Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4033
Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve -Untersuchungen mit ähnlichem methodischen Aufwand
Die GOÄ-Ziffer 4033 beschreibt eine zentrale Leistung im Bereich der speziellen Laboratoriumsuntersuchungen (Abschnitt M III der Gebührenordnung für Ärzte). Diese Ziffer deckt die quantitative Bestimmung von Hormonen ab, die mittels eines Ligandenassays durchgeführt wird. Ein wesentlicher Aspekt dieser Leistungsbeschreibung ist, dass eine eventuell erforderliche Doppelbestimmung sowie das Erstellen einer aktuellen Bezugskurve bereits mit der Gebühr abgegolten sind.
Zusätzlich legt die Leistungsbeschreibung fest, dass auch Untersuchungen mit einem ähnlichen methodischen Aufwand über diese Ziffer abgerechnet werden können. Eine wichtige formale Vorgabe für die Rechnungsstellung lautet, dass die konkret untersuchten Parameter zwingend in der Liquidation einzeln aufzuführen sind.
GOÄ 4033 in der Praxis: Indikationen und klinische Anwendung
In der täglichen Praxis findet die GOÄ-Ziffer 4033 vor allem bei der Diagnostik und Verlaufskontrolle von endokrinologischen Erkrankungen Anwendung. Typische Indikationen umfassen die Abklärung von Schilddrüsenfunktionsstörungen, Erkrankungen der Nebennierenrinde sowie Störungen der Gonadenfunktion. Durch die hohe Spezifität und Sensitivität von Ligandenassays lassen sich selbst geringste Hormonkonzentrationen im Serum oder Plasma präzise bestimmen.
Häufige Parameter, die unter diese Ziffer fallen, sind das Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH), freies Trijodthyronin (fT3), freies Thyroxin (fT4) sowie Cortisol, Progesteron oder Testosteron. Die Ziffer ist somit ein unverzichtbares Werkzeug für Allgemeinmediziner, Internisten, Gynäkologen und Urologen bei der hormonellen Statuserhebung.
Tipp: Bei der Abrechnung mehrerer unterschiedlicher Hormone am selben Tag sollte jeder Parameter als eigene Zeile mit der Ziffer 4033 und der jeweiligen Bezeichnung auf der Rechnung ausgewiesen werden, um Rückfragen der Kostenträger zu vermeiden.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4033
Fallbeispiel 1: Diagnostik einer Schilddrüsenunterfunktion
Eine Patientin stellt sich mit Müdigkeit, Gewichtszunahme und Kälteempfindlichkeit vor. Zum Ausschluss einer Hypothyreose veranlasst die Praxis die Bestimmung von TSH und freiem T4 (fT4) mittels Ligandenassay im praxiseigenen Labor.
Die Abrechnung erfolgt durch den zweifachen Ansatz der GOÄ-Ziffer 4033. Auf der Rechnung werden die Parameter "TSH" und "fT4" separat ausgewiesen, was zu einem Gesamthonorar von zweimal 16,76 € (beim 1,15-fachen Regelsatz) führt.
Fallbeispiel 2: Abklärung eines Cushing-Syndroms
Bei einem Patienten besteht der Verdacht auf ein Cushing-Syndrom aufgrund von Stammfettsucht und Hypertonie. Es wird eine Bestimmung des morgendlichen Serum-Cortisols mittels Ligandenassay durchgeführt.
Die erbrachte Laborleistung wird mit der GOÄ-Ziffer 4033 abgerechnet. In der Rechnung wird der Parameter "Cortisol" explizit angegeben, um die Transparenz der Liquidation zu gewährleisten.
Fallbeispiel 3: Zyklusstörungen bei einer Patientin
Eine junge Patientin klagt über unregelmäßige Menstruationszyklen. Zur hormonellen Abklärung wird eine Blutprobe entnommen, um die Konzentrationen von Progesteron und Östradiol zu bestimmen.
Beide Hormonbestimmungen werden jeweils über die GOÄ-Ziffer 4033 liquidiert. Die Rechnung führt die Parameter "Progesteron" und "Östradiol" getrennt auf, sodass die Leistung zweifach berechnet werden kann.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4033: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4033 ist das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Liquidation. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen weisen Rechnungen regelmäßig zurück, wenn lediglich die Ziffer ohne den Zusatz des untersuchten Hormons (z. B. "TSH") aufgeführt ist.
