GOÄ 4242: Listerien-Antikörper richtig abrechnen

4 Min. Lesezeit
GOÄ 4242
Quantitativer Nachweis von Antikörpern mittels Agglutinations- oder Fällungsreaktion (z.B. Hämagglutination, Hämagglutinationshemmung, Latex-Agglutination) -Listerien, je Typ
Punktzahl 230  
Einfachsatz 13,41 € 1,0x
Regelhöchstsatz 15,42 € 1,1x
Höchstsatz 17,43 € 1,3x

Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4242

Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.

Die GOÄ-Ziffer 4242 beschreibt den quantitativen Nachweis von Antikörpern mittels Agglutinations- oder Fällungsreaktion. Typische methodische Beispiele hierfür sind die Hämagglutination, die Hämagglutinationshemmung oder die Latex-Agglutination. Diese Leistung bezieht sich speziell auf den Erreger Listeria monocytogenes und wird je Typ berechnet.

Die Ziffer ist dem Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen) der Gebührenordnung für Ärzte zugeordnet. Sie umfasst alle vorbereitenden Maßnahmen im Labor sowie die Durchführung der spezifischen Reaktion. Die quantitative Bestimmung erfordert eine serielle Verdünnung des Patientenserums zur Titerbestimmung.

GOÄ 4242 in der Praxis: Diagnostik bei Verdacht auf Listeriose

Die klinische Anwendung der GOÄ-Ziffer 4242 ist primär bei Verdacht auf eine Listeriose-Infektion indiziert. Besonders bei Schwangeren mit grippeähnlichen Symptomen oder unklarem Fieber ist eine schnelle Abklärung essenziell. Auch bei immungeschwächten Patienten mit Zeichen einer Meningitis oder Sepsis kommt diese Diagnostik zum Einsatz.

Da Listeria monocytogenes verschiedene Serotypen aufweist, ist die Differenzierung klinisch relevant. Die Abrechnung erfolgt daher je nach untersuchtem Typ separat. Dies ermöglicht eine präzise Abbildung des tatsächlichen Laboraufwands in der Liquordiagnostik oder Serumdiagnostik.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4242

Fallbeispiel 1: Schwangere mit unklarem Fieber

Eine schwangere Patientin stellt sich mit grippeähnlichen Symptomen und subfebrilen Temperaturen vor. Zum Ausschluss einer konnatalen Listeriose veranlasst der Arzt eine serologische Untersuchung auf Listerien-Antikörper (Typ 1/2a und Typ 4b). Die Abrechnung erfolgt über die zweifache Ansetzung der GOÄ-Ziffer 4242, da zwei unterschiedliche Typen quantitativ bestimmt wurden.

Fallbeispiel 2: Immungeschwächter Patient mit Meningitis-Verdacht

Ein onkologischer Patient unter Chemotherapie zeigt Symptome einer beginnenden Meningitis. Neben der Liquorkultur wird eine serologische Titerbestimmung für Listerien-Antikörper Typ 4b durchgeführt. Die Abrechnung erfolgt mit der GOÄ-Ziffer 4242 zum Regelsatz von 15,42 €.

Fallbeispiel 3: Verlaufskontrolle nach nachgewiesener Infektion

Zur Beurteilung des Therapieerfolgs bei einer therapierten Listeriose wird nach zwei Wochen eine Titerkontrolle durchgeführt. Der quantitative Nachweis zeigt einen abfallenden Antikörpertiter. Diese Verlaufskontrolle rechtfertigt die erneute Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4242 für den spezifischen Typ.

Häufige Fehler bei der GOÄ 4242: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4242 ist das Fehlen der konkreten Parameterangabe auf der Liquidation. Die Rechnungslegung verlangt zwingend die Nennung des untersuchten Listerien-Typs. Fehlt diese Angabe, wird die Rechnung von privaten Krankenversicherungen oder Beihilfestellen oft moniert.

Zudem darf die Ziffer nicht für qualitative Schnelltests herangezogen werden. Die Leistungsbeschreibung fordert explizit einen quantitativen Nachweis, der in der Regel eine Titerbestimmung voraussetzt. Einfache Ja/Nein-Entscheidungen ohne Verdünnungsreihen erfüllen den Leistungsinhalt nicht.

Achtung: Die mehrfache Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4242 am selben Behandlungstag ist nur dann zulässig, wenn nachweislich unterschiedliche Serotypen von Listerien untersucht wurden. Eine bloße Doppelbestimmung zur Qualitätssicherung ist nicht gesondert berechnungsfähig.

