GOÄ 4246: Staphylolysin-Antikörper korrekt abrechnen

4 Min. Lesezeit
GOÄ 4246
Quantitativer Nachweis von Antikörpern mittels Agglutinations- oder Fällungsreaktion (z.B. Hämagglutination, Hämagglutinationshemmung, Latex-Agglutination) -Staphylolysin
Punktzahl 230  
Einfachsatz 13,41 € 1,0x
Regelhöchstsatz 15,42 € 1,1x
Höchstsatz 17,43 € 1,3x

Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4246

Quantitativer Nachweis von Antikörpern mittels Agglutinations- oder Fällungsreaktion (z.B. Hämagglutination, Hämagglutinationshemmung, Latex-Agglutination) -Staphylolysin-
Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.

Die GOÄ-Ziffer 4246 beschreibt eine klassische serologische Untersuchung aus dem Bereich der Laboratoriumsmedizin. Im Fokus steht der quantitative Nachweis von spezifischen Antikörpern gegen Staphylolysin, auch bekannt als Anti-Staphylolysin-Titer (ASTA). Diese Analyse erfolgt mittels Agglutinations- oder Fällungsreaktionen, wozu beispielsweise die Latex-Agglutination oder die Hämagglutinationshemmung gehören.

Die Leistung ist dem Abschnitt M III (Spezielle Laboruntersuchungen) der Gebührenordnung für Ärzte zugeordnet. Ein wesentlicher formaler Aspekt dieser Ziffer ist die Verpflichtung, den konkret untersuchten Parameter auf der Liquidation anzugeben. Ohne diese Spezifikation ist die Abrechnung rechtlich nicht vollständig.

GOÄ 4246 in der Praxis: Indikationen und klinischer Nutzen

Die Bestimmung des Anti-Staphylolysin-Titers ist ein wichtiges Werkzeug bei der Diagnose von tiefen, chronischen oder metastatischen Staphylokokken-Infektionen. Während oberflächliche Infektionen selten zu einer messbaren Antikörperantwort führen, zeigen systemische Verläufe oft signifikante Titeranstiege. Typische Indikationen umfassen den Verdacht auf eine chronische Osteomyelitis, eine Endokarditis oder tiefe Abszesse.

Auch bei der Abklärung von unklarem Fieber oder postinfektiösen Syndromen liefert der quantitative Nachweis wertvolle Hinweise. Die Abgrenzung zu akuten Infektionen erfolgt meist durch die Bestimmung von Entzündungsparametern oder den direkten Erregernachweis. Der Antikörpernachweis dient hierbei primär der Verlaufskontrolle und der Bestätigung einer systemischen Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Erreger.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4246

Fallbeispiel 1: Verdacht auf chronische Osteomyelitis

Ein Patient stellt sich mit anhaltenden Knochenschmerzen nach einer orthopädischen Operation vor. Es besteht der Verdacht auf eine chronische, durch Staphylococcus aureus verursachte Osteomyelitis. Zur diagnostischen Abklärung wird eine Blutprobe entnommen und der Anti-Staphylolysin-Titer mittels Latex-Agglutination quantitativ bestimmt. Die Abrechnung erfolgt mit der GOÄ-Ziffer 4246 zum Regelsatz.

Fallbeispiel 2: Abklärung einer rezidivierenden Furunkulose

Bei einer Patientin mit wiederkehrenden, tiefen Hautabszessen soll der Immunstatus bezüglich Staphylokokken-Toxinen überprüft werden. Das Labor führt den quantitativen Antikörpernachweis durch. Die Dokumentation erfasst die klinische Symptomatik und das quantitative Testergebnis. Abgerechnet wird die Ziffer 4246 unter Nennung des Parameters auf der Rechnung.

Fallbeispiel 3: Verlaufskontrolle bei nachgewiesener Endokarditis

Zur Überwachung der therapeutischen Wirksamkeit bei einer therapierten Staphylokokken-Endokarditis wird der ASTA-Titer im Verlauf bestimmt. Der quantitative Titerabfall dient als Indikator für den Therapieerfolg. Die wiederholte Bestimmung im Abstand von mehreren Wochen rechtfertigt die erneute Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4246.

Häufige Fehler bei der GOÄ 4246: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung dieser Ziffer ist das Versäumnis, den untersuchten Parameter explizit auf der Rechnung auszuweisen. Die Angabe "GOÄ 4246" ohne den Zusatz "Anti-Staphylolysin" oder "ASTA" führt regelmäßig zu Beanstandungen durch private Krankenversicherungen. Die Rechnungslegung muss diesen formalen Anforderungen zwingend entsprechen.

Zudem darf die Ziffer nicht abgerechnet werden, wenn der Nachweis über ein anderes methodisches Verfahren wie den ELISA erfolgt. Für enzymimmunologische Verfahren ist stattdessen die GOÄ-Ziffer 4400 heranzuziehen. Eine Doppelabrechnung beider Ziffern für denselben Analyten ist ausgeschlossen.

