GOÄ 4067: PTHrP-Bestimmung rechtssicher abrechnen

5 Min. Lesezeit
GOÄ 4067
Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve -Parathyroid hormone related peptide
Punktzahl 750  
Einfachsatz 43,72 € 1,0x
Regelhöchstsatz 50,27 € 1,1x
Höchstsatz 56,83 € 1,3x

Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4067

GOÄ-Ziffer 4067: Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve - Parathyroid hormone related peptide

Die Gebührenordnungsziffer 4067 beschreibt eine hochspezifische Laborleistung aus dem Bereich der Speziallabor-Untersuchungen. Die Leistung umfasst die quantitative Bestimmung des Parathyroid hormone related peptide (PTHrP) mittels eines Ligandenassays. Im Leistungsumfang sind sowohl die obligate Doppelbestimmung als auch das Erstellen einer aktuellen Bezugskurve bereits vollständig enthalten.

Gemäß den allgemeinen Bestimmungen der GOÄ ist eine gesonderte Berechnung dieser Teilschritte ausgeschlossen. Zudem gilt für diese Ziffer die explizite Vorgabe, dass die tatsächlich untersuchten Parameter auf der Liquidation einzeln und namentlich ausgewiesen werden müssen.

GOÄ 4067 in der Praxis: Indikationen und klinischer Nutzen

Das Parathyroid hormone related peptide (PTHrP) ist ein Schlüsselparameter bei der differenzialdiagnostischen Abklärung einer Hyperkalzämie. Insbesondere bei Verdacht auf eine tumorinduzierte Hyperkalzämie liefert dieser Laborwert entscheidende Hinweise. Viele maligne Tumoren, wie beispielsweise Bronchial- oder Mammakarzinome, sezernieren PTHrP, welches die Wirkung von Parathormon imitiert.

Die Bestimmung nach GOÄ 4067 ist daher primär in der onkologischen Diagnostik und Nachsorge verortet. Sie dient der Abgrenzung gegenüber einem primären Hyperparathyreoidismus, bei dem das intakte Parathormon erhöht und PTHrP normal ist. Eine präzise Indikationsstellung sichert die medizinische Notwendigkeit und damit die Erstattungsfähigkeit durch private Krankenversicherungen.

Tipp: Die Bestimmung von PTHrP sollte stets im Kontext mit dem Serum-Kalzium und dem intakten Parathormon interpretiert werden, um eine valide Differenzialdiagnose zu gewährleisten.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4067

Fallbeispiel 1: Verdacht auf humorale Hyperkalzämie bei bekanntem Bronchialkarzinom

Ein Patient mit einem bekannten Plattenepithelkarzinom der Lunge stellt sich mit Symptomen einer Hyperkalzämie vor. Zur Abklärung einer humoralen Hyperkalzämie der Malignität veranlasst der behandelnde Arzt die Bestimmung von PTHrP im Blutplasma. Neben der klinischen Untersuchung wird die GOÄ-Ziffer 4067 für die speziallaboratorische Analyse abgerechnet.

Fallbeispiel 2: Differenzialdiagnose der Hyperkalzämie unklarer Genese

Bei einer Patientin wird laborchemisch eine signifikante Hyperkalzämie festgestellt, während das intakte Parathormon supprimiert ist. Zum Ausschluss eines paraneoplastischen Syndroms erfolgt die Bestimmung von PTHrP. Die Abrechnung erfolgt korrekt über die GOÄ 4067 zum Regelsatz, da eine klare medizinische Indikation zur Differenzierung vorliegt.

Fallbeispiel 3: Verlaufskontrolle unter onkologischer Therapie

Bei einem Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom und initial erhöhten PTHrP-Werten wird der Parameter zur Verlaufskontrolle unter laufender Tumortherapie erneut bestimmt. Da es sich um eine medizinisch begründete Verlauvesuntersuchung handelt, ist die erneute Abrechnung der GOÄ 4067 vollumfänglich gerechtfertigt und erstattungsfähig.

Häufige Fehler bei der GOÄ 4067: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Fehler bei der Liquidation der GOÄ 4067 ist das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Rechnung. Die GOÄ schreibt zwingend vor, dass der untersuchte Parameter explizit genannt werden muss. Fehlt diese Angabe, kann die private Krankenversicherung oder Beihilfestelle die Erstattung rechtmäßig verweigern.

Zudem müssen die allgemeinen Ausschlussbestimmungen des Abschnitts M beachtet werden. Die Ziffer darf nicht neben anderen, methodisch identischen Ligandenassays aus derselben Probe berechnet werden, wenn dies die allgemeinen Bestimmungen untersagen. Auch die unzulässige Doppelberechnung von Vorbereitungsschritten führt regelmäßig zu Beanstandungen.

