Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4250
Die Gebührenordnung für Ärzte beschreibt die Ziffer 4250 im Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen) wie folgt:
Quantitativer Nachweis von Antikörpern mittels Agglutinations- oder Fällungsreaktion (z.B. Hämagglutination, Hämagglutinationshemmung, Latex-Agglutination) -Untersuchungen mit ähnlichem methodischen Aufwand
Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Diese Leistung umfasst die quantitative Bestimmung von Antikörpern durch spezifische immunologische Reaktionen. Dabei kommt es zur sichtbaren Verklumpung (Agglutination) oder Ausfällung (Präzipitation) von Antigen-Antikörper-Komplexen. Der methodische Aufwand muss dem der genannten Beispiele wie der Hämagglutinationshemmung entsprechen.
Ein wesentlicher Aspekt dieser Ziffer ist die Verpflichtung zur Angabe der untersuchten Parameter auf der Liquidation. Ohne diese Spezifizierung ist die Rechnung formal fehlerhaft und kann von privaten Krankenversicherungen oder Beihilfestellen zurückgewiesen werden.
GOÄ 4250 in der Praxis: Indikationen und klinische Relevanz
Die GOÄ-Ziffer 4250 findet breite Anwendung in der Infektionsdiagnostik und Immunologie. Typische Indikationen sind der quantitative Nachweis von Antikörpern gegen bakterielle oder virale Erreger. Auch die Bestimmung von Rheumafaktoren mittels Latex-Agglutinationstest fällt unter dieses Leistungsspektrum.
Klinisch relevant ist das Verfahren immer dann, wenn nicht nur das Vorhandensein, sondern die genaue Konzentration oder der Titerverlauf von Antikörpern bestimmt werden muss. Dies ist entscheidend für die Beurteilung der Krankheitsaktivität oder des Immunitätsstatus.
Abzugrenzen ist die Ziffer von rein qualitativen Schnelltests, die lediglich ein positives oder negatives Ergebnis liefern. Solche einfacheren Verfahren rechtfertigen den Ansatz der GOÄ 4250 nicht und müssen über niedrigere Ziffern abgerechnet werden.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4250
Fallbeispiel 1: Verdacht auf rheumatoide Arthritis
Ein Patient stellt sich mit anhaltenden Gelenkschmerzen in den Fingern vor. Zur Diagnostik wird eine quantitative Bestimmung der Rheumafaktoren mittels Latex-Agglutination durchgeführt. Die Auswertung ergibt einen erhöhten Titer, der exakt dokumentiert wird.
Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ-Ziffer 4250 zum Regelsatz. Auf der Rechnung wird der Parameter explizit als "Rheumafaktor (quantitativ)" ausgewiesen.
Fallbeispiel 2: Bestimmung des Röteln-Antikörpertiters
Bei einer Patientin im gebärfähigen Alter soll der Immunitätsstatus bezüglich Röteln überprüft werden. Hierzu wird ein Hämagglutinationshemmungstest (HAHT) zur quantitativen Bestimmung der Röteln-Antikörper durchgeführt.
Die erbrachte Laborleistung wird mit der Ziffer 4250 liquidiert. Als Parameter wird "Röteln-Antikörper (HAHT)" auf der Rechnung angegeben.
Fallbeispiel 3: Verlaufskontrolle bei Streptokokken-Infektion
Zur Verlaufskontrolle nach einer überstandenen Streptokokken-Infektion wird der Antistreptolysin-O-Titer (ASL) quantitativ mittels Latex-Agglutination bestimmt. Die Untersuchung dient dem Ausschluss von Poststreptokokken-Komplikationen.
Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ 4250. Der Parameter "Antistreptolysin-O-Titer" wird auf der Liquidation aufgeführt.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4250: Was Prüfer beanstanden
Der häufigste Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 4250 ist das Fehlen der Parameterangabe auf der Rechnung. Da dies eine explizite Bedingung des Leistungstextes ist, führt das Versäumnis regelmäßig zu Beanstandungen durch private Krankenversicherungen.
