Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4282
Die GOÄ-Ziffer 4282 beschreibt eine spezialisierte labordiagnostische Leistung aus dem Bereich der Mikrobiologie und Serologie. Der offizielle Leistungstext lautet:
Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Diese Ziffer dient der quantitativen Bestimmung von Antikörpern gegen Mycoplasma pneumoniae mittels der klassischen Komplementbindungsreaktion (KBR). Die Methode erfasst komplementbindende Antikörper und ermöglicht über die Titerbestimmung eine Aussage über das Vorliegen oder den Verlauf einer Infektion.
GOÄ 4282 in der Praxis: Diagnostik der atypischen Pneumonie
Mycoplasma pneumoniae ist ein häufiger Erreger von ambulant erworbenen, sogenannten atypischen Pneumonien. Besonders bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen steht dieser Erreger im Fokus der klinischen Diagnostik. Die KBR ist eine etablierte Methode, um eine humorale Immunantwort nachzuweisen.
In der Praxis wird die GOÄ 4282 herangezogen, wenn klinische Symptome wie hartnäckiger Reizhusten, leichtes Fieber und ein unauffälliger Auskultationsbefund auf eine Mykoplasmen-Infektion hindeuten. Ein signifikanter Titeranstieg in zwei zeitlich versetzt entnommenen Serumproben sichert die Diagnose ab. Die Ziffer ist somit ein wichtiger Baustein in der differentialdiagnostischen Abklärung respiratorischer Infekte.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4282
Fallbeispiel 1: Verdacht auf Mykoplasmen-Pneumonie bei einem Jugendlichen
Ein 16-jähriger Patient stellt sich mit trockenem Husten und subfebrilen Temperaturen vor. Zur Abklärung einer atypischen Pneumonie wird eine Blutprobe entnommen und die KBR auf Mycoplasma pneumoniae veranlasst. Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ-Ziffer 4282 zum Regelsatz.
Fallbeispiel 2: Verlaufskontrolle zur Diagnosesicherung
Bei einer Patientin mit initial grenzwertigem Befund wird nach drei Wochen eine zweite Serumprobe untersucht. Der direkte Vergleich zeigt einen vierfachen Titeranstieg der komplementbindenden Antikörper. Die erneute Durchföhrung der KBR wird wiederum mit der Ziffer 4282 liquidiert.
Fallbeispiel 3: Differentialdiagnostik bei anhaltendem Husten
Ein Patient leidet seit vier Wochen unter therapierefraktärem Husten nach einer vermeintlichen Bronchitis. Zum Ausschluss einer persistierenden Mykoplasmen-Infektion wird die quantitative Bestimmung durchgeföhrt. Neben der klinischen Untersuchung wird die GOÄ 4282 erfolgreich abgerechnet.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4282: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Liquidation dieser Leistung ist das Versäumnis, den konkreten Parameter auf der Rechnung auszuweisen. Die GOÄ schreibt explizit vor, dass der untersuchte Parameter genannt werden muss. Fehlt dieser Hinweis, kann dies zur Ablehnung der Erstattung durch private Krankenversicherungen föhren.
Zudem muss der strikte Ausschluss bezüglich der Ziffer 437 beachtet werden. Eine nebeneinander erfolgende Abrechnung dieser beiden Ziffern in derselben Sitzung ist nicht zulässig und wird bei Prüfungen regelmäßig gestrichen.
Achtung: Achten Sie penibel darauf, dass auf der Liquidation neben der Ziffer 4282 der Klartext "Mycoplasma pneumoniae KBR" angegeben ist, um formale Beanstandungen zu vermeiden.
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Dokumentation der GOÄ 4282: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament jeder erfolgreichen Abrechnung. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation, das Datum der Blutentnahme sowie der detaillierte Laborbefund inklusive des spezifischen Titerwerts dokumentiert werden. Dies schützt die Praxis vor Regressansprüchen.
Dokumentation: Blutentnahme am 15.10.2023 bei V. a. atypische Pneumonie (anhaltender Reizhusten seit 14 Tagen). Laborbefund vom 18.10.2023: KBR Mycoplasma pneumoniae positiv, Titer 1:80.
Die Archivierung des originalen Laborblatts oder die direkte digitale Übernahme in die elektronische Patientenakte wird dringend empfohlen.
GOÄ 4282: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da es sich bei der GOÄ 4282 um eine Leistung des Abschnitts M (Laboratoriumsuntersuchungen) handelt, ist der Geböhrenrahmen eingeschränkt. Der Regelhöchstsatz beträgt das 1,15-Fache der Geböhr. Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,3 ist nur bei Vorliegen besonderer Erschwernisse, wie etwa einer schwierigen Probenaufbereitung bei lipämischem Serum, zulässig.
Typische Ziffernkombinationen
Die GOÄ 4282 wird im Praxisalltag häufig mit der Ziffer 250 für die Blutentnahme kombiniert. Auch die Kombination mit klinischen Basisleistungen wie der Ziffer 1 (Beratung) oder Ziffer 5 (Symptombezogene Untersuchung) ist üblich und zulässig. Eine parallele Bestimmung anderer Erreger mittels KBR ist unter Verwendung der jeweiligen spezifischen Ziffern ebenfalls möglich.
Tipp: Dokumentieren Sie eventuelle Besonderheiten bei der Probenverarbeitung sofort, um eine Steigerung auf den 1,3-fachen Satz rechtssicher begründen zu können.
Ziffer 4282 in der neuen GOÄ
Für die Ziffer 4282 sieht der Entwurf keine eigenständige Nachfolgeleistung vor. Die bisherige Untersuchungsmethode ist im neuen Leistungskatalog nicht mehr als eigenständiger Code geführt. Der bisherige 2,3-fache Satz liegt bei 16,76 €; im Einzelfall ist zu prüfen, welche neue Ziffer den Untersuchungsinhalt am besten abbildet.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4282
Was hat nicht gestimmt?