Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4035
Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve - 17-Alpha-Hydroxyprogesteron
Die GOÄ-Ziffer 4035 beschreibt eine hochspezifische Laborleistung aus dem Bereich der Endokrinologie. Die Untersuchung basiert auf einem Ligandenassay, welcher moderne immunologische Nachweisverfahren wie ELISA oder RIA umfasst. Die Leistung beinhaltet bereits die Durchführung einer Doppelbestimmung sowie die Erstellung einer aktuellen Bezugskurve zur Qualitätssicherung.
Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die untersuchten Parameter in der Rechnung explizit anzugeben sind. Dies dient der Transparenz und ermöglicht den privaten Krankenversicherungen eine genaue Prüfung der erbrachten Laborleistung.
GOÄ 4035 in der Praxis: Indikationen und klinischer Nutzen
Die Bestimmung von 17-Alpha-Hydroxyprogesteron ist ein zentraler Baustein in der endokrinologischen Diagnostik. Der wichtigste klinische Anwendungsbereich ist der Verdacht auf ein Adrenogenitales Syndrom (AGS), insbesondere die spät manifestierende Form. Diese Erkrankung beruht meist auf einem Mangel des Enzyms 21-Hydroxylase, was zu einer Akkumulation führt.
Darüber hinaus wird die Ziffer 4035 bei Frauen mit Symptomen eines Hyperandrogenismus wie Hirsutismus, Akne oder Zyklusstörungen eingesetzt. Auch im Rahmen der Abklärung eines polyzystischen Ovarsyndroms ist die Abgrenzung zu einem Late-Onset-AGS mittels dieser Hormonbestimmung essenziell.
Tipp: Bei Frauen im gebärfähigen Alter sollte die Blutentnahme idealerweise in der frühen Follikelphase erfolgen, um zyklusbedingte Schwankungen des Progesteronvorläufers korrekt interpretieren zu können.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4035
Fallbeispiel 1: Verdacht auf Late-Onset-AGS
Eine Patientin stellt sich mit zunehmendem Hirsutismus und Oligomenorrhoe vor. Zum Ausschluss eines Late-Onset-AGS veranlasst die Praxis die Bestimmung von 17-Alpha-Hydroxyprogesteron im Serum.
Die Abrechnung erfolgt mit der GOÄ-Ziffer 4035 zum Regelsatz. Auf der Rechnung wird der Parameter 17-Alpha-Hydroxyprogesteron ausgewiesen.
Fallbeispiel 2: Verlaufskontrolle bei bekanntem AGS
Ein Patient mit bekanntem klassischen Adrenogenitalen Syndrom unter Substitutionstherapie stellt sich zur Routinekontrolle vor. Zur Überprüfung der therapeutischen Einstellung wird das 17-OHP bestimmt.
Die Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4035 erfolgt hierbei neben der Bestimmung von Cortisol zur umfassenden Beurteilung der Stoffwechsellage. Beide Hormonanalysen sind nebeneinander berechnungsfähig.
Fallbeispiel 3: Abklärung einer Nebennierenraumforderung
Bei einem Patienten wird sonographisch ein Nebennierenadenom festgestellt. Zur hormonellen Inaktivitätsprüfung wird unter anderem 17-Alpha-Hydroxyprogesteron angefordert.
Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ-Ziffer 4035. Da es sich um eine komplexe differentialdiagnostische Abklärung handelt, wird der Befund detailliert in der Patientenakte dokumentiert.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4035: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4035 ist das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Liquidation. Private Krankenversicherungen weisen Rechnungen regelmäßig zurück, wenn lediglich die Ziffer ohne den Text aufgeführt ist.
Ein weiterer Stolperstein betrifft die Mehrfachabrechnung. Die Bestimmung desselben Parameters aus derselben Probe darf am selben Tag nicht mehrfach berechnet werden, da die Doppelbestimmung bereits im Leistungstext enthalten ist.
Achtung: Die Abrechnung von Laborleistungen des Abschnitts M unterliegt strengen Höchstwertregelungen. Werden in einer Sitzung mehrere Hormone bestimmt, müssen die laborspezifischen Höchstwerte beachtet werden, um Honorarkürzungen zu vermeiden.
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Dokumentation der GOÄ 4035: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament einer erfolgreichen Abrechnung und schützt vor Regressen. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation, der Zeitpunkt der Blutentnahme sowie das Laborergebnis dokumentiert werden.
Falls die Analyse in einer externen Laborgemeinschaft oder einem Fachlabor durchgeführt wurde, muss dies ebenfalls klar aus den Unterlagen hervorgehen. Die Zuordnung des Befundes zum jeweiligen Patienten muss jederzeit nachvollziehbar sein.
Dokumentation: Verdacht auf Late-Onset-AGS bei Hirsutismus. Blutentnahme am 4. Zyklustag um 08:30 Uhr. Anforderung 17-OHP (GOÄ 4035). Befund: 1,2 ng/ml.
GOÄ 4035: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da die GOÄ-Ziffer 4035 zum Abschnitt M gehört, ist der Steigerungssatz gesetzlich eingeschränkt. Der Regelhöchstsatz liegt bei 1,15-fach, der maximale Steigerungssatz bei 1,3-fach. Eine Steigerung über den Faktor 1,15 hinaus erfordert eine medizinische Begründung.
Gründe für eine Steigerung auf den 1,3-fachen Satz können beispielsweise schwierige Probenaufbereitungen bei stark lipämischem Serum oder eine extrem dringliche Notfallanalytik außerhalb der regulären Arbeitszeiten sein.
Typische Ziffernkombinationen
In der endokrinologischen Praxis wird die GOÄ 4035 selten isoliert eingesetzt. Häufige und zulässige Kombinationen umfassen die Bestimmung weiterer Steroidhormone. Typische Begleitziffern sind die GOÄ 4024 für Cortisol und die GOÄ 4038 für Testosteron.
Auch die Kombination mit der GOÄ 4026 für DHEA-Sulfat ist bei der Abklärung einer androgenen Symptomatik medizinisch sinnvoll und abrechnungstechnisch vollkommen zulässig, sofern die medizinische Notwendigkeit gegeben ist.
Ziffer 4035 in der neuen GOÄ
Die 17-Alpha-Hydroxyprogesteron-Bestimmung mittels Ligandenassay wird zur neuen Nummer 12006 — „17α-Hydroxyprogesteron" — mit 15,09 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 23,46 €). Die neue Legende nennt Serum oder Plasma; keine Indikationseinschränkung.
\nStand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4035
Was hat nicht gestimmt?