Zudem darf die Ziffer nicht für Doppelbestimmungen desselben Parameters zur Qualitätssicherung mehrfach berechnet werden. Die Leistungsbeschreibung schließt die Doppelbestimmung explizit ein, sodass ein zweifacher Ansatz nur bei der Untersuchung unterschiedlicher Analyten zulässig ist.
Achtung: Es ist darauf zu achten, dass bei der Einsendung von Proben an ein Fremdlabor die Abrechnung nicht fälschlicherweise durch die eigene Praxis erfolgt, wenn das Labor die Leistung direkt mit dem Patienten liquidiert.
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Dokumentation der GOÄ 4033: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament einer erfolgreichen Abrechnung und schützt vor Honorarrückforderungen. In der Patientenakte müssen die medizinische Indikation für die Hormonanalyse, der Zeitpunkt der Blutentnahme sowie die Laborergebnisse detailliert festgehalten werden.
Besonders bei Hormonen mit zirkadianer Rhythmik, wie beispielsweise Cortisol, ist die exakte Uhrzeit der Probenentnahme zu dokumentieren. Auch die Kalibrierungsdaten und Qualitätskontrollen des Analysegeräts sollten im Praxis-Qualitätsmanagement archiviert werden.
Dokumentation: "Indikation: V. a. Hypothyreose bei chronischer Müdigkeit. Blutentnahme am 15.10. um 08:30 Uhr. Bestimmung von TSH mittels Ligandenassay. Ergebnis: TSH 4,2 mU/l. Dokumentiert im Laborbuch unter ID 9876."
GOÄ 4033: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Laborleistungen des Abschnitts M III besitzen einen eingeschränkten Gebührenrahmen, der standardmäßig mit dem 1,15-fachen Satz (Regelhöchstsatz) bemessen ist. Eine Steigerung bis zum 1,3-fachen Höchstsatz ist nur in seltenen, medizinisch begründeten Ausnahmefällen möglich. Gründe hierfür können extreme Schwierigkeiten bei der Probenaufbereitung oder unvorhergesehene Störfaktoren in der Probenmatrix sein, die einen deutlich erhöhten Zeitaufwand verursachten.
Typische Ziffernkombinationen
Die GOÄ-Ziffer 4033 wird häufig mit der Ziffer für die Blutentnahme (GOÄ-Ziffer 250) kombiniert. Auch die Kombination mit Beratungsleistungen (z. B. GOÄ-Ziffer 1 oder 3) im Rahmen der Befundbesprechung ist üblich, sofern diese an separaten Terminen oder unter Beachtung der jeweiligen Ausschlusskriterien erbracht werden. Eine gleichzeitige Abrechnung von Ziffern des Speziallabors mit Basislaborwerten ist unter Berücksichtigung der Höchstwertregelungen nach Abschnitt M zu prüfen.
Ziffer 4033 in der neuen GOÄ
Die Sammelziffer für Ligandenassay-Hormonbestimmungen mit ähnlichem methodischem Aufwand entfällt als eigenständige Auffangziffer in der neuen GOÄ. Die bisherigen analogen Hormonparameter haben eigene Einzelziffern erhalten — die anzusetzende Ziffer richtet sich nach dem tatsächlich bestimmten Parameter:
- 11981 Adiponektin — Risikoabklärung Adipositas für Typ-2-Diabetes, KHK (25,74 €)
- 11985 Androstandiol-Glukuronid — Abklärung weiblicher Androgenhaushalt (27,82 €)
- 11987 Anti-Müller-Hormon (AMH) — Abklärung weibliche Sterilität (24,68 €)
Heute liegt der 2,3-fache Satz bei 16,76 €. Für Parameter ohne spezifische neue Einzelziffer sieht der Entwurf keinen generischen Nachfolger vor. Die Dokumentation des tatsächlich bestimmten Hormons ist unabdingbar.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4033
Was hat nicht gestimmt?