GOÄ 4038: DHEAS-Abrechnung – Fehler vermeiden & optimieren

5 Min. Lesezeit
GOÄ 4038
Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve -Dehydroepiandrosteronsulfat (DHEAS)
Punktzahl 350  
Einfachsatz 20,40 € 1,0x
Regelhöchstsatz 23,46 € 1,1x
Höchstsatz 26,52 € 1,3x

Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4038

Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve -Dehydroepiandrosteronsulfat (DHEAS)

Die GOÄ-Ziffer 4038 beschreibt die quantitative Bestimmung von Dehydroepiandrosteronsulfat (DHEAS) im Serum mittels eines Ligandenassays. Diese laborchemische Untersuchung ist ein wesentlicher Bestandteil der endokrinologischen Diagnostik. Die Ziffer ist im Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen) unter den Speziallaborleistungen angesiedelt.

In der Leistungsbeschreibung ist explizit verankert, dass sowohl die Doppelbestimmung als auch die Erstellung einer aktuellen Bezugskurve mit der Gebühr abgegolten sind. Eine gesonderte Berechnung dieser Teilschritte ist daher unzulässig. Zudem verlangt die Legende, dass der untersuchte Parameter auf der Liquidation namentlich ausgewiesen wird.

GOÄ 4038 in der Praxis: Diagnostik von Hyperandrogenämie und Nebennierenfunktionsstörungen

Die Bestimmung von DHEAS ist klinisch von hoher Relevanz bei der Abklärung von Androgenisierungserscheinungen bei Frauen. Typische Symptome wie Hirsutismus, Akne oder Alopezie erfordern eine differenzierte hormonelle Abklärung. Da DHEAS fast ausschließlich in der Nebennierenrinde gebildet wird, erlaubt dieser Parameter eine präzise Abgrenzung ovarieller von adrenal bedingten Hyperandrogenämien.

Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist der Verdacht auf Nebennierenrindentumoren oder eine kongenitale Nebennierenrindenhyperplasie (AGS). Auch bei Zyklusstörungen oder unerfülltem Kinderwunsch liefert die Bestimmung wertvolle diagnostische Hinweise. Im Gegensatz zum freien DHEA weist DHEAS aufgrund seiner langen Halbwertszeit keine ausgeprägten tageszeitlichen Schwankungen auf, was die Probenentnahme erleichtert.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4038

Fallbeispiel 1: Abklärung eines polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS)

Eine 26-jährige Patientin stellt sich mit Oligomenorrhö und ausgeprägtem Hirsutismus vor. Zur Differenzialdiagnostik wird ein umfassendes Hormonprofil erstellt, um eine ovarielle von einer adrenalen Ursache abzugrenzen. Neben Testosteron und SHBG wird DHEAS nach GOÄ 4038 bestimmt. Die Abrechnung erfolgt neben den anderen Hormonparametern jeweils zum Regelsatz der Speziallabor-Ziffern.

Fallbeispiel 2: Abklärung eines Nebennieren-Inzidentaloms

Bei einem 52-jährigen Patienten wird im Rahmen einer Abdomen-Sonographie zufällig eine Raumforderung der linken Nebenniere entdeckt. Zur funktionellen Abklärung wird eine endokrine Diagnostik eingeleitet. Die Bestimmung von DHEAS (GOÄ 4038) dient hierbei dem Ausschluss eines androgenproduzierenden Nebennierenrindentumors. Die Abrechnung ist vollumfänglich begründet und wird neben der Cortisolbestimmung liquidiert.

Fallbeispiel 3: Diagnostik bei therapieresistenter Akne

Eine 19-jährige Patientin leidet unter schwerer, therapieresistenter Akne und Haarausfall vom männlichen Typ. Zum Ausschluss einer adrenalen Hyperandrogenämie veranlasst der behandelnde Arzt die Bestimmung von DHEAS. Die Analyse mittels Ligandenassay wird korrekt über die Ziffer 4038 abgerechnet. Dies sichert die präzise diagnostische Einordnung vor Einleitung einer antiandrogenen Therapie.

Häufige Fehler bei der GOÄ 4038: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Abrechnungsfehler liegt im Übersehen der formellen Vorgaben der GOÄ. Die Leistungslegende schreibt zwingend vor, dass der untersuchte Parameter auf der Rechnung namentlich genannt werden muss. Fehlt die Angabe "DHEAS" oder "Dehydroepiandrosteronsulfat", kann die private Krankenversicherung die Erstattung rechtmäßig verweigern.

Ein weiterer kritischer Punkt betrifft den Steigerungssatz. Da es sich bei der GOÄ 4038 um eine Leistung des Speziallabors (Abschnitt M III) handelt, liegt der Regelhöchstsatz bei 1,15 und der maximale Höchstsatz bei 1,3. Eine fälschliche Steigerung auf den klinischen Regelsatz von 2,3 oder den Höchstsatz von 3,5 führt unweigerlich zu Beanstandungen durch die Prüfstellen.

Achtung: Die Abrechnung von Laborleistungen des Abschnitts M ist streng reglementiert. Werden mehrere Parameter aus demselben Probenmaterial bestimmt, müssen eventuelle Höchstgrenzen und Ausschlussbestimmungen für die Kombination von Speziallabor-Ziffern exakt beachtet werden.

