Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4456
Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Die GOÄ-Ziffer 4456 beschreibt die quantitative Bestimmung von Antikörpern mittels der klassischen Komplementbindungsreaktion (KBR) speziell für den Nachweis von Echinokokken. Diese serologische Untersuchung dient dem Nachweis einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) oder dem Hundebandwurm (Echinococcus granulosus).
Die Leistung umfasst alle labortechnischen Schritte der Komplementbindungsreaktion, einschließlich der Probenvorbereitung, der Verdünnungsreihen und der Auswertung. Da es sich um eine spezialisierte Laborleistung handelt, ist eine präzise Durchführung und Dokumentation der einzelnen Parameter essenziell.
GOÄ 4456 in der Praxis: Diagnostik der Echinokokkose
Die Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4456 ist bei begründetem Verdacht auf eine Echinokokkose indiziert. Typische klinische Symptome umfassen unklare zystische Raumforderungen in der Leber oder der Lunge, die sonografisch oder radiologisch dargestellt wurden. Auch bei unklarem Oberbauchschmerz oder nach Auslandsaufenthalten in Endemiegebieten kann die Untersuchung medizinisch notwendig sein.
In der modernen Labordiagnostik wird die KBR häufig als Bestätigungstest oder zur Verlaufsbeurteilung eingesetzt. Da die Sensitivität je nach Zystenlokalisation variieren kann, ist die Kombination mit anderen serologischen Verfahren wie dem ELISA oft sinnvoll. Die quantitative Bestimmung ermöglicht zudem eine postoperative Verlaufskontrolle nach chirurgischer Zystenentfernung.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4456
Fallbeispiel 1: Verdacht auf zystische Echinokokkose
Ein Patient stellt sich mit sonografisch nachgewiesenen, echofreien Leberzysten vor. Zum Ausschluss einer Infektion mit Echinococcus granulosus veranlasst der Arzt eine Antikörperbestimmung mittels KBR. Die Abrechnung erfolgt mit der GOÄ-Ziffer 4456 zum Regelsatz (1,15-fach), da keine erschwerenden Faktoren vorlagen.
Fallbeispiel 2: Postoperative Verlaufskontrolle
Nach der operativen Resektion einer Echinokokkenzyste der Lunge wird eine quantitative Titerbestimmung zur Therapiekontrolle durchgeführt. Der abfallende Antikörpertiter bestätigt den Behandlungserfolg. Die Leistung wird über die GOÄ 4456 abgerechnet, wobei der spezifische Parameter auf der Rechnung ausgewiesen wird.
Fallbeispiel 3: Abklärung bei unklarem Lungenrundherd
Bei einem Patienten wird radiologisch ein unklarer Lungenrundherd diagnostiziert. Zur differentialdiagnostischen Abklärung einer parasitären Genese erfolgt die quantitative Antikörperbestimmung. Die Abrechnung erfolgt regulär nach GOÄ 4456 neben den erforderlichen radiologischen Leistungen.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4456: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4456 ist das Fehlen der konkreten Parameterangabe auf der Liquidation. Die GOÄ schreibt explizit vor, dass die untersuchten Parameter in der Rechnung anzugeben sind. Fehlt dieser Hinweis, kann die private Krankenversicherung oder die Beihilfestelle die Erstattung verweigern.
Zudem muss der strikte Ausschluss der Ziffer 437 beachtet werden. Die Ziffer 437 darf nicht neben der GOÄ 4456 berechnet werden. Eine Missachtung dieses Ausschlusses führt bei Rechnungsprüfungen regelmäßig zu Beanstandungen und Honorarkürzungen.
Achtung: Achten Sie penibel darauf, dass bei der Abrechnung der GOÄ 4456 der spezifische Erreger (Echinokokken) und die Methode (KBR) auf der Rechnung dokumentiert sind, um Erstattungsprobleme zu vermeiden.
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Dokumentation der GOÄ 4456: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament einer erfolgreichen Abrechnung. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation, der konkrete Verdacht sowie das detaillierte Laborergebnis inklusive des ermittelten Titers dokumentiert werden. Auch die angewandte Methode der Komplementbindungsreaktion muss eindeutig aus den Laborunterlagen hervorgehen.
Für die rechtssichere Dokumentation empfiehlt sich die Verwendung standardisierter Laborblätter oder digitaler Schnittstellen, die die Messwerte direkt in die elektronische Patientenakte übertragen. Dies erleichtert im Falle von Rückfragen die Nachweisführung gegenüber Kostenträgern.
Dokumentationsbeispiel: Verdacht auf Echinokokkose bei zystischer Leberläsion. Durchführung der KBR zum quantitativen Nachweis von Echinokokken-Antikörpern. Ergebnis: Titer 1:320 (positiv). Methode: Komplementbindungsreaktion.
GOÄ 4456: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da es sich bei der GOÄ-Ziffer 4456 um eine Leistung des Speziallabors (Abschnitt M II) handelt, liegt der Regelhöchstsatz beim 1,15-fachen Satz. Eine Steigerung bis zum 1,3-fachen Satz ist nur unter Angabe von besonderen, patientenbezogenen Erschwernissen zulässig. Typische Begründungen können ein ungewöhnlich hoher Aufwand bei der Probenaufbereitung oder schwierige Differenzierungen bei Kreuzreaktivitäten sein.
Typische Ziffernkombinationen
Die GOÄ 4456 wird häufig im Rahmen einer umfassenden Infektionsdiagnostik eingesetzt. Sinnvolle Kombinationen umfassen andere serologische Suchtests wie den ELISA oder bildgebende Verfahren wie den Ultraschall der Bauchorgane nach GOÄ 410. Es ist jedoch stets zu prüfen, ob Speziallabor-Ausschlüsse der allgemeinen Bestimmungen des Abschnitts M greifen.
Tipp: Nutzen Sie bei begründetem Mehraufwand die Steigerung auf den 1,3-fachen Satz, aber formulieren Sie die Begründung stets individuell und patientenbezogen in der Rechnung.
Ziffer 4456 in der neuen GOÄ
Die Echinokokken-Antikörperbestimmung mittels Komplementbindungsreaktion (KBR) hat in der neuen GOÄ keine Nachfolgeleistung. Der Entwurf sieht für dieses Verfahren keine eigene Ziffer vor.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4456
Was hat nicht gestimmt?