Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4073
Hormonbestimmung mittels Hochdruckflüssigkeitschromatographie, Gaschromatographie oder Säulenchromatographie und Photometrie -Homovanillinsäure im Urin (HVA) -
Die GOÄ-Ziffer 4073 beschreibt eine hochspezifische Laborleistung aus dem Bereich der Hormonbestimmungen. Sie umfasst die quantitative Messung der Homovanillinsäure (HVA) im Urin des Patienten. Als Analyseverfahren sind die Hochdruckflüssigkeitschromatographie (HPLC), die Gaschromatographie oder die Säulenchromatographie in Kombination mit der Photometrie definiert.
Die Homovanillinsäure ist das primäre Abbauprodukt des Neurotransmitters Dopamin. Die präzise Bestimmung dieses Parameters erfordert eine sorgfältige Probenvorbereitung und hochentwickelte chromatographische Trennverfahren. Alle vorbereitenden Schritte im Labor sowie die eigentliche Messung und Auswertung sind mit der Gebühr abgegolten.
GOÄ 4073 in der Praxis: Indikationen und klinischer Nutzen
Die Bestimmung der Homovanillinsäure im Urin ist ein unverzichtbares Werkzeug in der pädiatrischen Onkologie und Endokrinologie. Die wichtigste klinische Indikation ist der Verdacht auf ein Neuroblastom, einen der häufigsten soliden Tumoren im Kindesalter. Da diese Tumoren unkontrolliert Katecholamine und deren Vorstufen produzieren, ist die HVA-Konzentration im Urin stark erhöht.
Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet ist die Diagnostik und Nachsorge von Phäochromozytomen und Paragangliomen. Obwohl bei diesen Tumoren häufiger Adrenalin und Noradrenalin im Vordergrund stehen, liefert die HVA-Bestimmung wertvolle Zusatzinformationen über den Dopaminstoffwechsel. Die Untersuchung wird in der Regel aus dem 24-Stunden-Sammelurin durchgeführt, um tageszeitliche Schwankungen auszugleichen.
Tipp: Achten Sie darauf, dass der Patient vor der Urinsammlung bestimmte Nahrungsmittel wie Bananen, Vanille oder Kaffee meidet. Diese können die Messergebnisse verfälschen und zu falsch-positiven Befunden führen.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4073
Fallbeispiel 1: Verdacht auf pädiatrisches Neuroblastom
Ein zweijähriges Kind wird mit einer unklaren abdominellen Raumforderung und Gewichtsverlust in der Praxis vorstellig. Zum Ausschluss eines Neuroblastoms wird eine Urinstatus-Untersuchung veranlasst. Die Bestimmung der Homovanillinsäure erfolgt mittels HPLC im Labor.
Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ-Ziffer 4073 zum Regelsatz (1,15-fach). Da es sich um eine komplexe pädiatrische Abklärung handelt, wird zusätzlich die klinische Untersuchung nach den entsprechenden Ziffern liquidiert.
Fallbeispiel 2: Verlaufskontrolle nach Tumorexstirpation
Bei einem Patienten mit therapiertem Phäochromozytom steht die halbjährliche Nachsorge an. Zur Überprüfung der Rezidivfreiheit wird der 24-Stunden-Sammelurin auf Katecholaminmetabolite untersucht. Neben der Vanillinmandelsäure wird auch die Homovanillinsäure bestimmt.
Die Abrechnung der HVA-Bestimmung erfolgt korrekt mit der Ziffer 4073. Da beide Parameter (HVA und VMS) unterschiedliche Stoffwechselwege abbilden, ist die Nebeneinanderberechnung medizinisch begründet und zulässig.
Fallbeispiel 3: Abklärung einer therapierefraktären Hypertonie
Ein erwachsener Patient leidet unter krisenhaftem Bluthochdruck, der auf eine dreifache antihypertensive Medikation nicht anspricht. Zum Ausschluss eines hormonproduzierenden Tumors wird eine umfassende Urindiagnostik eingeleitet.