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Dokumentation der GOÄ 4038: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament einer erfolgreichen Abrechnung und schützt vor Regressansprüchen. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation sowie der konkrete Laborauftrag unmissverständlich festgehalten werden. Auch der anschließende Laborbefund inklusive der laborspezifischen Referenzbereiche muss dauerhaft archiviert werden.

Besonders wichtig ist die Dokumentation des Entnahmezeitpunkts, auch wenn DHEAS im Vergleich zu anderen Hormonen stabilere Tagesverläufe zeigt. Für die Plausibilität bei Wirtschaftlichkeitsprüfungen ist die Verknüpfung von Symptom und Laboranforderung entscheidend.

Dokumentationsbeispiel:
Verdacht auf adrenale Hyperandrogenämie bei Hirsutismus (FG-Score 12). Blutentnahme um 08:30 Uhr zur Bestimmung von DHEAS (GOÄ 4038), freiem Testosteron und SHBG. Laborbefund archiviert, DHEAS-Wert erhöht (450 µg/dl).

GOÄ 4038: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Die Steigerung der GOÄ-Ziffer 4038 über den Regelhöchstsatz von 1,15 hinaus bis zum Höchstsatz von 1,3 ist nur in begründeten Einzelfällen zulässig. Ein erhöhter Aufwand kann beispielsweise durch schwierige Probenbeschaffenheiten wie stark lipämisches oder hämolytisches Serum entstehen, welches eine aufwendige Vorbereitung erfordert. Die Begründung muss auf der Rechnung patientenbezogen und für den Laien verständlich dargelegt werden.

Typische Ziffernkombinationen

In der endokrinologischen Praxis wird DHEAS selten isoliert bestimmt. Sinnvolle Kombinationen ergeben sich mit anderen Hormonanalysen des Abschnitts M III. Häufig wird die GOÄ 4038 zusammen mit der Bestimmung von Testosteron (GOÄ 4024), Androstendion (GOÄ 4015) oder SHBG (GOÄ 4040) abgerechnet, um einen umfassenden Androgenstatus zu erheben. Auch die Kombination mit Cortisol (GOÄ 4021) zur Beurteilung der Nebennierenrindenfunktion ist gängige Praxis.

Tipp: Achten Sie bei der Kombination mehrerer Hormonparameter darauf, dass die jeweiligen Ziffern nicht durch allgemeine Bestimmungen des Basislabors ausgeschlossen sind. Eine saubere Trennung von Spezial- und Basislabor sichert Ihren Honoraranspruch.

Ziffer 4038 in der neuen GOÄ

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Die DHEAS-Bestimmung mittels Ligandenassay wird zur neuen Nummer 11991 — „Dehydroepiandrosteronsulfat (DHEAS)" — mit 18,29 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 23,46 €). Nicht neben 11990 (DHEA) berechnungsfähig: Bei gleichzeitigem Ansatz von 4037 und 4038 ist in der neuen GOÄ nur einer der beiden Nachfolger berechnungsfähig.

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Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4038

Die Bestimmung nach GOÄ-Ziffer 4038 kostet im Einfachsatz 20,40 € und im Regelhöchstsatz (1,15-fach) 23,46 €. Bei begründetem Mehraufwand kann der Höchstsatz von 1,3-fach berechnet werden, was einem Betrag von 26,52 € entspricht.
Ja, eine Steigerung der GOÄ 4038 ist bis zum Höchstsatz von 1,3-fach möglich. Da es sich um eine Laborleistung des Abschnitts M handelt, ist der Spielraum im Vergleich zu klinischen Leistungen (bis 3,5-fach) jedoch auf maximal 1,3-fach begrenzt. Jede Steigerung über den Regelsatz von 1,15-fach hinaus erfordert eine patientenbezogene Begründung.
Auf der Liquidation muss der konkret untersuchte Parameter namentlich ausgewiesen werden. Für die Ziffer 4038 bedeutet dies, dass die Bezeichnung 'DHEAS' oder 'Dehydroepiandrosteronsulfat' zwingend auf der Rechnung aufgeführt sein muss. Fehlt diese Angabe, ist die Rechnung formal fehlerhaft.
Ja, die Bestimmung von DHEAS kann problemlos neben anderen Hormonparametern wie Testosteron oder Cortisol abgerechnet werden. Es müssen lediglich die allgemeinen Höchstgrenzen und Ausschlussregeln für Laborleistungen des Abschnitts M beachtet werden. Eine Doppelberechnung desselben Parameters aus derselben Probe ist jedoch ausgeschlossen.
Die Bestimmung von DHEAS ist vor allem bei Verdacht auf eine adrenale Hyperandrogenämie, beim polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS) sowie bei Nebennierenrindentumoren indiziert. Auch bei Symptomen wie Hirsutismus, schwerer Akne oder Zyklusstörungen liefert der Wert wichtige diagnostische Hinweise. Da DHEAS fast nur in der Nebennierenrinde gebildet wird, hilft es bei der Differenzierung ovarieller und adrenaler Ursachen.
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