Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4365
Quantitative Bestimmung von Antikörpern mittels Komplementbindungsreaktion ( KBR) -Adenoviren. Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Die GOÄ-Ziffer 4365 beschreibt eine spezialisierte labordiagnostische Leistung aus dem Bereich der Immunologie und Virologie. Im Zentrum steht der quantitative Nachweis von spezifischen Antikörpern gegen Adenoviren unter Verwendung der klassischen Komplementbindungsreaktion (KBR).
Diese Methode nutzt die Eigenschaft von Antigen-Antikörper-Komplexen, freies Komplement zu binden. Die verbleibende Komplementaktivität wird anschließend über ein indikatorisches hämolytisches System gemessen, was Rückschlüsse auf die Antikörperkonzentration zulässt.
GOÄ 4365 in der Praxis: Indikationen und klinischer Nutzen
Die Bestimmung von Adenoviren-Antikörpern ist insbesondere bei unklaren respiratorischen Infekten, Keratokonjunktivitis oder gastrointestinalen Beschwerden indiziert. Da Adenoviren ein breites Spektrum an klinischen Manifestationen hervorrufen können, liefert die serologische Diagnostik wertvolle Hinweise auf eine abgelaufene oder akute Infektion.
Ein einzelner positiver Befund beweist meist nur den früheren Kontakt mit dem Erreger. Für den Nachweis einer akuten Infektion ist in der Regel eine Titerbewegung (signifikanter Titeranstieg) in einer Zweitprobe nach zwei bis drei Wochen erforderlich.
Tipp: Bei Verdacht auf eine akute Infektion sollte die Blutentnahme für die Zweitprobe im Abstand von 10 bis 14 Tagen erfolgen, um den Titerverlauf präzise zu dokumentieren.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4365
Fallbeispiel 1: Verdacht auf epidemische Keratokonjunktivitis
Ein Patient stellt sich mit einer schweren, beidseitigen Bindehautentzündung und Hornhautbeteiligung vor. Zur Abklärung einer Adenovirus-Infektion wird eine Blutprobe entnommen und die KBR veranlasst. Die Abrechnung erfolgt mit der Ziffer 4365 zum Regelsatz (1,15-fach), da keine laborseitigen Besonderheiten vorlagen.
Fallbeispiel 2: Abklärung einer atypischen Pneumonie
Bei einer Patientin mit therapiereistenter atypischer Pneumonie soll eine virale Genese ausgeschlossen werden. Neben anderen serologischen Parametern wird die quantitative Bestimmung von Adenoviren-Antikörpern mittels KBR durchgeführt. Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 4365 neben den weiteren spezifischen Erregerziffern.
Fallbeispiel 3: Verlaufskontrolle bei Myokarditisverdacht
Nach einem schweren grippalen Infekt klagt ein Patient über Belastungsdyspnoe und Herzstolpern. Zum Ausschluss einer viralen Myokarditis durch Adenoviren wird eine Titerbestimmung durchgeführt. Die Abrechnung der Ziffer 4365 erfolgt hierbei leitliniengerecht zur Diagnosesicherung.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4365: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung labordiagnostischer Leistungen ist die Missachtung von Ausschlussziffern. Die GOÄ-Ziffer 4365 darf laut Regelwerk nicht neben der Ziffer 437 (Zuschlag für die Anwendung automatisierter Verfahren) berechnet werden.
Zudem beanstanden private Krankenversicherungen und Beihilfestellen regelmäßig das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Liquidation. Die Angabe des untersuchten Parameters, in diesem Fall Adenoviren-Antikörper (KBR), ist eine zwingende formale Voraussetzung für die Erstattungsfähigkeit.
Achtung: Fehlt die genaue Bezeichnung des Parameters auf der Rechnung, kann dies zum vollständigen Verlust des Honoraranspruchs für diese Position führen.
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Dokumentation der GOÄ 4365: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament jeder rechtssicheren Abrechnung. In der Patientenakte müssen sowohl die klinische Indikation als auch das konkrete Testergebnis mit Titerangabe dokumentiert werden.
Auch das Datum der Probenentnahme und der Tag der Laboranalyse sollten zweifelsfrei aus den Unterlagen hervorgehen. Dies erleichtert die Argumentation bei eventuellen Rückfragen durch den medizinischen Dienst oder private Versicherer.
Dokumentation: Verdacht auf Adenovirus-Infektion bei persistierendem Husten. Blutentnahme am 12.10.2023. KBR Adenoviren (GOÄ 4365): Titer 1:32 (positiv). Zweitprobe in 14 Tagen geplant.
GOÄ 4365: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Der Gebührenrahmen für Laborleistungen im Abschnitt M ist eingeschränkt. Der Regelhöchstsatz liegt bei dem 1,15-fachen Satz, während der maximale Höchstsatz das 1,3-fache der Gebühr beträgt. Eine Überschreitung des Schwellenwertes von 1,15 ist nur bei außergewöhnlich hohem Aufwand zulässig.
Gründe für eine Steigerung auf den 1,3-fachen Satz können beispielsweise schwierige Probenaufbereitungen oder stark störende Begleitfaktoren im Serum des Patienten sein. Diese Besonderheiten müssen auf der Rechnung detailliert und einzelfallbezogen begründet werden.
Typische Ziffernkombinationen
Die Ziffer 4365 wird häufig im Rahmen eines kompletten respiratorischen oder kardiologischen Screenings eingesetzt. Typische Kombinationen umfassen weitere KBR-Ziffern für andere virale Erreger wie Influenza oder Mykoplasmen. Wichtig ist hierbei, dass für jeden einzelnen Erregerparameter die entsprechende Ziffer separat angesetzt werden darf, sofern keine spezifischen Ausschlusskriterien vorliegen.
Ziffer 4365 in der neuen GOÄ
Die quantitative Bestimmung von Adenovirus-Antikörpern mittels Komplementbindungsreaktion (KBR) ist in der neuen GOÄ nicht mehr als eigenständige Leistungsposition vorgesehen. Die Komplementbindungsreaktion ist als abrechnungsfähige Methode im Entwurf nicht mehr enthalten; für den Adenovirus-Antikörpernachweis sieht der Entwurf methodisch modernere Verfahren vor.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4365
Was hat nicht gestimmt?