
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Dokumentation der GOÄ 3823.H2: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose und präzise Dokumentation ist das Fundament jeder erfolgreichen GOÄ-Abrechnung. In der Patientenakte müssen die medizinische Indikation, die Entnahme der Blutprobe sowie das konkrete Laborverfahren dokumentiert sein. Auch das qualitative Ergebnis inklusive der Titerstufen gehört in den Befundbericht.
Für die Abrechnung ist es ratsam, das Laborblatt direkt mit der Akte zu verknüpfen. Dies erleichtert den Nachweis im Falle einer Wirtschaftlichkeitsprüfung oder bei Rückfragen der privaten Krankenversicherung.
Dokumentation: Verdacht auf Sjögren-Syndrom bei ausgeprägter Xerostomie. Blutentnahme erfolgt. Qualitativer Nachweis von Antikörpern gegen Speichelgangepithel mittels IFT (bis zu zwei Titerstufen): Befund positiv. Parameter auf Rechnung ausgewiesen.
GOÄ 3823.H2: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da es sich bei der GOÄ 3823.H2 um eine Leistung des Abschnitts M (Laboratoriumsuntersuchungen) handelt, liegt der Regelhöchstsatz beim 1,15-fachen Satz. Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,3 ist nur unter Angabe einer besonderen medizinischen Begründung zulässig. Typische Begründungen sind ein ungewöhnlich hoher Zeitaufwand bei der Probenaufbereitung oder schwierige Serumverhältnisse.
Typische Ziffernkombinationen
In der Praxis wird die GOÄ 3823.H2 häufig mit anderen diagnostischen Leistungen kombiniert. Zulässig ist die Kombination mit der Blutentnahme nach GOÄ-Ziffer 250 sowie mit anderen laborchemischen Basisparametern. Wichtig bleibt auch hier, dass keine Ziffern aus dem Ausschlussbereich der Ziffer 3852 zeitgleich für dieselbe Fragestellung angesetzt werden.
Ziffer 3823.H2 in der neuen GOÄ
Die Ziffer 3823.H2 (Untersuchung auf Antikörper mittels qualitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (bis zu zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Speichelgangepithel) findet ihre Entsprechung in der neuen GOÄ unter Nummer 11163: Speichelgang/Epithel, IFT qualitativ Autoantikörpernachweis. Der Festpreis liegt bei 25,63 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 19,43 €).
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 3823.H2
Was hat nicht gestimmt?