Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4325
Qualitativer Nachweis von Antikörpern mittels Immunfluoreszenz oder ähnlichen Untersuchungsmethoden -Influenza B-Virus-
Die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ordnet die Ziffer 4325 dem Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen) zu. Gemäß den offiziellen Vorgaben ist die Angabe der untersuchten Parameter auf der Liquidation zwingend erforderlich. Diese Leistung umfasst den qualitativen Nachweis spezifischer Antikörper gegen das Influenza-B-Virus unter Anwendung der indirekten Immunfluoreszenz oder methodisch vergleichbarer Verfahren.
Die Ziffer deckt alle vorbereitenden Maßnahmen, die Durchführung der Analyse sowie die anschließende Beurteilung ab. Eine gesonderte Berechnung von Einzelschritten innerhalb dieses labordiagnostischen Prozesses ist nicht zulässig.
GOÄ 4325 in der Praxis: Indikationen und klinischer Nutzen
Der qualitative Nachweis von Influenza-B-Antikörpern kommt vor allem bei der differenzialdiagnostischen Abklärung von anhaltenden, schweren grippalen Infekten zum Einsatz. Insbesondere bei atypischen Verläufen oder zur retrospektiven Bestätigung einer Infektion liefert das Verfahren wertvolle Erkenntnisse. Die Abgrenzung zu anderen viralen Erregern wie Influenza A oder dem RSV-Virus ist für die gezielte Therapieentscheidung essenziell.
Häufig wird die Untersuchung veranlasst, wenn der Verdacht auf sekundäre Komplikationen wie eine virale Pneumonie oder Myokarditis besteht. Da es sich um ein qualitatives Verfahren handelt, steht der Nachweis der generellen Immunantwort im Vordergrund. Für quantitative Aussagen oder Titerverläufe müssen andere, spezifischere Ziffern herangezogen werden.
Tipp: Bei Verdacht auf eine akute Doppelinfektion kann der parallele Nachweis anderer Erreger indiziert sein. Es ist darauf zu achten, jeden Parameter separat und transparent auf der Rechnung auszuweisen.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4325
Fallbeispiel 1: Retrospektive Diagnostik bei anhaltendem Husten
Ein Patient stellt sich mit seit drei Wochen anhaltendem Reizhusten und Abgeschlagenheit nach einem fieberhaften Infekt vor. Zum Ausschluss einer abgelaufenen Influenza-B-Infektion wird eine Serumprobe mittels Immunfluoreszenz untersucht. Die Abrechnung erfolgt korrekt mit der GOÄ-Ziffer 4325 zum Regelsatz (1,15-fach), da keine erschwerenden Faktoren vorlagen.
Fallbeispiel 2: Abklärung einer vermuteten Myokarditis
Nach einer schweren respiratorischen Infektion klagt eine Patientin über Belastungsdyspnoe und Thoraxschmerz. Zum Nachweis einer ursächlichen Influenza-B-Infektion veranlasst der Kardiologe den Antikörpernachweis. Neben der kardiologischen Basisdiagnostik wird die Ziffer 4325 für die serologische Untersuchung erfolgreich liquidiert.
Fallbeispiel 3: Differenzialdiagnostik bei Risikopatienten
Ein immunsupprimierter Patient zeigt schwere grippale Symptome, wobei der Antigen-Schnelltest negativ ausfiel. Zur Absicherung wird eine serologische Untersuchung auf Influenza-B-Antikörper durchgeführt. Aufgrund des erhöhten Analyseaufwands bei vorbestehender Immunsuppression wird die Ziffer mit dem Höchstsatz von 1,3 begründet abgerechnet.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4325: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler in der Abrechnungspraxis ist die Missachtung der expliziten Ausschlussziffern. Die GOÄ-Ziffer 4325 darf nicht neben den Ziffern 437 und 4337 abgerechnet werden. Die Ziffer 437 betrifft den einfachen Antigen-Nachweis, während die Ziffer 4337 für andere spezifische labordiagnostische Verfahren steht. Ein Verstoß gegen diese Ausschlussregeln führt unweigerlich zur Kürzung durch die privaten Krankenversicherungen.
Zudem beanstanden Prüfstellen regelmäßig das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Liquidation. Da die GOÄ vorschreibt, dass die untersuchten Parameter anzugeben sind, muss der Text "Influenza-B-Virus-Antikörper" zwingend auf der Rechnung erscheinen. Eine bloße Nennung der Ziffernnummer ohne diesen Zusatz ist formal fehlerhaft.
Achtung: Die zeitgleiche Abrechnung von Antigen-Schnelltests und dem serologischen Antikörpernachweis aus derselben Sitzung ist genau zu prüfen, um Überschneidungen mit den Ausschlussziffern zu vermeiden.
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Dokumentation der GOÄ 4325: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament jeder rechtssicheren Abrechnung. In der Patientenakte müssen das Entnahmedatum, die spezifische Fragestellung sowie das angewandte Testverfahren exakt festgehalten werden. Auch das qualitative Testergebnis (positiv/negativ) muss unverzüglich und dauerhaft dokumentiert werden.
Sollte eine Steigerung des Gebührensatzes beabsichtigt sein, müssen die medizinischen Gründe hierfür detailliert in den Krankenunterlagen dokumentiert werden. Dies erleichtert die Argumentation bei eventuellen Rückfragen der Beihilfestellen erheblich.
Dokumentation: "Blutentnahme zur Serologie. Qualitativer Nachweis von Influenza-B-Virus-Antikörpern mittels indirekter Immunfluoreszenz (IFT). Ergebnis: Positiv. Indikation: V. a. postvirale Myokarditis."
GOÄ 4325: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da die Ziffer 4325 dem Abschnitt M zuzuordnen ist, liegt der Regelhöchstsatz bei dem 1,15-fachen Gebührensatz. Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,3 ist nur bei Vorliegen besonderer Umstände zulässig. Typische Begründungen sind ein ungewöhnlich hoher Zeitaufwand bei schwierigen Probenverhältnissen oder methodische Besonderheiten bei stark lipämischen oder hämolytischen Seren.
Typische Ziffernkombinationen
Häufig wird die Untersuchung im Rahmen eines größeren respiratorischen Profils durchgeführt. Erlaubt ist die Kombination mit anderen Antikörpernachweisen, beispielsweise gegen Influenza-A-Viren (GOÄ 4324) oder Mycoplasma pneumoniae. Wichtig bleibt hierbei, dass für jeden Erreger die eigenständige medizinische Indikation dokumentiert ist und keine Ausschlussziffern wie die 437 tangiert werden.
Ziffer 4325 in der neuen GOÄ
Wie für Influenza A (Ziffer 4324) enthält der Entwurf der neuen GOÄ auch für den qualitativen Influenza-B-Antikörpernachweis mittels Immunfluoreszenz keine methodengleiche eigenständige Ziffer.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4325
Was hat nicht gestimmt?