Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4066
Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve - Pankreatisches Polypeptid (PP)
Die GOÄ-Ziffer 4066 beschreibt die quantitative Bestimmung des Pankreatischen Polypeptids im Blutserum oder Blutplasma. Diese Analyse erfolgt mittels eines hochspezifischen Ligandenassays, wie beispielsweise eines Radioimmunoassays oder eines Enzymimmunoassays. Die Leistung umfasst bereits die Durchführung einer Doppelbestimmung sowie die Erstellung einer aktuellen Bezugskurve zur Qualitätssicherung.
Da es sich um eine Leistung des Speziallabors (Abschnitt M III) handelt, gelten besondere Bestimmungen für die Erbringung und Abrechnung. Die Bestimmung darf nur von Ärzten abgerechnet werden, die über die entsprechende fachliche Qualifikation und Laborausstattung verfügen. Zudem ist die Angabe des konkreten Parameters auf der Rechnung gesetzlich vorgeschrieben.
GOÄ 4066 in der Praxis: Diagnostik neuroendokriner Tumoren
Das Pankreatische Polypeptid ist ein regulatorisches Peptid, das hauptsächlich in den F-Zellen der Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Eine Bestimmung nach GOÄ 4066 ist insbesondere bei Verdacht auf einen hormonaktiven Tumor des Magen-Darm-Trakts oder der Bauchspeicheldrüse indiziert. Typische klinische Symptome, die diese Untersuchung rechtfertigen, sind chronisch-wässrige Diarrhoen, unklare Hypoglykämien oder rezidivierende peptische Ulzera.
Ein weiterer wichtiger Einsatzbereich ist das Screening und die Verlaufskontrolle bei Patienten mit einer bekannten Multiplen Endokrinen Neoplasie Typ 1 (MEN-1). Da MEN-1-Patienten ein hohes Risiko für die Entwicklung von Pankreastumoren tragen, dient das PP als sensitiver Verlaufsmarker. Auch zur postoperativen Rezidivüberwachung nach Resektion eines PP-produzierenden Tumors ist die Ziffer unverzichtbar.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4066
Fallbeispiel 1: Verdacht auf ein PPom
Ein Patient stellt sich mit chronischen, therapieresistenten wässrigen Durchfällen und Gewichtsverlust vor. In der Bildgebung zeigt sich ein unklarer Tumor im Pankreaskopfbereich. Zur weiteren Differenzierung wird die Bestimmung des Pankreatischen Polypeptids veranlasst. Die Abrechnung erfolgt mit der GOÄ-Ziffer 4066 zum Regelhöchstsatz von 1,15.
Fallbeispiel 2: Verlaufsbeobachtung bei MEN-1-Syndrom
Bei einer Patientin mit genetisch gesichertem MEN-1-Syndrom wird eine regelmäßige endokrinologische Kontrolluntersuchung durchgeführt. Neben anderen Parametern wird das Pankreatische Polypeptid bestimmt, um ein frühzeitiges Tumorwachstum auszuschließen. Die Abrechnung der GOÄ 4066 erfolgt hierbei im Rahmen eines umfassenden Hormonscreenings.
Fallbeispiel 3: Postoperative Rezidivsorge
Ein Patient wurde vor sechs Monaten aufgrund eines neuroendokrinen Pankreastumors operiert. Zur Nachsorge wird das Pankreatische Polypeptid bestimmt, um ein mögliches Tumorrezidiv frühzeitig zu erkennen. Die Ziffer 4066 wird korrekt mit dem Faktor 1,15 liquidiert.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4066: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Abrechnungsfehler ist das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Liquidation. Die GOÄ schreibt explizit vor, dass der untersuchte Parameter, in diesem Fall das Pankreatische Polypeptid, auf der Rechnung genannt werden muss. Eine bloße Angabe der Ziffernnummer reicht für eine erfolgreiche Erstattung nicht aus.
Zudem darf die für die Ziffer 4066 obligate Doppelbestimmung nicht als separate Leistung oder über eine andere Ziffer zusätzlich in Rechnung gestellt werden. Diese laborinterne Qualitätskontrolle ist bereits vollständig mit der Gebühr der Ziffer 4066 abgegolten.
Achtung: Die parallele Abrechnung von allgemeinen Suchtests für Hormone neben der Spezial-Hormonbestimmung nach GOÄ 4066 für denselben Analyten ist unzulässig und führt regelmäßig zu Kürzungen durch die privaten Krankenversicherungen.
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Dokumentation der GOÄ 4066: Praxisbewährte Hinweise
Für eine rechtssichere Abrechnung ist eine lückenlose Dokumentation in der Patientenakte unerlässlich. Es muss klar ersichtlich sein, welche klinische Fragestellung oder Verdachtsdiagnose die Laboruntersuchung notwendig gemacht hat. Auch der schriftliche Laborbefund inklusive des verwendeten Referenzbereichs muss dauerhaft archiviert werden.
Zusätzlich sollten eventuelle Besonderheiten bei der Probenentnahme oder dem Probentransport vermerkt werden. Da PP relativ instabil ist, ist eine schnelle Verarbeitung der Probe oft entscheidend für ein exaktes Messergebnis.
Dokumentation: Verdacht auf neuroendokrinen Pankreastumor bei rezidivierenden Bauchschmerzen. Blutentnahme für PP-Bestimmung durchgeführt, Probe umgehend zentrifugiert und tiefgefroren. Laborbefund GOÄ 4066: PP-Wert im Plasma erhöht mit 850 pg/ml (Referenzbereich unter 100 pg/ml).
GOÄ 4066: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Die GOÄ-Ziffer 4066 kann bei Vorliegen besonderer Umstände über den Regelhöchstsatz von 1,15 hinaus bis zum Höchstsatz von 1,3 gesteigert werden. Ein erhöhter Schwierigkeitsgrad oder ein außergewöhnlicher Zeitaufwand bei der Probenvorbereitung, wie etwa bei stark lipämischen oder hämolytischen Blutproben, rechtfertigt eine solche Steigerung. Die Begründung muss auf der Rechnung für den Zahlungspflichtigen verständlich dargelegt werden.
Typische Ziffernkombinationen
In der klinischen Praxis wird das Pankreatische Polypeptid selten isoliert bestimmt. Sinnvoll und abrechnungstechnisch zulässig ist die Kombination mit anderen Markern für neuroendokrine Tumoren. Häufig erfolgt die gemeinsame Bestimmung mit Chromogranin A (GOÄ 4079) sowie weiteren gastrointestinalen Hormonen wie Gastrin (GOÄ 4054) oder Insulin (GOÄ 4061).
Tipp: Nutzen Sie bei komplexen differentialdiagnostischen Fragestellungen die Möglichkeit, ein vollständiges endokrines Profil zu erstellen. Die Kombination von GOÄ 4066 mit GOÄ 4079 erhöht die diagnostische Sicherheit bei neuroendokrinen Neoplasien erheblich.
Ziffer 4066 in der neuen GOÄ
Die Pankreatisches-Polypeptid-Bestimmung (PP) mittels Ligandenassay ist in der neuen GOÄ auf eine spezifische Indikation beschränkt:
- 12018 Pankreatisches Polypeptid (PP) — Abklärung neuroendokriner Tumor (44,25 €)
Heute liegt der 2,3-fache Satz bei 50,28 €. Für PP-Bestimmungen außerhalb der neuroendokrinen Tumordiagnostik sieht der Entwurf keinen Nachfolger vor. Die Indikationsangabe in der Dokumentation entscheidet über die Berechnungsfähigkeit.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4066
Was hat nicht gestimmt?