Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4244
Quantitativer Nachweis von Antikörpern mittels Agglutinations- oder Fällungsreaktion (z.B. Hämagglutination, Hämagglutinationshemmung, Latex-Agglutination) -Salmonellen-H-Antigene
Die GOÄ-Ziffer 4244 beschreibt eine spezialisierte Laborleistung aus dem Bereich der Immunologie. Sie umfasst den quantitativen Nachweis von spezifischen Antikörpern gegen die Geißel-Antigene (H-Antigene) von Salmonellen. Diese Analyse wird klassischerweise über Agglutinations- oder Fällungsreaktionen durchgeführt.
Im Rahmen dieser Leistung sind alle vorbereitenden Maßnahmen im Labor sowie die Durchführung der Reaktion selbst enthalten. Auch die Auswertung und die Erstellung des Befundberichts sind mit der Gebühr abgegolten. Die Vorbemerkungen des Abschnitts M der GOÄ sind hierbei zwingend zu beachten, insbesondere bezüglich der Zuordnung zum Speziallabor.
GOÄ 4244 in der Praxis: Diagnostik bei Verdacht auf Typhus und Enteritis
In der klinischen Praxis kommt die GOÄ-Ziffer 4244 vor allem bei dem Verdacht auf systemische Salmonellosen zum Einsatz. Hierzu zählen insbesondere das Typhus abdominalis und das Paratyphus. Auch bei schweren Verläufen einer klassischen Salmonellen-Enteritis kann die Bestimmung sinnvoll sein.
Die serologische Diagnostik mittels der sogenannten Gruber-Widal-Reaktion erfasst sowohl O-Antigene als auch H-Antigene. Die Bestimmung der H-Antikörper dient dabei der Differenzierung. Sie erlaubt Rückschlüsse darauf, ob eine aktive Infektion, eine zurückliegende Erkrankung oder ein Impfschutz gegen Salmonella enterica vorliegt.Tipp: Kombinieren Sie den Nachweis der H-Antigene (GOÄ 4244) stets leitliniengerecht mit dem Nachweis der O-Antigene (GOÄ 4243), um eine vollständige serologische Aussagekraft zu erhalten.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4244
Fallbeispiel 1: Verdacht auf Typhus abdominalis nach Auslandsaufenthalt
Ein Patient stellt sich mit anhaltend hohem Fieber und abdominellen Beschwerden nach einer Fernreise vor. Es besteht der dringende Verdacht auf ein Typhus-Fieber. Zur Diagnosesicherung wird eine quantitative Bestimmung der Salmonella-H-Antikörper veranlasst. Neben der GOÄ 4244 wird auch die GOÄ 4243 für die O-Antigene abgerechnet.
Fallbeispiel 2: Verlaufskontrolle bei nachgewiesener Salmonellose
Bei einem Patienten mit einer bereits mikrobiologisch gesicherten Salmonellen-Infektion soll der Titerverlauf kontrolliert werden. Dies dient der Beurteilung der immunologischen Aktivität. Die Bestimmung der H-Antikörper wird durchgeführt und nach GOÄ-Ziffer 4244 liquidiert.
Fallbeispiel 3: Abklärung einer unklaren fieberhaften Erkrankung
Ein Patient leidet unter unklarem Fieber ohne wegweisende lokale Symptome. Im Rahmen der Differenzialdiagnostik wird ein serologisches Screening auf Salmonellosen durchgeführt. Die Abrechnung der quantitativen H-Antikörper-Bestimmung erfolgt korrekt über die Ziffer 4244.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4244: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Liquidation der GOÄ 4244 ist das Fehlen der konkreten Parameterangabe auf der Rechnung. Die Leistungsbeschreibung fordert explizit, dass die untersuchten Parameter in der Rechnung anzugeben sind. Fehlt dieser Zusatz, riskieren Praxen eine Beanstandung durch Privatversicherer.
Zudem müssen die strengen Ausschlussbestimmungen für Laborleistungen beachtet werden. Die Ziffer darf nicht unzulässig mit qualitativen Schnelltests am selben Untersuchungstag kombiniert werden. Auch die Einhaltung des korrekten Steigerungssatzes für das Speziallabor ist ein häufiger Prüfpunkt.
Achtung: Ohne die konkrete Angabe des untersuchten Parameters (z. B. "Salmonella-H-Antigen") auf der Liquidation wird die Rechnung von privaten Krankenversicherungen regelmäßig beanstandet und gekürzt.
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Dokumentation der GOÄ 4244: Praxisbewährte Hinweise
Für eine rechtssichere Abrechnung ist eine lückenlose und vollständige Dokumentation in der Patientenakte unerlässlich. Neben der medizinischen Indikation müssen der genaue Untersuchungsauftrag und das Laborergebnis dokumentiert werden. Auch die verwendete Methode sollte im Laborblatt ersichtlich sein.
Der schriftliche Befundbericht muss zwingend archiviert werden. Aus ihm muss hervorgehen, welcher Titer (z. B. 1:400) ermittelt wurde. Diese Daten stützen die Abrechnung bei eventuellen Rückfragen der Kostenträger.
Dokumentationsbeispiel: Verdacht auf Typhus abdominalis nach Indien-Reise. Anforderung: Gruber-Widal-Reaktion. Ergebnis GOÄ 4244: Salmonella-H-Antigen-Titer 1:400 (positiv).
GOÄ 4244: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da die GOÄ 4244 dem Abschnitt MII (Speziallabor) angehört, liegt der Regelhöchstsatz bei 1,15. Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,3 ist nur in seltenen Ausnahmefällen möglich. Dies erfordert eine detaillierte, patientenbezogene Begründung, wie etwa einen extremen Mehraufwand durch Probenbeschaffenheit.
Typische Ziffernkombinationen
Die GOÄ 4244 wird sehr häufig zusammen mit der GOÄ-Ziffer 4243 (Nachweis von Salmonella-O-Antigenen) abgerechnet. Auch die Kombination mit Ziffern für die Blutentnahme (GOÄ 250) und die Beratung (GOÄ 1 oder GOÄ 3) ist im Praxisalltag die Regel.
Ziffer 4244 in der neuen GOÄ
Die Leistung wird in der neuen GOÄ zur neuen Nummer 11289 — „Salmonella-H-Antigene, je Antigen, quantitativ Antikörpernachweis“. Festpreis: 11,03 € (aktueller 2,3-facher Satz: 15,42 € — etwas weniger als heute). Die Leistung nach Nummer 11289 ist pro Patientenprobe bis zu sechsmal berechnungsfähig.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4244
Was hat nicht gestimmt?