Achtung: Die Abrechnung der GOÄ 4067 setzt eine eigenständige medizinische Indikation voraus. Eine routinemäßige Mitbestimmung ohne begründeten Verdacht auf eine tumorbedingte Hyperkalzämie wird von Prüfstellen oft als nicht medizinisch notwendig eingestuft.

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Dokumentation der GOÄ 4067: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose und präzise Dokumentation in der Patientenakte ist das beste Fundament, um Honorarkürzungen oder Rückfragen von Kostenträgern abzuwehren. Neben dem Laborbefund selbst muss die zugrundeliegende Verdachtsdiagnose oder die klinische Symptomatik klar dokumentiert sein. Dies belegt die medizinische Notwendigkeit der Untersuchung zweifelsfrei.

Besonders bei wiederholten Bestimmungen im Rahmen einer Verlaufskontrolle sollte der therapeutische Bezug vermerkt werden. Dies erleichtert im Zweifelsfall die Begründung gegenüber privaten Krankenversicherungen.

Dokumentationsbeispiel:
Verdacht auf humorale Hyperkalzämie bei bekanntem Mammakarzinom. Serum-Kalzium erhöht (3,1 mmol/l), PTH supprimiert. Indikation zur Bestimmung von PTHrP zur Differenzialdiagnostik. Blutentnahme erfolgt, Probe an Speziallabor übermittelt.

GOÄ 4067: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Der Gebührenrahmen für speziallaboratorische Leistungen im Abschnitt M III reicht vom 1,0-fachen bis zum 1,3-fachen Satz, wobei der Regelhöchstsatz bei 1,15-fach liegt. Eine Überschreitung des Schwellenwertes von 1,15 bis zum Höchstsatz von 1,3 ist nur in begründeten Einzelfällen zulässig. Typische Begründungen für eine Schwellenwertüberschreitung können ein ungewöhnlich hoher analytischer Aufwand oder schwierige Probenbedingungen sein.

Typische Ziffernkombinationen

In der täglichen Praxis wird die GOÄ 4067 selten isoliert angefordert. Sinnvolle und erstattungsfähige Kombinationen umfassen die Bestimmung des Serum-Kalziums sowie des intakten Parathormons. Auch die Bestimmung von Phosphat und Kreatinin zur Beurteilung der Nierenfunktion ist im Rahmen der Hyperkalzämie-Diagnostik eine medizinisch sinnvolle Kombination.

Ziffer 4067 in der neuen GOÄ

Die PTHrP-Bestimmung (Parathyroid hormone related peptide) mittels Ligandenassay ist in der neuen GOÄ indikationsgebunden:

  • 12020 Parathormon-Related-Peptide (PTHrP) — Abklärung Tumorhypercalciämie (30,65 €)

Heute liegt der 2,3-fache Satz bei 50,28 €. Für andere Fragestellungen als die Tumorhyperkalzämie-Abklärung sieht der Entwurf keinen PTHrP-Nachfolger vor.

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4067

Die GOÄ 4067 darf berechnet werden, wenn eine medizinisch indizierte Bestimmung des Parathyroid hormone related peptide (PTHrP) mittels Ligandenassay erfolgt. Dies ist typischerweise bei der Abklärung einer unklaren Hyperkalzämie oder bei Verdacht auf ein paraneoplastisches Syndrom der Fall. Die Indikation muss in der Patientenakte dokumentiert sein.
Für die GOÄ 4067 gilt als speziallaboratorische Leistung des Abschnitts M III der Regelhöchstsatz von 1,15-fach. Dieser entspricht einem Betrag von 50,27 €. Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,3-fach (56,83 €) erfordert eine patienten- oder probenspezifische Begründung.
Ja, gemäß den Abrechnungsbestimmungen der GOÄ müssen die untersuchten Parameter bei Laborleistungen explizit auf der Rechnung angegeben werden. Die bloße Nennung der Ziffer 4067 ohne den Zusatz 'PTHrP' oder 'Parathyroid hormone related peptide' kann zu Erstattungsproblemen führen.
Ja, die gemeinsame Abrechnung von GOÄ 4067 (PTHrP) und GOÄ 4062 (Parathormon) ist zulässig und medizinisch oft geboten. Beide Parameter dienen unterschiedlichen diagnostischen Fragestellungen bei der Differenzierung einer Hyperkalzämie. Es liegt kein Ausschluss vor.
In der GOÄ 4067 sind die Doppelbestimmung sowie das Erstellen einer aktuellen Bezugskurve bereits vollständig enthalten. Diese Teilschritte dürfen nicht separat in Rechnung gestellt werden. Die Ziffer deckt den gesamten analytischen Prozess des Ligandenassays ab.
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