Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4442
Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Die GOÄ-Ziffer 4442 beschreibt eine spezialisierte Laborleistung aus dem Bereich der Infektionskrankheiten und Parasiten. Ziel dieser Untersuchung ist der qualitative Nachweis spezifischer Antikörper gegen den Malaria-Erreger (Plasmodium spp.) im Serum des Patienten. Hierbei kommen moderne immunbiologische Nachweisverfahren wie die indirekte Immunfluoreszenz (IIFT) zum Einsatz.
Gemäß den Abrechnungsbestimmungen ist die Angabe der untersuchten Parameter auf der Liquidation zwingend erforderlich. Dies dient der Transparenz gegenüber dem Kostenträger und sichert den Erstattungsanspruch. Die Leistung ist dem Abschnitt M III der Gebührenordnung zugeordnet.
GOÄ 4442 in der Praxis: Diagnostik bei Verdacht auf Malaria
Die serologische Untersuchung nach GOÄ 4442 findet primär Anwendung bei Patienten mit unklarem Fieber nach einem Aufenthalt in Malaria-Endemiegebieten. Sie dient dem Nachweis einer stattgehabten Infektion oder zur Abklärung chronischer Verläufe. Auch im Rahmen von Ausschlussdiagnostiken vor Blut- oder Organspenden kommt diese Ziffer regelmäßig zum Einsatz.
Es ist wichtig zu betonen, dass die Antikörperdiagnostik nicht zur Akutdiagnostik einer Malaria geeignet ist. In der Akutphase steht der direkte Erregernachweis mittels Dicker Tropfen oder Blutausstrich im Vordergrund. Die Ziffer 4442 ergänzt diese Diagnostik sinnvoll bei unklaren oder bereits anbehandelten Fällen.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4442
Fallbeispiel 1: Ausschluss einer abgelaufenen Malaria
Ein Patient stellt sich drei Monate nach einer Rucksackreise durch Südostasien mit rezidivierenden, unspezifischen Gelenkschmerzen vor. Ein akutes Fieberereignis liegt aktuell nicht vor. Zum Ausschluss einer latenten Plasmodien-Infektion veranlasst der Arzt den qualitativen Antikörpernachweis. Die Abrechnung erfolgt mit der GOÄ-Ziffer 4442 zum Regelsatz.
Fallbeispiel 2: Screening vor einer geplanten Organspende
Ein potenzieller Organspender hielt sich im Vorjahr in einem afrikanischen Endemiegebiet auf. Zur Sicherheit des Empfängers muss eine aktive oder latente Infektion sicher ausgeschlossen werden. Der Arzt führt den Immunfluoreszenztest durch. Abgerechnet wird die Ziffer 4442 mit dem Faktor 1,15.
Fallbeispiel 3: Erhöhter Aufwand bei komplexer Serumkonstellation
Bei einem Patienten mit Verdacht auf chronische Malaria zeigt der Immunfluoreszenztest stark kreuzreagierende Muster. Dies erfordert eine zeitaufwendige differenzialdiagnostische Bewertung durch den Laborarzt. Aufgrund des ungewöhnlich hohen Zeitaufwands wird die Leistung mit dem Höchstsatz (1,3-fach) liquidiert.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4442: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 4442 ist das Versäumnis, den konkreten untersuchten Parameter auf der Rechnung anzugeben. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen kürzen in diesen Fällen regelmäßig das Honorar. Die bloße Nennung der Ziffernummer reicht hier nicht aus.
Zudem müssen die strikten Ausschlussziffern 437 und 4448 beachtet werden. Eine zeitgleiche Abrechnung dieser Ziffern am selben Behandlungstag führt unweigerlich zu Beanstandungen. Praxen sollten daher ihre Abrechnungssoftware so konfigurieren, dass diese Kombinationen automatisch blockiert werden.
Achtung: Die Angabe des konkreten Erregers (z. B. Plasmodium falciparum) auf der Liquidation ist zwingend erforderlich. Fehlt diese Angabe, riskieren Praxen den vollständigen Verlust des Honoraranspruchs für diese Leistung.
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Dokumentation der GOÄ 4442: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament jeder erfolgreichen GOÄ-Abrechnung. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation, das Reisedatum sowie das konkrete Herkunftsland lückenlos erfasst werden. Auch das verwendete Testkit und dessen Chargennummer sollten dokumentiert werden.
Das Testergebnis muss eindeutig als positiv, negativ oder grenzwertig im Befundbericht ausgewiesen sein. Bei Grenzwerten empfiehlt sich eine kurze medizinische Begründung für das weitere diagnostische Vorgehen.
Dokumentation: V. a. stattgehabte Malaria nach Kenia-Reise vor 6 Wochen. Durchführung IIFT auf Plasmodium-Antikörper (Ziffer 4442). Ergebnis: Negativ. Charge-Nr. des Testkits: PL-99281.
GOÄ 4442: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Die GOÄ-Ziffer 4442 kann im Laborbereich bis zum Höchstsatz von 1,3 gesteigert werden. Eine Überschreitung des Schwellenwertes von 1,15 erfordert jedoch eine patientenbezogene und medizinisch begründete Rechtfertigung. Typische Gründe sind schwierige Beurteilungen bei atypischen Fluoreszenzmustern oder dringende Notfallanalysen außerhalb der regulären Arbeitszeiten.
Tipp: Nutzen Sie für die Begründung einer Steigerung konkrete Formulierungen wie „erhöhter Zeitaufwand durch stark kreuzreagierende Antikörper“. Pauschale Begründungen werden von den Kostenträgern meist abgelehnt.
Typische Ziffernkombinationen
Häufig wird die GOÄ 4442 zusammen mit der Blutentnahme (Ziffer 250) und einer vorausgehenden Beratung (Ziffer 1 oder 3) abgerechnet. Auch die Kombination mit anderen serologischen Untersuchungen auf Tropenkrankheiten ist zulässig, sofern keine Ausschlusskriterien vorliegen. Der direkte Erregernachweis (z. B. Ziffer 4375) darf am selben Tag ebenfalls erbracht werden, da er nicht ausgeschlossen ist.
Ziffer 4442 in der neuen GOÄ
Der qualitative Plasmodium-Antikörpernachweis mittels Immunfluoreszenz wird zur neuen Nummer 11432 — „Plasmodium, IFT qualitativ Antikörpernachweis, Genus-spezifisch, Spezies-spezifisch (z. B. P. falciparum); Immunfluoreszenzmikroskopie; Auswertung: qualitativ". Festpreis: 24,42 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 19,43 €). Die untersuchte Spezies muss in der Rechnung angegeben werden.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4442
Was hat nicht gestimmt?