GOÄ 4026: LH-Bestimmung korrekt abrechnen – Tipps & Fehler

5 Min. Lesezeit
GOÄ 4026
Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve -Luteotropin (LH, luteinisierendes Hormon)
Punktzahl 250  
Einfachsatz 14,57 € 1,0x
Regelhöchstsatz 16,76 € 1,1x
Höchstsatz 18,94 € 1,3x

Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4026

Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve - Luteotropin (LH, luteinisierendes Hormon)

Die GOÄ-Ziffer 4026 beschreibt eine spezialisierte Laborleistung zur quantitativen Bestimmung des luteinisierenden Hormons (LH) im Serum oder Plasma. Diese Analyse erfolgt mittels eines modernen Ligandenassays, welcher eine hohe Spezifität und Sensitivität gewährleistet. Die Methode umfasst alle notwendigen Schritte zur präzisen Messung des Hormonspiegels.

In der Leistungsbeschreibung ist explizit verankert, dass eine eventuelle Doppelbestimmung sowie die Erstellung einer aktuellen Bezugskurve bereits mit der Gebühr abgegolten sind. Diese Teilschritte dürfen daher nicht separat berechnet werden. Zudem ist die Angabe des untersuchten Parameters auf der Rechnung zwingend vorgeschrieben.

GOÄ 4026 in der Praxis: Indikationen und klinischer Einsatz

Die Bestimmung von Luteotropin ist ein zentraler Bestandteil der endokrinologischen Diagnostik. In der gynäkologischen Praxis wird die Ziffer besonders häufig bei der Abklärung von Zyklusstörungen, Amenorrhoe oder im Rahmen der Sterilitätsdiagnostik eingesetzt. Auch zur Überwachung einer kontrollierten ovariellen Hyperstimulation ist der Parameter essenziell.

Bei männlichen Patienten dient die Bestimmung von LH der Differenzierung zwischen primärem und sekundärem Hypogonadismus. In der Pädiatrie hilft die Ziffer 4026 bei der Abklärung einer Pubertas praecox oder Pubertas tarda. Die präzise Erfassung dieses Gonadotropins ermöglicht eine fundierte therapeutische Entscheidung.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4026

Fallbeispiel 1: Abklärung einer primären Sterilität

Eine 29-jährige Patientin stellt sich mit unerfülltem Kinderwunsch vor. Zur hormonellen Basisdiagnostik erfolgt eine Blutentnahme am dritten Zyklustag. Bestimmt werden LH, FSH und Estradiol.

Die Abrechnung erfolgt durch den Ansatz der GOÄ 4026 für LH, der GOÄ 4024 für FSH sowie der GOÄ 4020 für Estradiol. Alle Parameter werden auf der Rechnung einzeln ausgewiesen. Diese Kombination ist medizinisch begründet und vollumfänglich erstattungsfähig.

Fallbeispiel 2: Verdacht auf beginnende Menopause

Eine 48-jährige Patientin klagt über unregelmäßige Zyklen und typische klimakterische Beschwerden wie Hitzewallungen. Zur Bestätigung des Verdachts auf ein beginnendes Klimakterium wird eine Hormonanalyse durchgeführt.

Neben der klinischen Untersuchung wird im Labor die Konzentration von LH und FSH gemessen. Der Arzt rechnet hierfür die GOÄ 4026 und die GOÄ 4024 ab. Die Dokumentation der Symptomatik stützt die Indikation für diese Laboruntersuchung.

Fallbeispiel 3: Ausschluss eines Hypogonadismus beim Mann

Ein 55-jähriger Patient stellt sich mit Libidoverlust und chronischer Müdigkeit vor. Zum Ausschluss eines Androgenmangels wird eine umfassende Hormonanalyse veranlasst.

Bestimmt werden Testosteron, LH und FSH. Die Abrechnung umfasst die GOÄ 4026 (LH), die GOÄ 4024 (FSH) sowie die GOÄ 4028 (Testosteron). Die Indikationsstellung wird in der Patientenakte detailliert festgehalten.

Häufige Fehler bei der GOÄ 4026: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 4026 ist das Versäumnis, den konkreten Parameter auf der Liquidation anzugeben. Die GOÄ schreibt vor, dass die untersuchten Parameter in der Rechnung genannt werden müssen. Fehlt die Bezeichnung Luteotropin oder LH, führt dies regelmäßig zu Rückfragen oder Kürzungen durch die Kostenträger.

Zudem versuchen Praxen gelegentlich, die Erstellung der Bezugskurve oder eine Doppelbestimmung als eigene Leistung abzurechnen. Dies ist unzulässig, da diese Schritte bereits in der Leistungsbeschreibung der Ziffer 4026 enthalten sind. Eine Mehrfachabrechnung desselben Parameters am selben Tag ist ebenfalls ausgeschlossen.

