GOÄ 4033: Hormonbestimmung richtig abrechnen

5 Min. Lesezeit
GOÄ 4033
Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve -Untersuchungen mit ähnlichem methodischen Aufwand
Punktzahl 250  
Einfachsatz 14,57 € 1,0x
Regelhöchstsatz 16,76 € 1,1x
Höchstsatz 18,94 € 1,3x

Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4033

Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve -Untersuchungen mit ähnlichem methodischen Aufwand

Die GOÄ-Ziffer 4033 beschreibt eine zentrale Leistung im Bereich der speziellen Laboratoriumsuntersuchungen (Abschnitt M III der Gebührenordnung für Ärzte). Diese Ziffer deckt die quantitative Bestimmung von Hormonen ab, die mittels eines Ligandenassays durchgeführt wird. Ein wesentlicher Aspekt dieser Leistungsbeschreibung ist, dass eine eventuell erforderliche Doppelbestimmung sowie das Erstellen einer aktuellen Bezugskurve bereits mit der Gebühr abgegolten sind.

Zusätzlich legt die Leistungsbeschreibung fest, dass auch Untersuchungen mit einem ähnlichen methodischen Aufwand über diese Ziffer abgerechnet werden können. Eine wichtige formale Vorgabe für die Rechnungsstellung lautet, dass die konkret untersuchten Parameter zwingend in der Liquidation einzeln aufzuführen sind.

GOÄ 4033 in der Praxis: Indikationen und klinische Anwendung

In der täglichen Praxis findet die GOÄ-Ziffer 4033 vor allem bei der Diagnostik und Verlaufskontrolle von endokrinologischen Erkrankungen Anwendung. Typische Indikationen umfassen die Abklärung von Schilddrüsenfunktionsstörungen, Erkrankungen der Nebennierenrinde sowie Störungen der Gonadenfunktion. Durch die hohe Spezifität und Sensitivität von Ligandenassays lassen sich selbst geringste Hormonkonzentrationen im Serum oder Plasma präzise bestimmen.

Häufige Parameter, die unter diese Ziffer fallen, sind das Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH), freies Trijodthyronin (fT3), freies Thyroxin (fT4) sowie Cortisol, Progesteron oder Testosteron. Die Ziffer ist somit ein unverzichtbares Werkzeug für Allgemeinmediziner, Internisten, Gynäkologen und Urologen bei der hormonellen Statuserhebung.

Tipp: Bei der Abrechnung mehrerer unterschiedlicher Hormone am selben Tag sollte jeder Parameter als eigene Zeile mit der Ziffer 4033 und der jeweiligen Bezeichnung auf der Rechnung ausgewiesen werden, um Rückfragen der Kostenträger zu vermeiden.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4033

Fallbeispiel 1: Diagnostik einer Schilddrüsenunterfunktion

Eine Patientin stellt sich mit Müdigkeit, Gewichtszunahme und Kälteempfindlichkeit vor. Zum Ausschluss einer Hypothyreose veranlasst die Praxis die Bestimmung von TSH und freiem T4 (fT4) mittels Ligandenassay im praxiseigenen Labor.

Die Abrechnung erfolgt durch den zweifachen Ansatz der GOÄ-Ziffer 4033. Auf der Rechnung werden die Parameter "TSH" und "fT4" separat ausgewiesen, was zu einem Gesamthonorar von zweimal 16,76 € (beim 1,15-fachen Regelsatz) führt.

Fallbeispiel 2: Abklärung eines Cushing-Syndroms

Bei einem Patienten besteht der Verdacht auf ein Cushing-Syndrom aufgrund von Stammfettsucht und Hypertonie. Es wird eine Bestimmung des morgendlichen Serum-Cortisols mittels Ligandenassay durchgeführt.

Die erbrachte Laborleistung wird mit der GOÄ-Ziffer 4033 abgerechnet. In der Rechnung wird der Parameter "Cortisol" explizit angegeben, um die Transparenz der Liquidation zu gewährleisten.

Fallbeispiel 3: Zyklusstörungen bei einer Patientin

Eine junge Patientin klagt über unregelmäßige Menstruationszyklen. Zur hormonellen Abklärung wird eine Blutprobe entnommen, um die Konzentrationen von Progesteron und Östradiol zu bestimmen.

Beide Hormonbestimmungen werden jeweils über die GOÄ-Ziffer 4033 liquidiert. Die Rechnung führt die Parameter "Progesteron" und "Östradiol" getrennt auf, sodass die Leistung zweifach berechnet werden kann.

Häufige Fehler bei der GOÄ 4033: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4033 ist das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Liquidation. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen weisen Rechnungen regelmäßig zurück, wenn lediglich die Ziffer ohne den Zusatz des untersuchten Hormons (z. B. "TSH") aufgeführt ist.

Zudem darf die Ziffer nicht für Doppelbestimmungen desselben Parameters zur Qualitätssicherung mehrfach berechnet werden. Die Leistungsbeschreibung schließt die Doppelbestimmung explizit ein, sodass ein zweifacher Ansatz nur bei der Untersuchung unterschiedlicher Analyten zulässig ist.

Achtung: Es ist darauf zu achten, dass bei der Einsendung von Proben an ein Fremdlabor die Abrechnung nicht fälschlicherweise durch die eigene Praxis erfolgt, wenn das Labor die Leistung direkt mit dem Patienten liquidiert.

