GOÄ 4040: Progesteron richtig abrechnen

4 Min. Lesezeit
GOÄ 4040
Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve -Progesteron
Punktzahl 350  
Einfachsatz 20,40 € 1,0x
Regelhöchstsatz 23,46 € 1,1x
Höchstsatz 26,52 € 1,3x

Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4040

Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve - Progesteron

Die GOÄ-Ziffer 4040 beschreibt die quantitative Bestimmung des Hormons Progesteron im Serum oder Plasma. Diese Analyse erfolgt mittels eines modernen Ligandenassays, wie beispielsweise dem ELISA- oder RIA-Verfahren. Die Leistung umfasst explizit die Durchführung einer Doppelbestimmung sowie die Erstellung einer aktuellen Bezugskurve zur Qualitätssicherung.

Gemäß den allgemeinen Bestimmungen des Abschnitts M müssen die konkret untersuchten Parameter auf der Liquidation einzeln angegeben werden. Eine pauschale Abrechnung ohne Benennung des Analyten ist unzulässig. Die Ziffer ist dem Bereich des Speziallabors (Abschnitt M III) zugeordnet.

GOÄ 4040 in der Praxis: Indikationen und klinischer Nutzen

Die Bestimmung von Progesteron ist ein zentraler Baustein in der gynäkologischen Endokrinologie und Reproduktionsmedizin. Typische klinische Situationen umfassen die Abklärung von Zyklusstörungen oder den Verdacht auf eine Gelbkörperschwäche (Lutealinsuffizienz). Auch im Rahmen der Infertilitätsdiagnostik liefert der Wert entscheidende Hinweise auf den Ovulationserfolg.

Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist die Überwachung einer Frühschwangerschaft bei drohendem Abort. Hierbei hilft der Progesteronspiegel, die hormonelle Stabilität der Schwangerschaft zu beurteilen. Die Abgrenzung zu anderen Hormonziffern erfolgt strikt über den gemessenen Parameter, da für jedes Hormon spezifische Ziffern existieren.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4040

Fallbeispiel 1: Zyklusdiagnostik bei unerfülltem Kinderwunsch

Eine Patientin stellt sich mit primärer Sterilität in der Sprechstunde vor. Zur Überprüfung des Ovulationserfolgs und zum Ausschluss einer Lutealinsuffizienz erfolgt eine Blutentnahme in der mittleren Lutealphase. Die Bestimmung des Progesteronspiegels ist medizinisch indiziert, um die Funktion des Corpus luteum zu beurteilen.

Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 4040 mit dem Regelhöchstsatz von 1,15 (23,46 €).

Fallbeispiel 2: Überwachung einer drohenden Fehlgeburt

Eine Schwangere in der 6. Schwangerschaftswoche klagt über leichte Schmierblutungen. Zur Beurteilung der Schwangerschaftsstabilität wird der Progesteronwert bestimmt, da ein niedriger Wert auf ein erhöhtes Abortrisiko hinweisen kann. Dies ermöglicht eine rechtzeitige therapeutische Progesteronsubstitution.

Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ-Ziffer 4040 zum Regelsatz (23,46 €).

Fallbeispiel 3: Abklärung einer sekundären Amenorrhoe

Eine Patientin leidet seit sechs Monaten unter dem Ausbleiben der Menstruation. Im Rahmen der endokrinologischen Stufendiagnostik wird ein umfassender Hormonstatus erhoben. Die differenzialdiagnostische Abklärung erfordert die quantitative Bestimmung von Progesteron neben anderen Gonadotropinen.

Neben den anderen Hormonparametern wird die GOÄ-Ziffer 4040 regulär in Ansatz gebracht.

Häufige Fehler bei der GOÄ 4040: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Abrechnungsfehler ist das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Rechnung. Die GOÄ schreibt zwingend vor, dass der untersuchte Analyt namentlich genannt werden muss. Fehlt die Angabe Progesteron, kann die Erstattung von privaten Krankenversicherungen verweigert werden.

Ein weiterer Fehler betrifft die fehlerhafte Anwendung des Gebührenrahmens. Da die Ziffer 4040 zum Speziallabor gehört, darf der Steigerungssatz von 1,3 nicht überschritten werden. Eine Steigerung über den Regelsatz von 1,15 hinaus erfordert zudem eine medizinische Begründung.

Achtung: Die Abrechnung der GOÄ 4040 ohne die explizite Nennung des Parameters "Progesteron" auf der Liquidation führt regelmäßig zu Beanstandungen und berechtigten Honorarkürzungen durch private Krankenversicherungen.