Ein weiterer Fehler ist die Verwechslung von qualitativen und quantitativen Verfahren. Wird lediglich ein qualitativer Suchtest durchgeführt, darf nicht die GOÄ 4250 angesetzt werden. Prüfer verlangen in solchen Fällen oft die Herabstufung auf eine einfachere Ziffer.
Achtung: Die parallele Abrechnung von GOÄ 4250 und anderen Ziffern für denselben Antikörpernachweis aus derselben Probe ist unzulässig. Achten Sie strikt darauf, Doppelabrechnungen zu vermeiden.
Zudem ist zu beachten, dass die Ziffer 4250 nicht für automatisierte Großgeräte-Analysen herangezogen werden darf, wenn dafür speziellere Ziffern im Abschnitt M existieren. Die Zuordnung muss immer der tatsächlich angewandten Methode entsprechen.
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Dokumentation der GOÄ 4250: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament einer erfolgreichen Abrechnung und schützt vor Honorarrückforderungen. In der Patientenakte müssen die Indikation, die angewandte Methode sowie das konkrete quantitative Ergebnis (z. B. Titerstufe oder IU/ml) festgehalten werden.
Auch der Name des durchführenden Labormitarbeiters und das Datum der Analyse sollten dokumentiert sein. Dies erleichtert den Nachweis der Leistungserbringung im Falle einer Wirtschaftlichkeitsprüfung.
Dokumentation: Quantitative Bestimmung von Rheumafaktoren mittels Latex-Agglutination. Ergebnis: Titer 1:160 (erhöht). Indikation: Verdacht auf rheumatoide Arthritis bei persistierender Synovitis.
Die Aufbewahrungsfristen für Laborbefunde und Dokumentationen von mindestens zehn Jahren müssen zwingend eingehalten werden. Digitale Archivierungssysteme sollten die Revisionssicherheit dieser Daten garantieren.
GOÄ 4250: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Die GOÄ-Ziffer 4250 kann im Rahmen der Gebührenordnung gesteigert werden. Der Regelsatz für Laborleistungen im Abschnitt M liegt bei 1,15-fach. Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,3-fach ist bei Vorliegen besonderer Umstände möglich.
Gründe für eine Überschreitung des Regelsatzes können eine schwierige Probenaufbereitung, stark lipämische oder hämolytische Seren oder ein unerwartet hoher Zeitaufwand bei der Titerbestimmung sein. Diese Begründungen müssen einzelfallbezogen und nachvollziehbar auf der Rechnung formuliert werden.
Tipp: Nutzen Sie präzise medizinische Begründungen für die Steigerung, wie zum Beispiel: "Erhöhter Zeitaufwand bei der Titerbestimmung aufgrund starker Probenviskosität".
Typische Ziffernkombinationen
Die GOÄ 4250 wird häufig im Rahmen einer umfassenden Labordiagnostik mit anderen Ziffern kombiniert. Erlaubt ist die Nebeneinanderberechnung mit Ziffern für die Blutentnahme (z. B. GOÄ 250) und den Transport von Probenmaterial.
Nicht kombiniert werden darf die Ziffer mit anderen methodischen Verfahren für denselben Parameter aus derselben Entnahme. Werden jedoch unterschiedliche Antikörper am selben Tag bestimmt, ist die Ziffer 4250 für jeden Parameter separat berechenbar.
Ziffer 4250 in der neuen GOÄ
In der neuen GOÄ wird die Leistung zur neuen Nummer 11388 — „Streptokinase Antikörpernachweis“. Festpreis: 14,15 € (aktueller 2,3-facher Satz: 15,42 € — etwas weniger als heute).
Für Fälle ohne passende spezifische Ziffer sieht der Entwurf keinen generischen Auffangtatbestand vor; der konkrete Analyt bzw. die Methode muss aus der Dokumentation hervorgehen.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4250
Was hat nicht gestimmt?