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Dokumentation der GOÄ 4033: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament einer erfolgreichen Abrechnung und schützt vor Honorarrückforderungen. In der Patientenakte müssen die medizinische Indikation für die Hormonanalyse, der Zeitpunkt der Blutentnahme sowie die Laborergebnisse detailliert festgehalten werden.

Besonders bei Hormonen mit zirkadianer Rhythmik, wie beispielsweise Cortisol, ist die exakte Uhrzeit der Probenentnahme zu dokumentieren. Auch die Kalibrierungsdaten und Qualitätskontrollen des Analysegeräts sollten im Praxis-Qualitätsmanagement archiviert werden.

Dokumentation: "Indikation: V. a. Hypothyreose bei chronischer Müdigkeit. Blutentnahme am 15.10. um 08:30 Uhr. Bestimmung von TSH mittels Ligandenassay. Ergebnis: TSH 4,2 mU/l. Dokumentiert im Laborbuch unter ID 9876."

GOÄ 4033: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Laborleistungen des Abschnitts M III besitzen einen eingeschränkten Gebührenrahmen, der standardmäßig mit dem 1,15-fachen Satz (Regelhöchstsatz) bemessen ist. Eine Steigerung bis zum 1,3-fachen Höchstsatz ist nur in seltenen, medizinisch begründeten Ausnahmefällen möglich. Gründe hierfür können extreme Schwierigkeiten bei der Probenaufbereitung oder unvorhergesehene Störfaktoren in der Probenmatrix sein, die einen deutlich erhöhten Zeitaufwand verursachten.

Typische Ziffernkombinationen

Die GOÄ-Ziffer 4033 wird häufig mit der Ziffer für die Blutentnahme (GOÄ-Ziffer 250) kombiniert. Auch die Kombination mit Beratungsleistungen (z. B. GOÄ-Ziffer 1 oder 3) im Rahmen der Befundbesprechung ist üblich, sofern diese an separaten Terminen oder unter Beachtung der jeweiligen Ausschlusskriterien erbracht werden. Eine gleichzeitige Abrechnung von Ziffern des Speziallabors mit Basislaborwerten ist unter Berücksichtigung der Höchstwertregelungen nach Abschnitt M zu prüfen.

Ziffer 4033 in der neuen GOÄ

Die Sammelziffer für Ligandenassay-Hormonbestimmungen mit ähnlichem methodischem Aufwand entfällt als eigenständige Auffangziffer in der neuen GOÄ. Die bisherigen analogen Hormonparameter haben eigene Einzelziffern erhalten — die anzusetzende Ziffer richtet sich nach dem tatsächlich bestimmten Parameter:

  • 11981 Adiponektin — Risikoabklärung Adipositas für Typ-2-Diabetes, KHK (25,74 €)
  • 11985 Androstandiol-Glukuronid — Abklärung weiblicher Androgenhaushalt (27,82 €)
  • 11987 Anti-Müller-Hormon (AMH) — Abklärung weibliche Sterilität (24,68 €)

Heute liegt der 2,3-fache Satz bei 16,76 €. Für Parameter ohne spezifische neue Einzelziffer sieht der Entwurf keinen generischen Nachfolger vor. Die Dokumentation des tatsächlich bestimmten Hormons ist unabdingbar.

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4033

Die GOÄ-Ziffer 4033 wird im Einfachsatz (1,0-fach) mit 14,57 € vergütet. Der Regelhöchstsatz (1,15-fach) beträgt 16,76 €, während der Höchstsatz (1,3-fach) bei 18,94 € liegt. Höhere Sätze sind bei Laborleistungen im Abschnitt M III nur unter strengen Voraussetzungen begründbar.
Unter die GOÄ-Ziffer 4033 fallen verschiedene Hormonbestimmungen mittels Ligandenassay wie beispielsweise TSH, freies T3, freies T4 oder Cortisol. Auch andere Untersuchungen mit ähnlichem methodischen Aufwand können hierunter berechnet werden. Wichtig ist, dass der konkret untersuchte Parameter stets auf der Rechnung angegeben werden muss.
Ja, die GOÄ-Ziffer 4033 darf für unterschiedliche Hormonparameter am selben Tag mehrfach abgerechnet werden. Voraussetzung hierfür ist, dass es sich um verschiedene Analyten handelt, die jeweils getrennt bestimmt wurden. Die jeweiligen Parameter müssen zur Transparenz einzeln auf der Liquidation aufgeführt sein.
Die GOÄ 4033 kann nicht neben anderen Ziffern für dieselbe Bestimmung aus demselben Probenmaterial berechnet werden, wenn diese bereits die methodische Leistung abdecken. Zudem sind die allgemeinen Bestimmungen des Abschnitts M (Laboratoriumsuntersuchungen) zu beachten, insbesondere bezüglich der Höchstwertregelungen und des Wirtschaftlichkeitsgebots.
Eine Steigerung über den Regelhöchstsatz von 1,15-fach bis zum Höchstsatz von 1,3-fach erfordert eine medizinische Begründung. Typische Gründe sind ein außergewöhnlicher methodischer Aufwand bei schwierigen Probenmatrizes oder extreme logistische Herausforderungen bei der Probenaufbereitung. Die Begründung muss patientenbezogen und für den Laien verständlich formuliert sein.
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Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine rechtsverbindliche Auskunft, Rechtsberatung oder Abrechnungsberatung dar. Die Doctario GmbH übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Nutzung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung.

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