Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4048
Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve - cAMP
Die GOÄ-Ziffer 4048 beschreibt die quantitative Bestimmung von zyklischem Adenosinmonophosphat (cAMP) im Labor. Diese Analyse erfolgt mittels eines Ligandenassays, welcher hochspezifische Bindungsreaktionen nutzt. Die Ziffer ist im Abschnitt M III (Speziallabor) der Gebührenordnung verortet.
Ein wesentlicher Bestandteil der Leistungsbeschreibung ist die Durchführung einer Doppelbestimmung sowie das Erstellen einer aktuellen Bezugskurve. Diese qualitätssichernden Maßnahmen sind standardmäßig in der Gebühr enthalten. Die untersuchten Parameter müssen zwingend auf der Liquidation angegeben werden.
Sollte in der Praxis lediglich eine Einfachbestimmung durchgeführt werden, reduziert sich der Honoraranspruch. In diesem Fall sind laut den Abrechnungsbestimmungen nur 66 Prozent der regulären Gebühr berechenbar. Dies entspricht einem reduzierten Einfachsatz von 18,42 Euro.
GOÄ 4048 in der Praxis: Diagnostik von Rezeptor- und Hormonstörungen
Die Bestimmung von cAMP ist ein wertvolles Werkzeug in der endokrinologischen Diagnostik. Da cAMP als sekundärer Botenstoff (Second Messenger) fungiert, lassen sich hierüber Rückschlüsse auf die Aktivität verschiedener G-Protein-gekoppelter Rezeptoren ziehen. Dies ist besonders bei der Abklärung seltener hormoneller Störungen relevant.
Ein primäres Einsatzgebiet ist die Differenzialdiagnostik des Pseudohypoparathyreoidismus. Hierbei reagiert der Körper nicht adäquat auf das Parathormon, was sich in einer ausbleibenden cAMP-Erhöhung nach Hormongabe zeigt. Auch bei der Untersuchung des nephrogenen Diabetes insipidus liefert der cAMP-Wert entscheidende Hinweise.
Tipp: Achten Sie bei der Anforderung im Labor darauf, ob eine Doppelbestimmung medizinisch notwendig ist. Nur dann darf der volle Gebührensatz der Ziffer 4048 abgerechnet werden.
Die Analyse kann sowohl aus dem Blutplasma als auch aus dem Urin erfolgen. Die Wahl des Probenmaterials richtet sich nach der spezifischen Fragestellung und dem gewählten diagnostischen Protokoll. Für eine valide Interpretation ist die Einhaltung präanalytischer Vorgaben essenziell.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4048
Fallbeispiel 1: Verdacht auf Pseudohypoparathyreoidismus
Ein Patient stellt sich mit Symptomen einer Hypokalzämie und erhöhtem Parathormonspiegel vor. Zur Abklärung eines Pseudohypoparathyreoidismus wird ein Parathormon-Rezeptor-Funktionstest durchgeführt. Hierbei erfolgt die Bestimmung von cAMP im Urin vor und nach Gabe von synthetischem Parathormon als Doppelbestimmung.
Die Abrechnung erfolgt mit der vollen GOÄ-Ziffer 4048 zum 1,15-fachen Satz (32,17 Euro). Da eine Doppelbestimmung medizinisch indiziert und durchgeführt wurde, ist kein Abschlag vorzunehmen. Der untersuchte Parameter cAMP wird auf der Rechnung explizit ausgewiesen.
Fallbeispiel 2: Abklärung eines nephrogenen Diabetes insipidus
Bei einem Patienten mit ausgeprägter Polyurie besteht der Verdacht auf einen nephrogenen Diabetes insipidus. Im Rahmen der Diagnostik wird die renale cAMP-Ausscheidung nach Desmopressin-Gabe untersucht. Das Labor führt vereinbarungsgemäß eine Einfachbestimmung des cAMP-Wertes durch.
In der Liquidation wird die GOÄ-Ziffer 4048 mit dem 66-Prozent-Abschlag abgerechnet. Der Einfachsatz reduziert sich somit auf 18,42 Euro, was beim Regelsatz (1,15-fach) ein Honorar von 21,18 Euro ergibt. Die Reduzierung wird auf der Rechnung transparent ausgewiesen.
Fallbeispiel 3: Verlaufskontrolle unter endokriner Therapie
Zur Überwachung einer laufenden Therapie bei einer bekannten Rezeptorstörung wird der cAMP-Spiegel im Plasma bestimmt. Das Labor führt eine reguläre Doppelbestimmung inklusive einer aktuellen Bezugskurve durch, um maximale Präzision zu gewährleisten.