Achtung: Die Bestimmung von LH darf nicht mit unspezifischen Suchtests oder Schnelltests verwechselt werden. Die GOÄ 4026 setzt ein quantitatives Laborverfahren mittels Ligandenassay voraus.

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Dokumentation der GOÄ 4026: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament einer erfolgreichen Abrechnung. In der Patientenakte müssen die medizinische Indikation, der Zeitpunkt der Blutentnahme und das exakte Laborergebnis hinterlegt sein. Besonders bei Zyklusanalysen ist die Angabe des Zyklustages für die Interpretation der Werte von großer Bedeutung.

Der Laborbefund muss schriftlich oder elektronisch archiviert werden. Bei externer Vergabe der Leistung muss der Überweisungsschein sowie der Rücklauf des Laborarztes dokumentiert sein. Dies sichert die Praxis bei eventuellen Wirtschaftlichkeitsprüfungen ab.

Dokumentation: Blutentnahme am 3. Zyklustag bei V. a. Ovarialinsuffizienz. Bestimmung von LH (GOÄ 4026) und FSH (GOÄ 4024). Laborbefund LH: 5,2 mIU/ml (Referenzbereich beachtet).

GOÄ 4026: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Da die GOÄ 4026 dem Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen) angehört, unterliegt sie einem eingeschränkten Gebührenrahmen. Der Regelhöchstsatz beträgt das 1,15-fache der Gebühr. Eine Steigerung bis zum 1,3-fachen Höchstsatz ist nur in seltenen, medizinisch begründeten Ausnahmefällen möglich.

Gründe für eine Überschreitung des Regelhöchstsatzes können ein ungewöhnlich hoher analytischer Aufwand oder schwierige Probenbedingungen sein. Diese Begründungen müssen einzelfallbezogen, nachvollziehbar und direkt auf der Rechnung formuliert werden. Allgemeine Floskeln werden von den Prüfstellen meist nicht anerkannt.

Typische Ziffernkombinationen

In der endokrinologischen Praxis wird die GOÄ 4026 selten isoliert angewendet. Häufig erfolgt die Abrechnung in Kombination mit der GOÄ 4024 (FSH) zur Beurteilung der hypophysären Achse. Auch die Kombination mit der GOÄ 4020 (Estradiol) oder der GOÄ 4027 (Prolaktin) ist im klinischen Alltag weit verbreitet.

Tipp: Achten Sie bei der Kombination mehrerer Hormonparameter darauf, dass jeder Parameter eine eigenständige medizinische Fragestellung beantwortet. Dies erleichtert die Argumentation gegenüber den privaten Krankenversicherungen.

Ziffer 4026 in der neuen GOÄ

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Die LH-Bestimmung (Luteotropin, luteinisierendes Hormon) mittels Ligandenassay wird zur neuen Nummer 12011 — „Luteinisierendes Hormon (Lutropin, LH)" — mit 8,78 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 16,76 €). Keine Indikationseinschränkung in der neuen Legende.

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Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4026

Die GOÄ-Ziffer 4026 wird für die quantitative Bestimmung von Luteotropin (LH) mittels Ligandenassay berechnet. Typische Indikationen sind Zyklusstörungen, unerfüllter Kinderwunsch oder der Verdacht auf Hypogonadismus. Die Angabe des untersuchten Parameters auf der Rechnung ist dabei zwingend erforderlich.
Ja, die Bestimmung von LH nach GOÄ 4026 ist neben anderen Hormonanalysen wie FSH (GOÄ 4024) oder Prolaktin (GOÄ 4027) abrechenbar. Jede Ziffer repräsentiert einen eigenständigen Parameter, der separat aufgeführt werden muss. Eine gegenseitige Ausschließung dieser Ziffern besteht im Regelfall nicht.
Für Laborleistungen des Abschnitts M gilt ein reduzierter Gebührenrahmen. Der Regelhöchstsatz liegt bei dem 1,15-fachen Satz, was einem Betrag von 16,76 € entspricht. Ein Abweichen bis zum 1,3-fachen Höchstsatz (18,94 €) erfordert eine besondere, einzelfallbezogene Begründung.
Ja, eine eventuell durchgeführte Doppelbestimmung sowie die Erstellung einer aktuellen Bezugskurve sind mit der Gebühr für die GOÄ 4026 abgegolten. Diese Teilschritte dürfen nicht als eigenständige Leistungen separat in Rechnung gestellt werden. Die Abrechnung erfolgt pauschal über die Ziffer 4026.
Auf der Liquidation muss die Bezeichnung des untersuchten Parameters, in diesem Fall Luteotropin oder LH, explizit angegeben werden. Das Fehlen dieser Angabe kann zu Beanstandungen durch private Krankenversicherungen oder Beihilfestellen führen. Eine präzise Dokumentation im Laborbuch sichert die Abrechnung zusätzlich ab.
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Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine rechtsverbindliche Auskunft, Rechtsberatung oder Abrechnungsberatung dar. Die Doctario GmbH übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Nutzung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung.

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