Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4021
Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve - Follitropin (FSH, follikelstimulierendes Hormon)
Die GOÄ-Ziffer 4021 beschreibt eine spezialisierte Laborleistung aus dem Bereich der Hormonanalytik. Die Bestimmung erfolgt mittels eines Ligandenassays, einer hochempfindlichen Methode zur Quantifizierung von Proteinen und Hormonen im Blutserum. In der Leistungsbeschreibung ist explizit verankert, dass eine eventuelle Doppelbestimmung sowie die Erstellung einer aktuellen Bezugskurve bereits mit der Gebühr abgegolten sind.
Ein wesentlicher formaler Aspekt dieser Ziffer ist die Verpflichtung, den untersuchten Parameter auf der Rechnung anzugeben. Ohne den expliziten Hinweis auf "Follitropin" oder "FSH" ist die Abrechnung formal fehlerhaft. Dies dient der Transparenz gegenüber dem Patienten und den privaten Krankenversicherungen.
GOÄ 4021 in der Praxis: Indikationen und klinischer Nutzen von FSH
Die Bestimmung von Follitropin (FSH) ist ein zentraler Baustein in der endokrinologischen Diagnostik. Typische klinische Szenarien umfassen die Abklärung von Fertilitätsstörungen bei Frauen und Männern sowie die Diagnostik von Zyklusstörungen. Auch bei Verdacht auf ein vorzeitiges Einsetzen der Menopause (Klimakterium praecox) liefert der FSH-Wert entscheidende Hinweise.
Bei Männern wird die Ziffer 4021 häufig zur Abklärung einer primären oder sekundären Gonadeninsuffizienz herangezogen. Da FSH die Spermatogenese stimuliert, ist ein veränderter Wert ein wichtiger Indikator für testikuläre Funktionsstörungen. Die Abgrenzung zu anderen hypophysären Hormonen wie LH (GOÄ 4022) ist klinisch essenziell, weshalb diese Parameter oft parallel bestimmt werden.
Tipp: Achten Sie darauf, dass bei einer parallelen Anforderung von FSH und LH beide Ziffern (4021 und 4022) separat aufgeführt und begründet werden, da dies den diagnostischen Standard bei Zyklusstörungen darstellt.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4021
Fallbeispiel 1: Abklärung einer sekundären Amenorrhoe
Eine 28-jährige Patientin stellt sich mit seit sechs Monaten ausbleibender Menstruation vor. Zur differenzialdiagnostischen Abklärung veranlasst die Praxis eine Hormonanalyse. Bestimmt werden FSH, LH und Prolaktin. Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ-Ziffern 4021 (FSH), 4022 (LH) und 4025 (Prolaktin) jeweils zum Regelsatz. Dies stellt eine leitliniengerechte Diagnostik bei einer sekundären Amenorrhoe dar.
Fallbeispiel 2: Diagnostik bei unerfülltem Kinderwunsch
Ein Ehepaar stellt sich wegen eines unerfüllten Kinderwunsches in der Sprechstunde vor. Beim männlichen Partner soll der hormonelle Status überprüft werden. Neben Testosteron wird auch FSH bestimmt, um die Funktion der Hoden und der Hypophyse zu beurteilen. Abgerechnet werden die GOÄ 4021 für FSH und die GOÄ 4026 für Testosteron, was eine gezielte Abklärung bei unerfülltem Kinderwunsch ermöglicht.
Fallbeispiel 3: Verdacht auf Klimakterium praecox
Eine 38-jährige Patientin klagt über Hitzewallungen und unregelmäßige Zyklen. Zum Ausschluss einer vorzeitigen Ovarialinsuffizienz wird FSH bestimmt. Der gemessene Wert ist deutlich erhöht, was den Verdacht bestätigt. Die Abrechnung der GOÄ 4021 erfolgt hierbei mit dem 1,15-fachen Satz, da eine schnelle Differenzierung bei Verdacht auf Klimakterium praecox medizinisch notwendig war.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4021: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 4021 ist das Versäumnis, den konkreten Parameter auf der Liquidation anzugeben. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen kürzen Rechnungen konsequent, wenn lediglich die Ziffernnummer ohne den Text "Follitropin" oder "FSH" aufgeführt ist. Eine präzise Rechnungsschreibung schützt hier vor unnötigen Rückfragen.
Ein weiterer Streitpunkt ist die unzulässige Mehrfachabrechnung der Ziffer am selben Behandlungstag für dieselbe Probe. Die GOÄ 4021 darf pro Untersuchungsgang nur einmal berechnet werden, selbst wenn eine Doppelbestimmung zur Qualitätssicherung durchgeführt wurde. Diese ist, wie im Leistungstext beschrieben, bereits abgegolten.
Achtung: Die Kombination der GOÄ 4021 mit Ziffern des Basislabors für denselben Parameter ist unzulässig. Achten Sie darauf, dass Speziallaborleistungen nicht fälschlicherweise doppelt über verschiedene Abschnitte der GOÄ liquidiert werden.
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Dokumentation der GOÄ 4021: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament einer erfolgreichen Abrechnung. In der Patientenakte muss die spezifische Indikationsstellung für die FSH-Bestimmung klar hervorgehen. Dies umfasst die Dokumentation der Symptome wie Zyklusstörungen, Infertilität oder klimakterische Beschwerden.
Zusätzlich sollten die Laborergebnisse inklusive der Referenzbereiche und der angewandten Methode (Ligandenassay) archiviert werden. Bei einer eventuellen Prüfung durch den Medizinischen Dienst oder private Versicherer dient diese Dokumentation als rechtssicherer Nachweis der medizinischen Notwendigkeit.
Dokumentation: Pat. weiblich, 32 J., V.a. Ovarialinsuffizienz bei Oligomenorrhoe. Blutentnahme zur Bestimmung von FSH (GOÄ 4021) und LH (GOÄ 4022) erfolgt. Laborbefund archiviert.
GOÄ 4021: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Der Gebührenrahmen für Laborleistungen des Abschnitts M ist eingeschränkt. Der Regelhöchstsatz liegt bei 1,15-fach, der Höchstsatz bei 1,3-fach. Eine Überschreitung des Schwellenwertes auf bis zu 1,3-fach ist nur bei Vorliegen besonderer Umstände zulässig. Diese müssen auf der Rechnung verständlich und patientenbezogen begründet werden.
Gründe für eine Steigerungsfähigkeit können beispielsweise schwierige Venenverhältnisse bei der Blutentnahme, eine aufwendige Probenaufbereitung bei lipämischen Seren oder eine dringliche Eilanalytik sein. Allgemeine Floskeln wie "erhöhter Zeitaufwand" reichen als Begründung meist nicht aus.
Typische Ziffernkombinationen
In der gynäkologischen und endokrinologischen Praxis wird die GOÄ 4021 selten isoliert angewendet. Sinnvolle und erlaubte Typische Ziffernkombinationen umfassen weitere Hormonparameter wie LH (GOÄ 4022), Östradiol (GOÄ 4024) oder Prolaktin (GOÄ 4025). Auch die Kombination mit der Blutentnahme nach GOÄ 250 ist am Tag der Probengewinnung regelhaft möglich.
Ziffer 4021 in der neuen GOÄ
Die FSH-Bestimmung (Follitropin) mittels Ligandenassay wird zur neuen Nummer 11997 — „Follikelstimulierendes Hormon (Follitropin, FSH)" — mit 8,79 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 16,76 €). Keine Indikationseinschränkung in der neuen Legende.
\nStand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4021
Was hat nicht gestimmt?