Zudem ist eine Mehrfachabrechnung desselben Parameters am selben Tag ohne Angabe von Uhrzeiten unzulässig. Sollte ein Tagesprofil notwendig sein, müssen die Entnahmezeiten präzise dokumentiert und auf der Rechnung ausgewiesen werden.

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Dokumentation der GOÄ 4040: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation ist die beste Absicherung gegen Honorarkürzungen. In der Patientenakte müssen die Indikation, das Datum und die genaue Uhrzeit der Blutentnahme festgehalten werden. Da Progesteron starken zyklischen Schwankungen unterliegt, ist die Angabe des Zyklustages für die Befundinterpretation essenziell.

Auch der Laborauftrag und das quantitative Testergebnis inklusive des herstellerspezifischen Referenzbereichs müssen archiviert werden. Dies sichert die Nachvollziehbarkeit bei Wirtschaftlichkeitsprüfungen.

Dokumentationsbeispiel:
Indikation: V. a. Lutealinsuffizienz bei Zykluslänge von 24 Tagen. Blutentnahme am 21. Zyklustag um 09:00 Uhr. Laborauftrag: Progesteron (GOÄ 4040). Befund: Progesteron 4,2 ng/ml (Referenzbereich Lutealphase: > 10 ng/ml). Beurteilung: V. a. Gelbkörperschwäche erhärtet.

GOÄ 4040: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Der Regelhöchstsatz für die GOÄ 4040 beträgt das 1,15-fache der Gebühr. Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,3 ist bei erschwerenden Faktoren möglich. Solche Faktoren können schwierige Probenbeschaffenheiten wie lipämische oder hämolytische Seren sein, die einen erhöhten Aufbereitungsschwerpunkt erfordern.

Typische Ziffernkombinationen

In der Praxis wird Progesteron selten isoliert bestimmt. Häufig erfolgt die Abrechnung im Rahmen eines endokrinologischen Profils. Sinnvolle Kombinationen umfassen weitere Ligandenassays wie Östradiol (GOÄ 4037), Follikelstimulierendes Hormon (FSH, GOÄ 4024) oder Luteinisierendes Hormon (LH, GOÄ 4028).

Tipp: Bei der Erstellung eines kompletten Hormonstatus im Rahmen der Sterilitätsdiagnostik können die verschiedenen Ligandenassays nebeneinander abgerechnet werden, sofern jeder Parameter separat auf der Rechnung ausgewiesen wird.

Ziffer 4040 in der neuen GOÄ

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Die Progesteron-Bestimmung mittels Ligandenassay wird zur neuen Nummer 12022 — „Progesteron" — mit 11,39 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 23,46 €). Die neue Legende nennt Serum oder Plasma; keine Indikationseinschränkung.

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Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4040

Der Regelhöchstsatz (Schwellenwert) für die GOÄ-Ziffer 4040 liegt beim 1,15-fachen Satz und beträgt 23,46 €. Eine Steigerung bis zum 1,3-fachen Satz (26,52 €) ist nur mit einer patientenspezifischen Begründung zulässig. Der einfache Gebührensatz beträgt 20,40 €.
Die GOÄ-Ziffer 4040 darf am selben Tag grundsätzlich nur einmal pro Parameter berechnet werden. Eine Mehrfachabrechnung ist nur dann zulässig, wenn die Bestimmung im Rahmen eines medizinisch notwendigen Tagesprofils zu unterschiedlichen Uhrzeiten erfolgt. In diesem Fall muss die jeweilige Uhrzeit auf der Rechnung dokumentiert werden.
Auf der Liquidation muss der konkret untersuchte Parameter, in diesem Fall Progesteron, explizit genannt werden. Ohne diese Angabe ist die Rechnung formal fehlerhaft und kann von Kostenträgern beanstandet werden. Die bloße Nennung der Ziffer 4040 reicht nicht aus.
Ja, die GOÄ 4040 kann am selben Tag neben anderen Hormonanalysen wie Östradiol (GOÄ 4037) oder LH (GOÄ 4028) abgerechnet werden. Da es sich um unterschiedliche Parameter handelt, liegt kein Ausschluss vor. Jeder Parameter muss jedoch einzeln auf der Rechnung aufgeführt werden.
Nein, für die GOÄ-Ziffer 4040 gilt als Leistung des Speziallabors (Abschnitt M III) ein eingeschränkter Gebührenrahmen. Der Regelhöchstsatz liegt bei 1,15 und der maximale Steigerungssatz bei 1,3. Ein Überschreiten des 1,3-fachen Satzes ist für diese Laborleistungen nicht möglich.
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