Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4047
Die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) führt die Ziffer 4047 im Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen) auf. Der offizielle Leistungstext beschreibt die Ziffer wie folgt:
Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve -Calcitonin
Diese Leistung umfasst die quantitative Bestimmung des Hormons Calcitonin im Blutserum oder Plasma. Die methodische Durchführung erfolgt in der Regel über hochsensitive Ligandenassays wie den Enzym-Linked Immunosorbent Assay (ELISA) oder Chemilumineszenz-Immunoassays (CLIA). Inbegriffen sind standardmäßig die Doppelbestimmung sowie das Erstellen einer aktuellen Bezugskurve zur Qualitätssicherung.
GOÄ 4047 in der Praxis: Diagnostik des medullären Schilddrüsenkarzinoms
Die Bestimmung von Calcitonin ist der entscheidende Tumormarker für das medulläre Schilddrüsenkarzinom (MTC). Dieses Karzinom geht von den calcitoninproduzierenden C-Zellen der Schilddrüse aus. Eine frühzeitige Diagnose kann die Prognose der betroffenen Patienten signifikant verbessern.
Typische Indikationen für die Abrechnung der GOÄ 4047 sind die Abklärung von Schilddrüsenknoten unklarer Dignität sowie das Screening bei familiärer Belastung. Auch im Rahmen des Monitorings nach einer totalen Thyreoidektomie kommt dieser Parameter regelmäßig zum Einsatz. Ein Wiederanstieg des Spiegels deutet frühzeitig auf ein Rezidiv oder Metastasen hin.
Tipp: Bei Patienten mit familiärem medullärem Schilddrüsenkarzinom oder MEN-2-Syndrom sollte die Calcitonin-Bestimmung in regelmäßigen Abständen als Screening-Untersuchung durchgeführt und dokumentiert werden.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4047
Fallbeispiel 1: Abklärung eines kalten Schilddrüsenknotens
Eine Patientin stellt sich mit einem szintigrafisch kalten Schilddrüsenknoten und erhöhtem Serum-Kalzium vor. Zur präoperativen Ausschlussdiagnostik eines medullären Schilddrüsenkarzinoms veranlasst der Arzt die Bestimmung von Calcitonin im Labor. Die Abrechnung erfolgt nach GOÄ-Ziffer 4047 mit dem Regelhöchstsatz von 1,15 (32,17 Euro), da eine reguläre Doppelbestimmung durchgeführt wurde.
Fallbeispiel 2: Tumornachsorge nach Thyreoidektomie
Ein Patient befindet sich in der regelmäßigen Nachsorge nach operiertem medullärem Schilddrüsenkarzinom. Zur Überwachung der Tumorfreiheit wird das Serum-Calcitonin bestimmt. Da der Wert unter der Nachweisgrenze liegt und eine Doppelbestimmung erfolgte, wird die GOÄ 4047 mit dem Faktor 1,15 liquidiert.
Fallbeispiel 3: Pentagastrin-Stimulationstest
Bei grenzwertig erhöhten basalen Calcitonin-Werten wird ein Stimulationstest durchgeführt, um eine C-Zell-Hyperplasie von einem Karzinom abzugrenzen. Hierbei erfolgen mehrere Blutentnahmen zur Calcitonin-Messung vor und nach Stimulation. Jede einzelne Calcitonin-Bestimmung aus den verschiedenen Blutproben ist als eigenständige Leistung nach GOÄ 4047 berechenbar.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4047: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 4047 betrifft das Unterlassen der Honorarminderung bei einer Einfachbestimmung. Wird im Labor keine Doppelbestimmung durchgeführt, darf die Ziffer nicht in voller Höhe abgerechnet werden. In diesem Fall sind nur 66 Prozent der Gebühr (18,42 Euro beim Einfachsatz) anzusetzen.
Zudem beanstanden private Krankenversicherungen und Beihilfestellen regelmäßig Rechnungen, auf denen der konkrete Parameter nicht genannt wird. Die Angabe "Hormonbestimmung" reicht nicht aus. Es muss explizit das Wort Calcitonin auf der Liquidation aufgeführt sein.
Achtung: Die Abrechnung der vollen Gebühr für eine bloße Einfachbestimmung ohne den 66-prozentigen Abschlag führt bei Wirtschaftlichkeitsprüfungen regelmäßig zu Rückforderungen.
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Dokumentation der GOÄ 4047: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist die beste Absicherung gegen Honorarkürzungen. In der Patientenakte müssen die medizinische Notwendigkeit, der Laborauftrag und das detaillierte Laborblatt hinterlegt sein. Aus dem Laborbefund muss eindeutig hervorgehen, ob eine Doppelbestimmung oder eine Einfachbestimmung stattgefunden hat.
Besonders bei der Durchführung von Stimulationstests müssen die genauen Entnahmezeiten der Blutproben exakt dokumentiert werden. Dies rechtfertigt die mehrfache Abrechnung der Ziffer am selben Tag. Auch die Validierung der Bezugskurve sollte im Qualitätsmanagement des Labors dokumentiert sein.
Dokumentation: Indikation: Ausschluss MTC bei sonografisch suspektem Schilddrüsenknoten links. Blutentnahme um 08:00 Uhr. Laborbefund: Calcitonin 8,5 pg/ml (Doppelbestimmung erfolgt, Bezugskurve geprüft).
GOÄ 4047: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Eine Überschreitung des Regelhöchstsatzes von 1,15 bis zum Höchstsatz von 1,3 (36,37 Euro) ist bei Laborleistungen nur in seltenen Ausnahmefällen möglich. Als Begründung für eine Faktorerhöhung kommen ein ungewöhnlich hoher technischer Aufwand oder schwierige Probenverhältnisse in Betracht. Solche Besonderheiten müssen auf der Rechnung patientenbezogen und nachvollziehbar begründet werden.
Typische Ziffernkombinationen
In der Praxis wird die GOÄ 4047 häufig mit anderen labordiagnostischen Ziffern kombiniert. Sinnvoll ist die gemeinsame Bestimmung mit dem Tumormarker CEA nach GOÄ-Ziffer 4046. Auch die Kombination mit Schilddrüsenhormonen wie fT3, fT4 und TSH zur umfassenden Schilddrüsendiagnostik ist klinisch etabliert und abrechnungstechnisch zulässig.
Ziffer 4047 in der neuen GOÄ
Die Calcitonin-Bestimmung mittels Ligandenassay wird zur neuen Nummer 12966 — „Calcitonin" — mit 24,93 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 32,18 €). Die neue Legende nennt Serum oder Plasma; keine Indikationseinschränkung.
\nStand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4047
Was hat nicht gestimmt?