GOÄ 4245: Salmonellen-O-Antigene korrekt abrechnen

4 Min. Lesezeit
GOÄ 4245
Quantitativer Nachweis von Antikörpern mittels Agglutinations- oder Fällungsreaktion (z.B. Hämagglutination, Hämagglutinationshemmung, Latex-Agglutination) -Salmonellen-O-Antigene
Punktzahl 230  
Einfachsatz 13,41 € 1,0x
Regelhöchstsatz 15,42 € 1,1x
Höchstsatz 17,43 € 1,3x

Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4245

Quantitativer Nachweis von Antikörpern mittels Agglutinations- oder Fällungsreaktion (z.B. Hämagglutination, Hämagglutinationshemmung, Latex-Agglutination) -Salmonellen-O-Antigene

Die Gebührenordnung für Ärzte ordnet diese Leistung dem Abschnitt M III (Spezielle Laboruntersuchungen) zu. Die Erbringung dieser Leistung erfordert den quantitativen Nachweis von spezifischen Antikörpern. Als methodische Verfahren kommen klassische Agglutinations- oder Fällungsreaktionen zum Einsatz. Ein wesentlicher Abrechnungshinweis besagt, dass die untersuchten Parameter in der Rechnung explizit anzugeben sind.

GOÄ 4245 in der Praxis: Diagnostik von Salmonellen-Infektionen

Die Bestimmung von Antikörpern gegen Salmonellen-O-Antigene ist ein wichtiger Baustein in der Diagnostik von systemischen Salmonellosen. Insbesondere bei dem Verdacht auf Typhus abdominalis oder Paratyphus liefert dieser Test wertvolle Hinweise. Die O-Antigene repräsentieren die somatischen Oberflächenstrukturen der Bakterien. Ein signifikanter Titeranstieg im Verlauf sichert die Diagnose einer akuten Infektion ab.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4245

Fallbeispiel 1: Verdacht auf Typhus abdominalis

Ein Patient stellt sich mit anhaltendem hohen Fieber und trockenem Husten nach einer Fernreise vor. Zur Abklärung einer systemischen Salmonellose veranlasst der Arzt eine quantitative Antikörperbestimmung. Die Durchführung der Agglutinationsreaktion auf Salmonellen-O-Antigene wird mit der GOÄ-Ziffer 4245 zum Regelhöchstsatz liquidiert. Die Dokumentation enthält den konkreten Titerwert.

Fallbeispiel 2: Verlaufskontrolle einer nachgewiesenen Infektion

Bei einer gesicherten Salmonellen-Infektion soll der therapeutische Erfolg und der Rückgang der Immunantwort überwacht werden. Der Arzt führt nach zwei Wochen eine erneute Titerbestimmung durch. Diese Verlaufskontrolle rechtfertigt die erneute Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4245. In der Rechnung wird der spezifische Parameter ausgewiesen.

Fallbeispiel 3: Differentialdiagnostik bei unklarem Fieber

Ein Patient leidet seit mehreren Tagen unter unklarem Fieber ohne fokale Symptome. Im Rahmen der differentialdiagnostischen Abklärung erfolgt der Ausschluss einer Salmonellose. Die quantitative Bestimmung der O-Antikörper wird über die GOÄ-Ziffer 4245 abgerechnet. Der negative Befund wird in der Patientenakte hinterlegt.

Häufige Fehler bei der GOÄ 4245: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Fehler bei der Liquidation dieser Ziffer ist das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Rechnung. Private Krankenversicherungen fordern die explizite Nennung der Salmonellen-O-Antigene ein. Zudem darf die Ziffer nicht für rein qualitative Schnelltests herangezogen werden. Für qualitative Verfahren existieren eigenständige, meist niedriger bewertete Gebührenziffern.

Achtung: Die Nebeneinanderberechnung von GOÄ 4245 und ähnlichen Ziffern für denselben Parameter aus derselben Probe ist unzulässig. Prüfstellen achten streng auf die Einhaltung der Methodenexklusivität.

