Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4022.H4
Die offizielle Leistungsbeschreibung der GOÄ-Ziffer 4022.H4 lautet im Gebührenverzeichnis wie folgt:
Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve -Freies Trijodthyronin (fT3)
Diese Leistung umfasst die quantitative Bestimmung des freien, biologisch aktiven Anteils des Schilddrüsenhormons Trijodthyronin im Serum. Die Methode des Ligandenassays stellt das technologische Fundament dieser Laboruntersuchung dar. Eventuell erforderliche Doppelbestimmungen sowie die Erstellung einer aktuellen Bezugskurve zur Qualitätssicherung sind mit der Gebühr abgegolten. Eine gesonderte Berechnung dieser Teilschritte ist daher ausgeschlossen.
Als Leistung des Speziallabors erfordert die Abrechnung der Ziffer 4022.H4 die Einhaltung strenger Qualitätsrichtlinien. Die Auswertung erfolgt in der Regel über automatisierte Immunoassay-Systeme. Das Ergebnis liefert essenzielle Daten für die Beurteilung der peripheren Schilddrüsenstoffwechsellage.
GOÄ 4022.H4 in der Praxis: Indikationen und klinischer Nutzen
Die Bestimmung von freiem Trijodthyronin (fT3) ist ein zentraler Baustein der modernen Schilddrüsendiagnostik. Sie wird meist nicht als isolierter Parameter, sondern im Rahmen eines abgestuften Schilddrüsenprofils angefordert. Typischerweise erfolgt die Bestimmung nach einem auffälligen TSH-Wert oder bei konkretem Verdacht auf eine Funktionsstörung.
Klinisch ist die Messung besonders bei der Abklärung einer vermuteten Hyperthyreose von Bedeutung. Auch zur Verlaufskontrolle unter thyreostatischer Therapie liefert der fT3-Wert wertvolle Hinweise auf die Stoffwechsellage. Bei einer latenten Hypothyreose hingegen ist der Nutzen im Vergleich zum fT4-Wert meist nachrangig.
Achtung: Die Bestimmung des freien T3 ist bei Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) diagnostisch oft nicht zielführend, da der Körper den fT3-Spiegel durch verstärkte Konvertierung lange stabil halten kann. Hier ist fT4 der sensitivere Parameter.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4022.H4
Fallbeispiel 1: Verdacht auf T3-Thyreotoxikose
Ein Patient stellt sich mit Tachykardie, Gewichtsverlust und innerer Unruhe vor. Das Labor zeigt ein supprimiertes TSH bei normalem fT4-Wert. Zum Ausschluss einer isolierten T3-Thyreotoxikose wird die Bestimmung von fT3 veranlasst. Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ-Ziffer 4022.H4 neben den Ziffern für TSH und fT4.
Fallbeispiel 2: Verlaufskontrolle unter thyreostatischer Therapie
Bei einer Patientin mit bekannter Hyperthyreose unter Therapie mit Thiamazol ist eine Kontrolle der Stoffwechsellage erforderlich. Zur Dosisanpassung wird das freie T3 bestimmt. Die medizinische Begründung lautet Thyreostatika-Therapie, was die Abrechnung der GOÄ 4022.H4 rechtfertigt.
Fallbeispiel 3: Abklärung einer latenten Hyperthyreose
Ein älterer Patient mit neu aufgetretenem Vorhofflimmern zeigt im Screening einen erniedrigten TSH-Wert. Zur Differenzierung einer latenten Hyperthyreose von einer manifesten Form werden fT3 und fT4 bestimmt. Beide Parameter werden regelkonform nach den entsprechenden GOÄ-Ziffern abgerechnet.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4022.H4: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung betrifft die unvollständige Rechnungslegung. Gemäß den allgemeinen Bestimmungen der GOÄ müssen die untersuchten Parameter zwingend auf der Rechnung namentlich genannt werden. Fehlt die Angabe "fT3" oder "Freies Trijodthyronin", kann die Erstattung verweigert werden.
Ein weiterer Streitpunkt mit privaten Krankenversicherungen ist die parallele Bestimmung von freiem T3 (fT3) und Gesamt-T3. Diese Doppeluntersuchung ist medizinisch fast nie indiziert, da das freie Hormon die klinisch relevante Fraktion darstellt. Prüfstellen fordern hier oft die Einhaltung strenger Ausschlusskriterien ein.
Zudem ist darauf zu achten, dass Laborleistungen des Speziallabors nicht unbegrenzt nebeneinander berechnet werden dürfen, wenn Höchstwertregelungen greifen. Die Ziffer 4022.H4 muss stets im Kontext des gesamten Laborauftrags betrachtet werden.
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Dokumentation der GOÄ 4022.H4: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das beste Schild gegen Honorarkürzungen. In der Patientenakte müssen die spezifische Indikation und der klinische Verdacht klar festgehalten werden. Auch die Interpretation des Laborergebnisses und die daraus resultierende therapeutische Konsequenz gehören in die Akte.
Die Einhaltung der Dokumentationspflicht sichert den Vergütungsanspruch bei nachträglichen Prüfungen. Der Verweis auf ein standardisiertes Schilddrüsenscreening reicht oft nicht aus. Es sollte stets der konkrete Bezug zum individuellen Patienten hergestellt werden.
Dokumentation: V. a. Hyperthyreose bei therapierefraktärer Tachykardie. Blutentnahme zur Bestimmung von fT3 (GOÄ 4022.H4) und fT4. Befund fT3 erhöht bei 5,8 pg/ml. Einleitung einer thyreostatischen Therapie besprochen.
GOÄ 4022.H4: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Der Schwellenwert für Laborleistungen im Speziallabor liegt standardmäßig beim 1,15-fachen Satz. Eine Erhöhung auf den maximalen Steigerungsfaktor von 1,3 ist nur unter Angabe einer patientenbezogenen, medizinischen Begründung möglich. Schwierige Probenaufbereitungen oder bekannte Störfaktoren wie Autoantikörper können eine solche Steigerung rechtfertigen.
Typische Ziffernkombinationen
In der täglichen Praxis wird die GOÄ 4022.H4 sehr häufig mit anderen Ziffern der Schilddrüsendiagnostik kombiniert. Typische Partnerziffern sind die GOÄ 4024.H4 (fT4) und die GOÄ 4030.H4 (TSH). Diese Dreierkombination bildet den Standard zur umfassenden Beurteilung der Schilddrüsenfunktion ab.
Tipp: Achten Sie bei der Kombination von Schilddrüsenparametern darauf, dass die medizinische Notwendigkeit für jeden einzelnen Parameter aus der Dokumentation hervorgeht, um Rückfragen der Kostenträger zu vermeiden.
Ziffer 4022.H4 in der neuen GOÄ
Die Bestimmung des freien Trijodthyronins (fT3) mittels Ligandenassay wird zur neuen Nummer 11999 — „Freies Trijodthyronin (fT3)" — mit 9,33 € je Bestimmung (heute beim 2,3-fachen Satz: 16,76 €). Die neue Legende spezifiziert das Verfahren als Signal-(Tracer-)verstärkten Immunoassay aus Serum oder Plasma.
\nStand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4022.H4
Was hat nicht gestimmt?