Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4151
Untersuchung mittels Ligandenassay - gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve-Amphetamin
Die GOÄ-Ziffer 4151 beschreibt eine spezialisierte Laborleistung aus dem Bereich der Ligandenassays. Diese Methode wird eingesetzt, um spezifische Substanzen wie Amphetamine in Körperflüssigkeiten nachzuweisen. Die Leistung umfasst die Durchführung des Assays sowie alle vorbereitenden und begleitenden Schritte.
In der offiziellen Leistungsbeschreibung ist festgelegt, dass eine eventuelle Doppelbestimmung bereits mit der Gebühr abgegolten ist. Auch die Erstellung einer aktuellen Bezugskurve darf nicht gesondert berechnet werden. Zudem gilt die strikte Vorgabe, dass die untersuchten Parameter auf der Liquidation einzeln angegeben werden müssen.
GOÄ 4151 in der Praxis: Indikationen und klinischer Einsatz
Die Bestimmung von Amphetaminen mittels Ligandenassay kommt in verschiedenen klinischen Szenarien zum Einsatz. Ein häufiger Anwendungsbereich ist der begründete Verdacht auf Intoxikation in der Notfallmedizin. Hierbei ermöglicht das Verfahren eine schnelle und präzise diagnostische Abklärung.
Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist das Drogenscreening im Rahmen von Substitutionsprogrammen oder psychiatrischen Behandlungen. Auch in der Arbeitsmedizin wird die Ziffer bei entsprechenden Fragestellungen herangezogen. Der Nachweis erfolgt meist aus Urinproben, kann aber auch aus dem Blutserum durchgeführt werden.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4151
Fallbeispiel 1: Verdacht auf akute Amphetamin-Intoxikation in der Notaufnahme
Ein Patient wird mit ausgeprägter Unruhe, Tachykardie und Mydriasis in die Notaufnahme eingeliefert. Zum Ausschluss einer Intoxikation wird eine Urinprobe mittels Ligandenassay auf Amphetamine untersucht. Die Abrechnung erfolgt nach GOÄ-Ziffer 4151 mit dem Regelhöchstsatz.
Fallbeispiel 2: Verlaufskontrolle bei Substitutionsbehandlung
Im Rahmen einer laufenden Substitutionsbehandlung wird ein regelmäßiges Beigebrauch-Screening durchgeführt. Die quantitative Bestimmung von Amphetamin im Urin sichert den Therapieerfolg ab. Die Leistung wird über die Ziffer 4151 liquidiert, wobei der Parameter auf der Rechnung explizit ausgewiesen wird.
Fallbeispiel 3: Arbeitsmedizinische Untersuchung bei begründetem Verdacht
Ein Arbeitnehmer stellt sich nach einem Vorfall im Betrieb zur arbeitsmedizinischen Untersuchung vor. Es besteht der Verdacht auf den Konsum von Stimulanzien. Die Durchführung des spezifischen Ligandenassays wird veranlasst und als selbstständige Laborleistung abgerechnet.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4151: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 4151 ist das Fehlen der konkreten Parameterangabe auf der Rechnung. Private Krankenversicherungen kürzen die Erstattung regelmäßig, wenn der Begriff "Amphetamin" nicht explizit aufgeführt ist. Die bloße Nennung der Ziffernummer reicht hier nicht aus.
Zudem darf die Ziffer nicht neben einfachen qualitativen Schnelltests (z. B. mittels Teststreifen) für denselben Parameter abgerechnet werden. Solche einfachen Verfahren sind mit anderen Ziffern abzugelten. Ein paralleler Ansatz führt bei Wirtschaftlichkeitsprüfungen fast immer zu Beanstandungen.
Achtung: Achten Sie darauf, dass Doppelbestimmungen nicht als zwei getrennte Leistungen abgerechnet werden. Die GOÄ-Ziffer 4151 schließt die Doppelbestimmung explizit in ihrem Leistungsumfang ein.
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Dokumentation der GOÄ 4151: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das beste Mittel gegen Honorarkürzungen. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation und das verwendete Probenmaterial klar dokumentiert sein. Auch die angewandte Methode, in diesem Fall der Ligandenassay, sollte vermerkt werden.
Das Testergebnis muss inklusive der Maßeinheiten und der herangezogenen Referenzwerte archiviert werden. Falls eine Bezugskurve erstellt wurde, sollte dies ebenfalls kurz notiert werden. Dies belegt die fachgerechte Durchführung der Laborleistung im Streitfall.
Dokumentation: Indikation: V. a. Amphetamin-Intoxikation bei Agitiertheit. Probenmaterial: Spontanurin. Methode: Ligandenassay (ELISA) auf Amphetamin. Ergebnis: Positiv (Wert: 450 ng/ml). Qualitätskontrolle und Bezugskurve dokumentiert.
GOÄ 4151: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da es sich bei der GOÄ 4151 um eine Laborleistung des Abschnitts M handelt, gelten besondere Regeln für die Steigerung. Der Regelhöchstsatz liegt bei 1,15 und darf nur in begründeten Ausnahmefällen bis zum Höchstsatz von 1,3 gesteigert werden. Typische Begründungen sind ein extrem hoher Analyseaufwand oder schwierige Probenbeschaffenheiten.
Typische Ziffernkombinationen
Die GOÄ 4151 wird häufig mit anderen spezifischen Ligandenassays kombiniert, wenn ein umfassendes Drogenscreening durchgeführt wird. So ist die Nebeneinanderberechnung mit Ziffern für den Nachweis von Cannabinoiden oder Opiaten zulässig. Wichtig ist auch hier, dass für jeden Parameter ein eigenständiger Assay durchgeführt und dokumentiert wird.
Tipp: Nutzen Sie bei der Abrechnung mehrerer Ligandenassays am selben Tag die jeweiligen spezifischen Ziffern und listen Sie alle untersuchten Parameter einzeln auf, um Rückfragen der Erstattungsstellen zu vermeiden.
Ziffer 4151 in der neuen GOÄ
Die alte Ziffer 4151 wird zur Nummer 11711 — „Amphetamine Urin; Signal-(Tracer-)verstärkter Immunoassay (Gruppentest); Auswertung: apparativ-quantitativ-testspezifisch (Cut-off-Wert).“ — mit festem Satz von 11,78 € (bisher beim 2,3-fachen Satz: 16,76 €).
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4151
Was hat nicht gestimmt?