Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4249
Quantitativer Nachweis von Antikörpern mittels Agglutinations- oder Fällungsreaktion (z.B. Hämagglutination, Hämagglutinationshemmung, Latex-Agglutination) -Yersinien, bis zu zwei Typen, je Typ. Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Die Gebührenziffer 4249 beschreibt eine klassische serologische Untersuchung im Labor. Sie dient dem Nachweis spezifischer Antikörper gegen das Bakterium Yersinia mittels Agglutinations- oder Fällungsreaktionen. Diese Methode nutzt die Verklumpung von Antigen-Antikörper-Komplexen zur quantitativen Bestimmung des Antikörpertiters.
Die Leistung ist je untersuchtem Yersinien-Typ (bis zu zwei Typen) berechnungsfähig. Wichtig ist, dass die exakte Angabe der untersuchten Parameter auf der Liquidation zwingend erforderlich ist, um die Transparenz der Abrechnung zu gewährleisten.
GOÄ 4249 in der Praxis: Diagnostik bei Verdacht auf Yersiniose
Die Bestimmung von Yersinien-Antikörpern ist klinisch besonders relevant bei Verdacht auf eine Yersinia-enterocolitica-Infektion oder eine Yersinia pseudotuberculosis. Typische Symptome umfassen anhaltende Enterokolitiden, Pseudoappendizitis oder extraintestinale Manifestationen wie die reaktive Arthritis und das Erythema nodosum.
Da die Erregeranzucht aus Stuhlproben in späteren Krankheitsstadien oft negativ ausfällt, ist die Serodiagnostik mittels GOÄ 4249 ein unverzichtbares Werkzeug. Die quantitative Titerbestimmung erlaubt zudem eine Verlaufskontrolle der Infektion über mehrere Wochen.
Tipp: Dokumentieren Sie bei Verdacht auf reaktive Arthritis immer die vorausgegangene gastrointestinale Symptomatik, um die medizinische Notwendigkeit der serologischen Untersuchung zweifelsfrei zu belegen.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4249
Fallbeispiel 1: Verdacht auf reaktive Arthritis nach Gastroenteritis
Ein Patient stellt sich mit schmerzhaften Schwellungen der Kniegelenke vor und berichtet von einer schweren Durchfallerkrankung vor drei Wochen. Zum Ausschluss einer postinfektiösen Arthritis veranlasst der Arzt den quantitativen Nachweis von Antikörpern gegen zwei Yersinien-Typen.
Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ-Ziffer 4249, die in diesem Fall zweifach (für zwei Typen) angesetzt werden kann. Zusätzlich wird die Blutentnahme nach GOÄ 250 berechnet.
Fallbeispiel 2: Abklärung einer chronischen Enterokolitis
Bei einer Patientin mit chronisch-rezidivierenden Bauchschmerzen und Diarrhö soll eine chronische Yersiniose ausgeschlossen werden. Der Arzt veranlasst die quantitative Bestimmung von Antikörpern gegen einen spezifischen Yersinien-Typ mittels Agglutinationstest.
Abgerechnet wird die GOÄ 4249 zum Regelsatz (1,15-fach) für einen Typ. Die Dokumentation enthält den konkreten Typ und das quantitative Testergebnis.
Fallbeispiel 3: Verlaufskontrolle bei gesicherter Yersiniose
Zur Verlaufskontrolle einer bekannten Yersinien-Infektion wird vier Wochen nach der Erstdiagnose erneut ein Agglutinationstest durchgeführt, um den Titerverlauf zu beurteilen. Der Titerabfall bestätigt den Heilungsverlauf.
Auch diese Verlaufskontrolle rechtfertigt den Ansatz der GOÄ 4249. Die medizinische Begründung in der Akte sichert die Erstattungsfähigkeit durch die private Krankenversicherung.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4249: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler ist das Versäumnis, die untersuchten Parameter (also die konkreten Yersinien-Typen) auf der Rechnung anzugeben. Dies führt regelmäßig zu Beanstandungen und Verzögerungen bei der Erstattung durch die privaten Krankenversicherungen.
Zudem darf die Ziffer maximal zweimal am selben Tag berechnet werden, da der Leistungstext die Abrechnung explizit auf "bis zu zwei Typen" begrenzt. Ein dritter Ansatz am selben Tag ist somit ausgeschlossen und wird von Prüfstellen gestrichen.
Achtung: Die parallele Abrechnung von qualitativen Schnelltests für dieselbe Fragestellung am selben Untersuchungstag ist nicht zulässig. Nutzen Sie für die quantitative Bestimmung stets die GOÄ 4249 und vermeiden Sie Doppelabrechnungen mit ähnlichen Suchtests.
Neue Ziffern-Artikel & Abrechnungstipps, kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Dokumentation der GOÄ 4249: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament jeder erfolgreichen GOÄ-Abrechnung. In der Patientenakte müssen das verwendete Testverfahren (z. B. Latex-Agglutination) sowie die exakten quantitativen Ergebnisse (Titerstufen) dokumentiert werden.
Auch die medizinische Indikation, wie beispielsweise der Verdacht auf eine postinfektiöse Folgeerkrankung, muss klar aus der Dokumentation hervorgehen. Dies schützt die Praxis bei eventuellen Rückfragen von Kostenträgern.
Dokumentationsbeispiel: Verdacht auf reaktive Arthritis nach Enteritis. Durchführung Latex-Agglutinationstest auf Yersinia enterocolitica Typ O:3 und Typ O:9. Ergebnis: Typ O:3 Titer 1:160 (positiv), Typ O:9 negativ.
GOÄ 4249: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Ein Überschreiten des Regelhöchstsatzes (1,15-fach) bis zum Höchstsatz (1,3-fach) ist bei Laborleistungen der Abschnitte M III/IV nur unter strengen Voraussetzungen möglich. Ein erhöhter Schwierigkeitsgrad oder ein ungewöhnlicher Zeitaufwand bei der Durchführung der Agglutinationsreaktion muss individuell und nachvollziehbar begründet werden.
Typische Begründungen für eine Faktorerhöhung können schwierige Testbedingungen bei stark lipämischen oder hämolytischen Serumproben sein, die eine wiederholte Durchführung des Tests erforderlich machten.
Typische Ziffernkombinationen
Häufig wird die GOÄ 4249 zusammen mit der Ziffer 250 (Blutentnahme) und eventuell notwendigen Transportgebühren nach GOÄ 4022 abgerechnet. Auch die Kombination mit anderen serologischen Ziffern für differentialdiagnostische Abklärungen (z. B. Rheumafaktoren) ist zulässig, sofern es sich um eigenständige Analysen handelt.
Ziffer 4249 in der neuen GOÄ
Für die Ziffer 4249 sieht der Entwurf keine eigenständige Nachfolgeleistung vor. Die bisherige Untersuchungsmethode ist im neuen Leistungskatalog nicht mehr als eigenständiger Code geführt. Der bisherige 2,3-fache Satz liegt bei 15,42 €; im Einzelfall ist zu prüfen, welche neue Ziffer den Untersuchungsinhalt am besten abbildet.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4249
Was hat nicht gestimmt?