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Dokumentation der GOÄ 4245: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation schützt vor Honorarrückforderungen durch Kostenträger. In der Patientenakte müssen die medizinische Indikation, die angewandte Methode und das quantitative Ergebnis dokumentiert sein. Der konkrete Titerverlauf sollte bei Mehrfachbestimmungen grafisch oder tabellarisch dargestellt werden. Dies erleichtert den Nachweis der medizinischen Notwendigkeit bei Rückfragen.

Dokumentation: Verdacht auf Typhus abdominalis nach Indien-Reise. Durchführung der Gruber-Widal-Reaktion. Ergebnis: Salmonellen-O-Antigen-Titer 1:400 (positiv). Validierung durch Laborarzt erfolgt.

GOÄ 4245: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Die Steigerung über den Regelhöchstsatz von 1,15 hinaus bis zum Höchstsatz von 1,3 ist bei Laborleistungen streng reglementiert. Eine Überschreitung erfordert eine individuelle Begründung, wie etwa einen außergewöhnlich hohen Zeitaufwand durch störende Faktoren im Serum. Typische Begründungen sind starke Lipämie oder Hämolyse, die eine aufwendige Probenvorbereitung erfordern.

Typische Ziffernkombinationen

In der Praxis wird die GOÄ 4245 häufig mit der GOÄ-Ziffer 4246 für den Nachweis von Salmonellen-H-Antigenen kombiniert. Diese Kombination bildet die klassische Gruber-Widal-Reaktion ab. Auch die Kombination mit Basislaborwerten wie dem Blutbild oder Entzündungsparametern ist im Rahmen der Primärdiagnostik üblich.

Tipp: Bei der Kombination von O- und H-Antigen-Nachweisen ist darauf zu achten, beide Ziffern (4245 und 4246) getrennt aufzuführen und jeweils den spezifischen Parameter zu benennen.

Ziffer 4245 in der neuen GOÄ

Die Leistung wird in der neuen GOÄ zur neuen Nummer 11290 — „Salmonella-O-Antigene, je Antigen, quantitativ Antikörpernachweis“. Festpreis: 11,03 € (aktueller 2,3-facher Satz: 15,42 € — etwas weniger als heute). Die Leistung nach Nummer 11290 ist pro Patientenprobe bis zu viermal berechnungsfähig.

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4245

Mit der GOÄ-Ziffer 4245 wird der quantitative Nachweis von Antikörpern gegen Salmonellen-O-Antigene mittels Agglutinations- oder Fällungsreaktion abgerechnet. Diese Untersuchung dient primär dem Nachweis oder Ausschluss einer systemischen Salmonellen-Infektion wie Typhus abdominalis.
Auf der Rechnung müssen die konkret untersuchten Parameter explizit angegeben werden. Ohne diese Spezifikation, beispielsweise die Nennung der Salmonellen-O-Antigene, ist die Abrechnung formal fehlerhaft und kann von Kostenträgern beanstandet werden.
Ja, die Nebeneinanderberechnung von GOÄ 4245 (O-Antigene) und GOÄ 4246 (H-Antigene) ist zulässig, wenn beide Antikörpertypen quantitativ bestimmt werden. Dies ist im Rahmen der klassischen Gruber-Widal-Reaktion der medizinische Standard.
Der Regelhöchstsatz für die GOÄ-Ziffer 4245 beträgt das 1,15-Fache des Gebührensatzes, was einem Betrag von 15,42 € entspricht. Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,3 (17,43 €) ist nur mit einer medizinischen Begründung zulässig.
Die Abrechnung setzt eine Agglutinations- oder Fällungsreaktion wie die Hämagglutination oder die Latex-Agglutination voraus. Andere methodische Verfahren wie ein ELISA müssen über entsprechende andere Ziffern des Gebührenverzeichnisses liquidiert werden.
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Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine rechtsverbindliche Auskunft, Rechtsberatung oder Abrechnungsberatung dar. Die Doctario GmbH übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Nutzung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung.

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