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Dokumentation der GOÄ 4242: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament für eine erfolgreiche Abrechnungsprüfung. In der Patientenakte müssen der konkrete Verdacht, die Indikation sowie die Ergebnisse der Titerbestimmung exakt festgehalten werden. Auch die angewandte Methode, wie beispielsweise die Latex-Agglutination, sollte dokumentiert sein.

Für die Rechnungsstellung ist die genaue Bezeichnung des untersuchten Typs (z. B. Listeria monocytogenes Typ 1/2a) obligat. Dies sichert den Erstattungsanspruch des Patienten gegenüber der privaten Krankenversicherung.

Dokumentation: Verdacht auf Listeriose bei Schwangerschaft (SSW 24). Durchführung des quantitativen Nachweises von Listerien-Antikörpern Typ 1/2a mittels Agglutinationsreaktion. Ergebnis: Titer 1:320.

GOÄ 4242: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Die GOÄ-Ziffer 4242 kann bei erhöhtem Aufwand über den Regelsatz von 1,15-fach bis zum Höchstsatz von 1,3-fach gesteigert werden. Ein erhöhter Aufwand kann beispielsweise durch schwierige Probenbeschaffenheit (z. B. stark hämolytisches Serum) begründet werden. Auch eine unerwartet komplexe Kreuzreaktivität, die zusätzliche Kontrollschritte erfordert, rechtfertigt eine Steigerung.

Typische Ziffernkombinationen

Häufig wird die GOÄ-Ziffer 4242 zusammen mit anderen labordiagnostischen Leistungen erbracht. Sinnvoll ist die Kombination mit der Blutentnahme nach GOÄ-Ziffer 250 sowie mit allgemeinen Entzündungsparametern wie dem CRP (GOÄ-Ziffer 3524). Bei neurologischer Symptomatik wird oft parallel eine Liquordiagnostik durchgeführt.

Tipp: Achten Sie bei der Kombination von Laborleistungen darauf, dass die Höchstgrenzen für Laboruntersuchungen gemäß den allgemeinen Bestimmungen des Abschnitts M eingehalten werden, sofern keine Ausnahmeregelung greift.

Ziffer 4242 in der neuen GOÄ

Für die Ziffer 4242 sieht der Entwurf keine eigenständige Nachfolgeleistung vor. Die bisherige Untersuchungsmethode ist im neuen Leistungskatalog nicht mehr als eigenständiger Code geführt. Der bisherige 2,3-fache Satz liegt bei 15,42 €; im Einzelfall ist zu prüfen, welche neue Ziffer den Untersuchungsinhalt am besten abbildet.

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4242

Die GOÄ-Ziffer 4242 darf für den quantitativen Nachweis von Listerien-Antikörpern abgerechnet werden. Typische Indikationen sind der Verdacht auf Listeriose bei Schwangeren oder immungeschwächten Patienten. Die Abrechnung erfolgt je nach untersuchtem Listerien-Typ.
Der Regelhöchstsatz der GOÄ-Ziffer 4242 beträgt 15,42 € bei einem Steigerungsfaktor von 1,15. Der einfache Gebührensatz liegt bei 13,41 €. Bei begründetem Mehraufwand kann bis zum Höchstsatz von 1,3 (17,43 €) gesteigert werden.
Ja, die GOÄ-Ziffer 4242 darf am selben Tag mehrfach abgerechnet werden, wenn unterschiedliche Listerien-Typen untersucht wurden. Die untersuchten Parameter müssen hierzu zwingend auf der Rechnung einzeln angegeben werden. Eine Mehrfachabrechnung für denselben Typ ist hingegen ausgeschlossen.
Die Ziffer setzt eine Agglutinations- oder Fällungsreaktion voraus, wie beispielsweise die Hämagglutination oder Latex-Agglutination. Zudem muss der Nachweis quantitativ erfolgen, was in der Regel eine serielle Titerbestimmung erfordert. Qualitative Schnelltests sind über diese Ziffer nicht berechnungsfähig.
Auf der Rechnung müssen die konkret untersuchten Parameter angegeben werden. Dies bedeutet, dass der spezifische Listerien-Typ (z. B. Typ 1/2a oder Typ 4b) explizit genannt werden muss. Fehlt diese Angabe, kann dies zur Ablehnung der Erstattung durch die Kostenträger führen.
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