Der Zuschlag GOÄ 4079 vergütet die aufwendige Massenspektrometrie. Erfahren Sie, wie Sie GC-MS und LC-MS/MS rechtssicher und fehlerfrei abrechnen.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4079
Zuschlag zu den Leistungen nach den Nummern 4071 bis 4078 bei Anwendung der Gaschromatographie-Massenspektrometrie
Die GOÄ-Ziffer 4079 ist ein analytischer Zuschlag, der die besondere apparative und fachliche Komplexität der Massenspektrometrie honoriert. Diese Methode erfordert hochspezialisierte Laborgeräte und geschultes Personal. Der Zuschlag soll den erheblichen investiv-apparativen Aufwand ausgleichen, der bei der Kopplung von Chromatographie und Massenspektrometrie entsteht.
Die Ziffer ist untrennbar an die Primärleistungen der Hormonanalytik gekoppelt. Sie kann nicht als eigenständige Einzelleistung ohne eine der berechtigten Basisnummern abgerechnet werden.
GOÄ 4079 in der Praxis: Moderne LC-MS/MS-Analytik
In der modernen Laboratoriumsmedizin hat die Flüssigkeitschromatographie-Massenspektrometrie (LC-MS/MS) die klassische Gaschromatographie (GC-MS) in vielen Bereichen abgelöst. Obwohl der historische Verordnungstext explizit die Gaschromatographie nennt, ist die Anwendung des Zuschlags auf LC-MS/MS medizinisch und abrechnungstechnisch vollkommen gerechtfertigt und etabliert.
Der apparative Aufwand und die Selektivität der LC-MS/MS sind mindestens ebenso hoch wie bei der GC-MS. Daher erkennen führende Fachgesellschaften und Abrechnungsexperten die analoge Anwendung für moderne Kopplungstechniken an.
Tipp: Achten Sie darauf, dass bei der Abrechnung von LC-MS/MS-Verfahren die medizinische Gleichwertigkeit und der hohe apparative Aufwand im Zweifelsfall gegenüber Erstattungsstellen begründet werden können.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4079
Fallbeispiel 1: Bestimmung von Aldosteron
Ein Patient stellt sich mit Verdacht auf primären Hyperaldosteronismus vor. Die Bestimmung von Aldosteron erfolgt hochspezifisch mittels LC-MS/MS. Abgerechnet wird die Primärleistung nach GOÄ 4078 (Aldosteron) kombiniert mit dem Zuschlag nach GOÄ 4079.
Fallbeispiel 2: Bestimmung von freiem Testosteron
Zur Abklärung eines Hypogonadismus wird das freie Testosteron mittels GC-MS analysiert. Hierbei wird die Primärziffer GOÄ 4072 angesetzt. Zusätzlich wird der Zuschlag GOÄ 4079 für die massenspektrometrische Detektion berechnet.
Fallbeispiel 3: Differenziertes Steroid-Panel
Bei Verdacht auf ein adrenogenitales Syndrom werden mehrere Steroidhormone parallel bestimmt. Für jedes mittels Massenspektrometrie analysierte Hormon (z. B. nach GOÄ 4071 und GOÄ 4073) kann der Zuschlag GOÄ 4079 jeweils einmal hinzugerechnet werden, sofern getrennte Messungen stattfinden.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4079: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler ist die Kombination des Zuschlags mit Laborleistungen außerhalb des Bereichs 4071 bis 4078. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen prüfen sehr genau, ob die vorgegebene Ziffernkombination strikt eingehalten wurde. Ein Ansatz neben einfachen photometrischen oder immunologischen Bestimmungen ist unzulässig.
Zudem wird oft übersehen, dass der Zuschlag nicht pauschal pro Auftrag, sondern je Einzelleistung berechnet werden darf. Voraussetzung ist jedoch, dass für jede Primärleistung tatsächlich eine massenspektrometrische Messung durchgeführt wurde.
Achtung: Der Zuschlag 4079 darf niemals neben einfachen Schnelltests oder Standard-Immunoassays abgerechnet werden, selbst wenn diese zur Vortestung dienten.
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Dokumentation der GOÄ 4079: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist der beste Schutz gegen Honorarkürzungen. Im Laborbefund und in der Patientenakte muss die angewandte Methode (z. B. GC-MS oder LC-MS/MS) unmissverständlich ausgewiesen sein. Reine Verweise auf die Ziffer ohne methodische Nennung reichen bei Prüfungen oft nicht aus.
Es empfiehlt sich, die Geräteprotokolle und Kalibrierungsdaten der Massenspektrometer im Rahmen des Qualitätsmanagements revisionssicher zu archivieren.
Dokumentation: "Bestimmung von Aldosteron im Serum mittels LC-MS/MS (Kopplung von Flüssigkeitschromatographie mit Tandem-Massenspektrometrie) zur hochspezifischen Differenzierung."
GOÄ 4079: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Als Leistung des Abschnitts M (Labor) unterliegt die GOÄ 4079 einem eingeschränkten Gebührenrahmen. Der Regelhöchstsatz beträgt 1,15-fach, während der maximale Höchstsatz bei 1,3-fach liegt. Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,3-fach ist nur bei außergewöhnlich hohem Aufwand, wie extrem schwieriger Probenvorbereitung oder komplexen Probenmatrizes, zulässig und muss auf der Rechnung begründet werden.
Typische Ziffernkombinationen
Die GOÄ 4079 wird regelhaft mit den Primärziffern für Hormonbestimmungen kombiniert. Typische Partnerziffern sind GOÄ 4071 bis GOÄ 4078. Eine Nebeneinanderberechnung mit anderen chromatographischen Zuschlägen ist genau zu prüfen, um Doppelberechnungen derselben physikalischen Trennmethode zu vermeiden.
Ziffer 4079 in der neuen GOÄ
Der Zuschlag für Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS) neben den Hormonziffern 4071-4078 entfällt als eigenständiger Zuschlag in der neuen GOÄ. Die MS-Kopplung ist keine Zusatzleistung mehr, sondern Methodendefinition der neuen Grundleistungen:
- 12076 Hormonspektrum II — GC-MS (63,32 €) — entspricht der alten Kombination Basisziffer 4071-4078 plus Zuschlag 4079
- 12075 Hormonspektrum I — LC-MS/HPLC-MS/LC-MS/MS (72,03 €) — war laut Altkommentar ebenfalls über 4079 berechnungsfähig und geht jetzt in diese eigenständige Grundleistung auf
Heute liegt der 2,3-fache Satz von 4079 bei 23,46 €. Die gemessenen Hormone sind in beiden neuen Ziffern in der Rechnung anzugeben; 12075 und 12076 sind nicht nebeneinander berechnungsfähig.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4079
Was hat nicht gestimmt?