Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4324
Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Die GOÄ-Ziffer 4324 beschreibt den qualitativen Nachweis von Antikörpern mittels Immunfluoreszenz oder ähnlichen Untersuchungsmethoden, spezifisch für das Influenza A-Virus. Diese Leistung ist dem Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen) der Gebührenordnung für Ärzte zugeordnet. Die korrekte Erbringung setzt voraus, dass eine entsprechende laboranalytische Infrastruktur genutzt oder die Leistung an ein Speziallabor überwiesen wird.
Ein wesentlicher Aspekt dieser Ziffer ist die Verpflichtung zur konkreten Parameterangabe auf der Liquidation. Ohne die genaue Benennung des untersuchten Parameters (hier: Influenza-A-Antikörper) gilt die Rechnung als formal fehlerhaft. Dies kann zu Verzögerungen bei der Erstattung durch private Krankenversicherungen führen.
GOÄ 4324 in der Praxis: Diagnostischer Stellenwert bei Influenza-Verdacht
Die Anwendung der GOÄ-Ziffer 4324 ist vor allem bei klinischem Verdacht auf eine Infektion mit dem Influenza A-Virus angezeigt. Typische Symptome wie plötzliches hohes Fieber, trockener Husten und schwere Gliederschmerzen rechtfertigen die labordiagnostische Abklärung. Der qualitative Nachweis mittels Immunfluoreszentest (IFT) liefert hierbei schnelle und verlässliche Ergebnisse.
In der Praxis dient das Verfahren häufig der Abgrenzung gegenüber anderen viralen Atemwegserkrankungen. Da therapeutische Maßnahmen wie die Gabe von Virostatika zeitnah eingeleitet werden müssen, ist eine präzise Diagnostik unerlässlich. Die Ziffer 4324 deckt dabei spezifisch den qualitativen Antikörpernachweis ab, nicht jedoch quantitative Bestimmungen.
Tipp: Es ist darauf zu achten, dass bei der Durchführung von Schnelltests (z. B. immunchromatographischen Testkassetten) die Voraussetzungen für eine Abrechnung nach Abschnitt M II erfüllt sind, sofern diese als ähnliche Untersuchungsmethoden deklariert werden.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4324
Fallbeispiel 1: Akuter respiratorischer Infekt
Ein Patient stellt sich mit akutem Fieber, trockenem Husten und ausgeprägter Myalgie vor. Zum Ausschluss einer Influenza-A-Infektion veranlasst der Arzt einen qualitativen Antikörpernachweis mittels Immunfluoreszenz. Die Laboranalyse verläuft positiv für Influenza-A-Antikörper. Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 4324 zum Regelsatz (1,15-fach) mit Angabe des Parameters.
Fallbeispiel 2: Abklärung im Rahmen einer Epidemie
Während einer nachgewiesenen Influenza-Welle zeigt ein chronisch kranker Patient typische Grippesymptome. Zur Absicherung der Diagnose und Einleitung einer antiviralen Therapie erfolgt die Bestimmung der Influenza-A-Antikörper im Labor. Die Abrechnung erfolgt über die Ziffer 4324, wobei die medizinische Begründung für die Dringlichkeit dokumentiert wird.
Fallbeispiel 3: Differentialdiagnostik bei atypischer Pneumonie
Bei einem Patienten mit Verdacht auf eine atypische Pneumonie soll eine Influenza-A-Beteiligung ausgeschlossen werden. Der qualitative Nachweis mittels IFT wird durchgeführt und bleibt negativ. Auch bei negativem Befund ist die GOÄ-Ziffer 4324 voll abrechnungsfähig, da die erbrachte diagnostische Leistung entscheidend für den Ausschluss war.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4324: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4324 ist das Übersehen von Ausschlussziffern. Die Ziffer darf explizit nicht neben der GOÄ-Ziffer 437 (andere spezifische Laborleistungen) abgerechnet werden. Ein Verstoß gegen diesen Ausschluss führt unweigerlich zur Kürzung der Liquidation durch die privaten Krankenversicherungen oder Beihilfestellen.
Ein weiterer Kritikpunkt von Prüfstellen ist das Fehlen der exakten Parameterbezeichnung auf der Rechnung. Der bloße Verweis auf die Ziffernnummer ohne den Zusatz "Influenza-A-Antikörper" verstößt gegen die Rechnungslegungsvorschriften der GOÄ. Zudem wird oft fälschlicherweise versucht, einen Antigen-Schnelltest über diese Antikörper-Ziffer abzurechnen, was medizinisch und gebührenrechtlich unzulässig ist.
Achtung: Eine Verwechslung zwischen dem Nachweis von Antigenen und dem Nachweis von Antikörpern ist unbedingt zu vermeiden. Die GOÄ 4324 ist ausschließlich für den Antikörpernachweis reserviert.
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Dokumentation der GOÄ 4324: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose und präzise Dokumentation in der Patientenakte ist die beste Absicherung gegen Honorarkürzungen. Es muss klar hervorgehen, welche klinische Symptomatik die Untersuchung notwendig gemacht hat. Auch das konkrete Testergebnis sowie die verwendete Methode (z. B. Immunfluoreszenz) müssen dokumentiert werden.
Für die Abrechnung ist zudem festzuhalten, ob die Analyse im eigenen Praxislabor oder durch ein externes Labor durchgeführt wurde. Bei externer Vergabe muss der Überweisungsmodus korrekt erfasst sein, um Doppelabrechnungen zu vermeiden.
Dokumentation: Pat. stellt sich mit akutem Fieber (39,2 °C) und trockenem Husten vor. V. a. Influenza A. Blutentnahme erfolgt. Qualitativer Nachweis von Influenza-A-Antikörpern mittels Immunfluoreszenztest (IFT) durchgeführt. Ergebnis: positiv. Parameter auf Rechnung ausgewiesen.
GOÄ 4324: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da die GOÄ-Ziffer 4324 dem Abschnitt M (Laborleistungen) angehört, unterliegt sie besonderen Bestimmungen bezüglich des Steigerungssatzes. Der Regelhöchstsatz liegt bei 1,15-fach (19,44 €). Eine Steigerung bis zum 1,3-fachen Satz (21,97 €) ist nur unter Angabe von besonderen medizinischen Begründungen zulässig, wie etwa einer extrem schwierigen Probenaufbereitung oder unvorhergesehenen technischen Erschwernissen.
Typische Ziffernkombinationen
Häufig wird die GOÄ 4324 im Rahmen einer umfassenden Infektionsdiagnostik mit anderen Ziffern kombiniert. Erlaubt ist die Nebeneinanderberechnung mit Beratungsleistungen (z. B. GOÄ-Ziffer 1 oder 3) sowie der Blutentnahme (GOÄ-Ziffer 250). Nicht zulässig ist hingegen die Kombination mit der Ziffer 437, was bei der Erstellung der Abrechnung zwingend über die Praxissoftware blockiert werden sollte.
Ziffer 4324 in der neuen GOÄ
Der qualitative Antikörpernachweis gegen Influenza-A-Virus mittels Immunfluoreszenz ist im aktuellen Entwurf der neuen GOÄ nicht als methodengleiche eigenständige Ziffer weitergeführt. Eine qualitative IFT-Position für Influenza A ist nicht vorgesehen.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4324
Was hat nicht gestimmt?