Die Abrechnung erfolgt regulär über die GOÄ-Ziffer 4048 zum 1,15-fachen Satz. Die Dokumentation weist die medizinische Notwendigkeit der Verlaufskontrolle sowie die Durchführung der Doppelbestimmung lückenlos nach.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4048: Was Prüfer beanstanden
Der häufigste Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 4048 ist das Übersehen der Minderungsregelung bei Einfachbestimmungen. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen prüfen vermehrt, ob tatsächlich eine Doppelbestimmung vorlag. Fehlt dieser Nachweis, drohen Honorarkürzungen auf 66 Prozent.
Ein weiterer formaler Fehler ist das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Rechnung. Die GOÄ schreibt explizit vor, dass die untersuchten Parameter anzugeben sind. Eine bloße Nennung der Ziffernnummer ohne den Zusatz "cAMP" führt regelmäßig zu Beanstandungen.
Achtung: Die Ziffer 4048 darf nicht neben anderen Ziffern für denselben Analyten am selben Tag berechnet werden. Mehrfachansätze für identische Probenuntersuchungen sind strikt ausgeschlossen.
Zudem müssen die allgemeinen Bestimmungen des Abschnitts M beachtet werden. Die Erstellung der Bezugskurve ist integraler Bestandteil der Leistung und darf nicht über zusätzliche Ziffern separat in Rechnung gestellt werden.
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Dokumentation der GOÄ 4048: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das beste Schild gegen Honorarkürzungen. In der Patientenakte muss klar ersichtlich sein, ob eine Einfach- oder Doppelbestimmung angefordert und durchgeführt wurde. Auch die medizinische Indikation für die cAMP-Bestimmung sollte präzise dokumentiert werden.
Das Laborblatt muss die Rohdaten der Messung, die verwendete Bezugskurve sowie das Endergebnis enthalten. Bei Abweichungen oder Wiederholungsmessungen sind die entsprechenden Qualitätskontrolldaten zu archivieren. Dies sichert die Abrechnung im Falle einer Wirtschaftlichkeitsprüfung ab.
Dokumentation: Bestimmung von cAMP im Plasma mittels Ligandenassay als Doppelbestimmung zur Differenzialdiagnostik bei Verdacht auf Pseudohypoparathyreoidismus. Bezugskurve erstellt, Parameter cAMP auf Liquidation ausgewiesen.
Für die Praxis empfiehlt sich die Verwendung von standardisierten Laboranforderungsbögen. Auf diesen sollte die Option für die Doppelbestimmung explizit gekennzeichnet werden können, um Missverständnisse bei der späteren Abrechnung zu vermeiden.
GOÄ 4048: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Eine Steigerung über den Regelhöchstsatz von 1,15 hinaus bis zum 1,3-fachen Satz ist bei der GOÄ 4048 möglich. Dies erfordert jedoch eine einzelfallbezogene Begründung. Typische Gründe sind ein ungewöhnlich hoher analytischer Aufwand oder schwierige Probenverhältnisse, beispielsweise bei stark lipämischen oder hämolytischen Seren.
Die Begründung muss für den medizinischen Laien verständlich auf der Rechnung formuliert sein. Pauschale Begründungen wie "erhöhter Zeitaufwand" werden von den Kostenträgern meist nicht anerkannt. Besser sind konkrete Angaben wie "erhöhter Aufwand durch Probenvorbereitung bei starker Trübung".
Typische Ziffernkombinationen
Die cAMP-Bestimmung wird häufig im Rahmen komplexer Funktionstests eingesetzt. Sinnvolle Kombinationen ergeben sich daher oft mit Ziffern für die Hormonstimulation oder -suppression. Auch die gleichzeitige Bestimmung von Elektrolyten wie Calcium (GOÄ 3530) oder Phosphat ist klinisch häufig indiziert.
Nicht zulässig ist hingegen die Kombination mit anderen allgemeinen Laborziffern, die dieselbe analytische Leistung abdecken. Die Speziallaborziffer 4048 geht allgemeineren Ziffern stets vor, sofern der spezifische Parameter cAMP bestimmt wurde.
Ziffer 4048 in der neuen GOÄ
Die cAMP-Bestimmung mittels Ligandenassay erhält in der neuen GOÄ einen Nachfolger, der aber mit einer engen Indikationsbeschränkung versehen ist: Nummer 12696 — „Cyclisches Adenosinmonophosphat (cAMP) Abklärung PTH-Resistenz" — mit 28,74 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 32,18 €).
\nDie neue Legende beschränkt die Berechnungsfähigkeit auf die Abklärung einer PTH-Resistenz (z. B. Pseudohypoparathyreoidismus). Wer cAMP bisher für andere Indikationen bestimmt hat — etwa im Rahmen neuroendokriner Diagnostik — findet in der neuen GOÄ keinen Nachfolger dafür. Eine einzige spezifische Ziffer existiert im gesamten Entwurf für cAMP.
\nStand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4048
Was hat nicht gestimmt?