Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4061
Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve - Vasopressin (Adiuretin, ADH)
Die GOÄ-Ziffer 4061 beschreibt eine spezialisierte laboratoriumsmedizinische Untersuchung zur quantitativen Bestimmung des Hormons Vasopressin im Blutserum oder Plasma. Diese Analyse erfolgt mittels eines Ligandenassays, wie beispielsweise eines Radioimmunoassays oder Enzymimmunoassays.
Die Leistungsbeschreibung legt fest, dass die Durchführung einer Doppelbestimmung sowie die Erstellung einer aktuellen Bezugskurve standardmäßig in der Gebühr enthalten sind. Zudem ist der untersuchte Parameter in der Rechnung explizit anzugeben, um die Transparenz für den Kostenträger zu gewährleisten.
GOÄ 4061 in der Praxis: Indikationen und klinische Relevanz von ADH
Die Bestimmung von Vasopressin nach GOÄ 4061 ist ein zentrales Werkzeug bei der Abklärung von Störungen des Wasser- und Elektrolythaushalts. Klinisch steht hierbei der Verdacht auf einen Diabetes insipidus im Vordergrund, bei dem ein Mangel an ADH oder eine renale Unempfindlichkeit gegenüber dem Hormon vorliegt.
Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist die Diagnostik des Syndroms der inadäquaten ADH-Sekretion. Hierbei führt eine pathologisch erhöhte ADH-Konzentration zu einer Verdünnungshyponatriämie, die unbehandelt schwerwiegende neurologische Symptome verursachen kann.
Tipp: Da die ADH-Konzentration im Blut sehr instabil ist, empfiehlt sich in vielen Praxen alternativ die Bestimmung von Copeptin als stabilerer Surrogatmarker.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4061
Fallbeispiel 1: Verdacht auf Diabetes insipidus centralis
Ein Patient stellt sich mit ausgeprägter Polyurie und Polydipsie vor. Zur Differenzialdiagnostik wird nach einem Durstversuch die ADH-Konzentration im Plasma bestimmt. Die Abrechnung erfolgt mit der GOÄ-Ziffer 4061 zum Regelhöchstsatz (1,15-fach), da eine reguläre Doppelbestimmung durchgeführt wurde.
Fallbeispiel 2: Abklärung einer unklaren Hyponatriämie
Bei einer Patientin mit chronisch niedrigen Natriumwerten im Serum besteht der Verdacht auf ein paraneoplastisches Syndrom. Die Bestimmung von Vasopressin sichert die Diagnose. Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 4061 unter Angabe des Parameters Vasopressin auf der Liquidation.
Fallbeispiel 3: Einfachbestimmung bei Budgetrestriktionen
Aus ökonomischen Gründen wird im Labor nur eine Einfachbestimmung des ADH-Wertes durchgeführt. In diesem Fall darf nicht der volle Satz liquidiert werden. Die Abrechnung erfolgt korrekt mit der reduzierten Gebühr von 66 % des Einfachsatzes (18,42 €), multipliziert mit dem entsprechenden Steigerungsfaktor.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4061: Was Prüfer beanstanden
Der häufigste Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 4061 betrifft das Übersehen der 66%-Regelung bei Einfachbestimmungen. Wird im Laborprotokoll keine Doppelbestimmung dokumentiert, kürzen private Krankenversicherungen den Erstattungsbetrag konsequent auf den reduzierten Satz von 18,42 € im Einfachsatz.
Ein weiterer Fehler ist das Fehlen der konkrezen Parameterangabe auf der Rechnung. Die GOÄ schreibt explizit vor, dass der untersuchte Parameter namentlich genannt werden muss; eine reine Angabe der Ziffernnummer reicht für eine fällige Liquidation nicht aus.
Achtung: Die Nebeneinanderberechnung von GOÄ 4061 mit anderen unspezifischen Screening-Parametern des Wasserhaushalts ohne medizinische Begründung führt häufig zu Beanstandungen.
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Dokumentation der GOÄ 4061: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist der beste Schutz gegen Honorarkürzungen. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation sowie die Laboranforderung präzise festgehalten werden. Das Laborjournal muss zudem ausweisen, ob eine Doppelbestimmung oder eine Einfachbestimmung durchgeführt wurde.
Für die Rechnungsstellung ist es ratsam, das angewandte Verfahren sowie den exakten Messwert zu dokumentieren. Dies erleichtert die Argumentation bei eventuellen Rückfragen der privaten Krankenversicherungen.
Dokumentationsbeispiel: Verdacht auf Diabetes insipidus bei Polyurie. Blutentnahme für ADH-Bestimmung nach standardisiertem Durstversuch. Durchführung als Doppelbestimmung mittels Ligandenassay. Messwert: 1,2 pg/ml.
GOÄ 4061: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Als Leistung des Abschnitts M unterliegt die GOÄ 4061 einem eingeschränkten Gebührenrahmen. Der Regelhöchstsatz liegt beim 1,15-fachen Satz (32,17 €), der Höchstsatz beim 1,3-fachen Satz (36,37 €). Eine Überschreitung des Schwellenwertes von 1,15 ist nur bei Vorliegen besonderer, patientenbezogener Erschwernisse zulässig.
Gründe für eine Steigerung auf den 1,3-fachen Höchstsatz können beispielsweise schwierige Probenaufbereitungen bei stark lipämischen oder hämolytischen Seren sein. Diese Begründung muss auf der Rechnung nachvollziehbar dargelegt werden.
Typische Ziffernkombinationen
Die Bestimmung von Vasopressin wird selten isoliert durchgeführt. Sinnvolle und zulässige Kombinationen umfassen die Bestimmung von Elektrolyten wie Natrium sowie die Bestimmung der Osmolalität in Serum und Urin, um die Konzentrationsfähigkeit der Niere umfassend zu beurteilen.
Ziffer 4061 in der neuen GOÄ
Die Vasopressin-Bestimmung (Adiuretin, ADH) mittels Ligandenassay wird zur neuen Nummer 12033 — „Vasopressin (Adiuretin, ADH)" — mit 30,38 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 32,18 €). Die neue Legende verwendet Plasma und erlaubt optional eine Probenaufbereitung (z. B. Extraktion); einheitliche Abrechnung je Bestimmung.
\nStand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4061
Was hat nicht gestimmt?