Die Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4295 für die Bestimmung von Antistreptodornase B (ADNAse B) erfordert Präzision. Erfahren Sie alles zu Fallstricken und Kombinationen.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4295
Bestimmung von Antikörpern mit sonstigen Methoden -Streptokokken Desoxyribonuklease (Antistreptodornase, ADNAse B), Immundiffusion oder ähnliche Untersuchungsmethoden
Die GOÄ-Ziffer 4295 beschreibt eine spezialisierte Laborleistung aus dem Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen). Sie dient dem Nachweis spezifischer Antikörper gegen das von A-Streptokokken gebildete Enzym Desoxyribonuklease B.
Diese Untersuchung wird vor allem mittels Immundiffusion oder vergleichbaren immunologischen Methoden durchgeführt. Die Ziffer deckt die gesamte laboranalytische Aufbereitung und Auswertung der Patientenprobe ab.
GOÄ 4295 in der Praxis: Diagnostik von Streptokokken-Folgeerkrankungen
Die Bestimmung der Antistreptodornase B (ADNAse B) ist ein wichtiges Werkzeug in der Post-Streptokokken-Diagnostik. Während der klassische Antistreptolysin-O-Titer (ASL) primär nach Racheninfektionen ansteigt, ist die ADNAse B besonders sensitiv bei vorausgegangenen Hautinfektionen wie dem Erysipel oder der Impetigo contagiosa.
Klinische Indikationen umfassen den begründeten Verdacht auf ein Rheumatisches Fieber oder eine Poststreptokokken-Glomerulonephritis. Da diese Folgeerkrankungen oft erst Wochen nach der eigentlichen Infektion auftreten, liefert der Antikörpernachweis den entscheidenden ätiologischen Beleg.
Tipp: Die Kombination von ASL-Titer und ADNAse B erhöht die diagnostische Sensitivität für den Nachweis einer abgelaufenen Streptokokkeninfektion auf über 90 Prozent.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4295
Fallbeispiel 1: Verdacht auf Poststreptokokken-Glomerulonephritis
Ein Patient stellt sich mit Hämaturie und Hypertonie einige Wochen nach einer kutanen Infektion vor. Zum Nachweis einer abgelaufenen Streptokokken-Infektion wird die ADNAse B im Serum bestimmt. Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ-Ziffer 4295 zum Regelsatz (1,15-fach).
Fallbeispiel 2: Abklärung eines Verdachts auf Rheumatisches Fieber
Bei einem Jugendlichen mit wandernden Gelenkschmerzen und vorausgegangenem fieberhaften Infekt wird eine umfassende Streptokokken-Serologie veranlasst. Neben dem ASL-Titer wird die Bestimmung der Antistreptodornase B durchgeführt. Abgerechnet werden die entsprechenden Laborziffern, darunter die Ziffer 4295 für die ADNAse B.
Fallbeispiel 3: V.a. Erysipel-Folgeerkrankung bei unklarem Gelenkschmerz
Nach einem therapierten Erysipel klagt eine Patientin über anhaltende Gelenkbeschwerden. Zur differentialdiagnostischen Abklärung erfolgt die Bestimmung der Streptokokken-Desoxyribonuklease-Antikörper. Die Leistung wird korrekt mit der Ziffer 4295 liquidiert.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4295: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler in der Abrechnungspraxis ist die Missachtung von Ausschlussbestimmungen. Die GOÄ-Ziffer 4295 darf nicht neben der Ziffer 437 (Zuschlag für unzeitzeitige Laborerbringung) abgerechnet werden, wenn die Voraussetzungen hierfür nicht strikt erfüllt oder systemisch ausgeschlossen sind.
Zudem beanstanden private Krankenversicherungen häufig die unbegründete Überschreitung des Regelhöchstsatzes von 1,15 bei Laborleistungen des Abschnitts M. Eine Steigerung auf den Höchstsatz von 1,3 erfordert eine außergewöhnlich aufwendige Probenbeschaffenheit oder methodische Schwierigkeiten, die explizit begründet werden müssen.
Achtung: Die bloße Routinebestimmung rechtfertigt keine Schwellenwertüberschreitung. Achten Sie darauf, dass Steigerungsbegründungen im Laborbereich extrem restriktiv gehandhabt werden.
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Dokumentation der GOÄ 4295: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist die beste Absicherung gegen Honorarkürzungen. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation (z. B. Verdacht auf Poststreptokokken-Symptomatik) sowie das konkrete Testergebnis dokumentiert sein.
Auch die verwendete Untersuchungsmethode, beispielsweise die Immundiffusion oder ein vergleichbares immunologisches Verfahren, sollte aus den Laboraufzeichnungen klar hervorgehen. Dies erleichtert die Argumentation bei eventuellen Nachfragen der Kostenträger.
Dokumentation: V. a. Poststreptokokken-Glomerulonephritis nach Hautinfekt vor 4 Wochen. Blutentnahme zur Bestimmung von ADNAse B (GOÄ 4295). Ergebnis: ADNAse-B-Titer signifikant erhöht (>200 U/ml).
GOÄ 4295: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da es sich bei der GOÄ 4295 um eine Leistung des Abschnitts M handelt, liegt der Regelhöchstsatz bei 1,15 (12,07 €). Eine Steigerung auf den Höchstsatz von 1,3 (13,64 €) ist nur in seltenen, medizinisch begründeten Einzelfällen möglich. Als Begründung können extreme Viskosität des Serums oder erhebliche störende Begleitfaktoren im Patientenblut dienen.
Typische Ziffernkombinationen
In der Praxis wird die GOÄ 4295 häufig mit anderen serologischen Parametern kombiniert. Typisch ist die gemeinsame Bestimmung mit dem Antistreptolysin-O-Titer (ASL). Auch die Abrechnung von Grundleistungen wie der Ziffer 250 (Blutentnahme) ist im Rahmen der Gesamtkliquidation für den Behandlungsfall üblich und zulässig.
Ziffer 4295 in der neuen GOÄ
In der neuen GOÄ wird die Leistung zur neuen Nummer 11389 — „Streptokokken-Desoxyribonuklease B (Streptodornase B, DNase B) Antikörpernachweis“. Festpreis: 14,27 € (aktueller 2,3-facher Satz: 12,06 € — etwas mehr als heute).
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4295
Was hat nicht gestimmt?