Die Bestimmung der Homovanillinsäure wird über die GOÄ 4073 abgerechnet. Die Indikation zur differenzialdiagnostischen Abklärung rechtfertigt die Durchführung dieser Spezialanalytik vollumfänglich.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4073: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Liquidation der GOÄ 4073 ist das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Rechnung. Die GOÄ schreibt explizit vor, dass die untersuchten Parameter anzugeben sind. Fehlt der Zusatz "Homovanillinsäure" oder "HVA", verweigern private Krankenversicherungen oft die Erstattung.
Zudem beanstanden Prüfstellen regelmäßig die unzulässige Doppelabrechnung von chromatographischen Verfahren. Wird am selben Untersuchungstag für denselben Analyten eine andere chromatographische Methode angewandt, darf nur eine Ziffer abgerechnet werden. Die Ziffer 4073 ist exklusiv für die genannten Methoden und den spezifischen Analyten HVA reserviert.
Achtung: Die Kombination mit allgemeinen Suchtests im Urin für denselben Parameter ist nicht zulässig. Die hochspezifische quantitative Bestimmung schließt einfache qualitative Vortests am selben Tag aus.
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Dokumentation der GOÄ 4073: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament jeder rechtssicheren Abrechnung. In der Patientenakte muss die medizinische Notwendigkeit der HVA-Bestimmung klar hervorgehen. Dies umfasst die Dokumentation von Symptomen wie Hypertonie, Tachykardie oder Gewichtsverlust sowie den klinischen Verdacht.
Auch die Details der Probengewinnung sollten dokumentiert werden. Da die Homovanillinsäure im Urin lichtempfindlich und pH-abhängig ist, ist die Angabe über die korrekte Säuerung des Sammelurins ratsam. Dies sichert die Qualität des Analysenergebnisses und belegt die fachgerechte Durchführung.
Dokumentationsbeispiel: Verdacht auf Neuroblastom bei abdomineller Raumforderung. 24-Stunden-Sammelurin angesäuert und lichtgeschützt gelagert. Anforderung Labor: Homovanillinsäure (HVA) mittels HPLC gemäß GOÄ 4073.
GOÄ 4073: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Die GOÄ-Ziffer 4073 gehört zum Abschnitt M (Laborleistungen) und unterliegt einem eingeschränkten Gebührenrahmen. Der Regelhöchstsatz liegt bei 1,15, während der maximale Höchstsatz 1,3 beträgt. Eine Steigerung über den 1,15-fachen Satz hinaus erfordert eine schriftliche Begründung auf der Liquidation.
Typische Begründungen für eine Steigerung auf den Höchstsatz von 1,3 sind schwierige Probenverhältnisse. Dazu zählen beispielsweise stark störende Begleitsubstanzen im Urin (z. B. durch notwendige Begleitmedikation), die eine aufwendigere chromatographische Trennung erfordern.
Typische Ziffernkombinationen
In der Praxis wird die GOÄ 4073 selten isoliert abgerechnet. Häufig erfolgt die Kombination mit der Bestimmung anderer Katecholaminmetabolite. Typisch ist die gemeinsame Abrechnung mit der Ziffer 4074 für die Bestimmung der Vanillinmandelsäure (VMS).
Auch die Bestimmung von freiem Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin im Urin (z. B. nach Ziffer 4071 oder 4072) ist eine häufige und medizinisch sinnvolle Kombination. Wichtig ist hierbei, dass für jeden Parameter die eigenständige medizinische Indikation aus der Dokumentation hervorgeht.
Ziffer 4073 in der neuen GOÄ
Die Homovanillinsäure-Bestimmung (HVA) im Urin mittels Chromatographie wird zur neuen Nummer 12052 — „Homovanillinsäure (HVA) und/oder Vanillinmandelsäure (VMA)" — mit 27,52 € je bestimmtem Parameter (heute beim 2,3-fachen Satz: 38,20 €). Die neue Ziffer gilt für HPLC und schließt ggf. eine Probenaufbereitung (Vorreinigung) ein. Werden HVA und VMA gemeinsam aus einer Probe bestimmt, ist die Ziffer für jeden Parameter einmal berechenbar.
\nStand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4073
Was hat nicht gestimmt?