Achtung: Die Abrechnung der GOÄ 4246 setzt ein quantitatives Verfahren voraus. Ein einfacher qualitativer Schnelltest erfüllt die Leistungsvoraussetzungen nicht und darf nicht unter dieser Ziffer liquidiert werden.

GOÄ-Updates per E-Mail

Neue Ziffern-Artikel & Abrechnungstipps, kostenlos und jederzeit abbestellbar.

Dokumentation der GOÄ 4246: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation ist die beste Absicherung gegen Honorarkürzungen. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation, das angewandte Testverfahren sowie das exakte quantitative Ergebnis dokumentiert werden. Auch der zeitliche Verlauf bei Mehrfachbestimmungen sollte klar ersichtlich sein.

Besonders bei der Begründung von Schwellenwertüberschreitungen ist die Dokumentation von Besonderheiten im Probenmaterial essenziell. Lipämische oder hämolytische Seren, die den Analyseaufwand erhöhen, sollten vermerkt werden.

Dokumentation: Verdacht auf tiefe Staphylokokken-Infektion bei liegendem Fremdmaterial. Durchführung des quantitativen Anti-Staphylolysin-Nachweises mittels Agglutinationstest. Ergebnis: ASTA-Titer 1:800 (signifikant erhöht).

GOÄ 4246: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Als Leistung des Speziallabors kann die GOÄ-Ziffer 4246 im Regelfall bis zum 1,15-fachen Satz berechnet werden. Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,3 ist nur bei Vorliegen besonderer Umstände zulässig. Typische Begründungen sind ein ungewöhnlich hoher Zeitaufwand bei der Probenvorbereitung oder schwierige Serumverhältnisse.

Typische Ziffernkombinationen

Die Bestimmung des ASTA-Titers erfolgt selten isoliert. Häufig wird die Leistung mit der Blutentnahme nach GOÄ 250 kombiniert. Auch die gleichzeitige Bestimmung anderer Entzündungsmarker wie CRP (GOÄ 3524) oder eines Blutbildes (GOÄ 3501) ist üblich und zulässig.

Tipp: Achten Sie bei der Kombination von Laborleistungen darauf, dass die Höchstgrenzen für Laboruntersuchungen gemäß den allgemeinen Bestimmungen des Abschnitts M eingehalten werden.

Ziffer 4246 in der neuen GOÄ

Die Leistung wird in der neuen GOÄ zur neuen Nummer 11387 — „Staphylolysin Antikörpernachweis“. Festpreis: 10,08 € (aktueller 2,3-facher Satz: 15,42 € — weniger als heute).

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4246

Die GOÄ-Ziffer 4246 wird für den quantitativen Nachweis von Antikörpern gegen Staphylolysin mittels Agglutinations- oder Fällungsreaktionen abgerechnet. Typische Indikationen sind der Verdacht auf tiefe oder chronische Staphylokokken-Infektionen wie Osteomyelitis oder Endokarditis.
Als Laborleistung des Abschnitts M III beträgt der Regelhöchstsatz für die GOÄ 4246 das 1,15-Fache des Gebührensatzes. Dies entspricht einem Betrag von 15,42 Euro.
Es ist zwingend erforderlich, den untersuchten Parameter auf der Rechnung anzugeben. Fehlt die konkrete Bezeichnung wie beispielsweise Anti-Staphylolysin-Titer, ist die Abrechnung formal unvollständig.
Nein, wenn der Nachweis desselben Antikörpers mittels ELISA erfolgt, ist die GOÄ-Ziffer 4400 anzusetzen. Eine Nebeneinanderberechnung von GOÄ 4246 und GOÄ 4400 für denselben Parameter ist nicht zulässig.
Die Ziffer kann bei erhöhtem Aufwand bis zum 1,3-fachen Satz gesteigert werden, was einem Betrag von 17,43 Euro entspricht. Eine Überschreitung des Schwellenwerts von 1,15 erfordert eine medizinische Begründung auf der Rechnung.
War dieser Artikel hilfreich?

Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine rechtsverbindliche Auskunft, Rechtsberatung oder Abrechnungsberatung dar. Die Doctario GmbH übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Nutzung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung.

Nächster Schritt

Dranbleiben oder direkt loslegen

GOÄ-Updates erhalten

Neue Artikel, Abrechnungstipps und GOÄ-Änderungen, kostenlos und jederzeit abbestellbar.

Kein Spam. Nur relevante Inhalte zur GOÄ-Abrechnung.

Doctario kennenlernen

In 30 Minuten zeigen wir Ihnen, wie Doctario Ihre privatärztliche Abrechnung automatisiert, persönlich und unverbindlich.

  • Automatische GOÄ-Erkennung
  • Transparente Abrechnung
  • Persönlicher Support
Erstgespräch buchen
30 Minuten Kostenlos Unverbindlich