Der ACTH-Kurztest nach GOÄ-Ziffer A4091 ist der Goldstandard bei Verdacht auf Nebenniereninsuffizienz. So rechnen Sie die analoge Leistung fehlerfrei ab.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer A4091
ACTH-Kurztest (Bestimmung von Cortisol vor und 30 und/oder 60 Minuten nach ACTH-Applikation) - analog GOÄ-Ziffer 4091.
Die Ziffer A4091 beschreibt als Analogbewertung die Durchführung des ACTH-Kurztests. Diese Leistung umfasst die koordinierte Durchführung der Stimulationsprüfung zur Beurteilung der Funktionsreserve der Nebennierenrinde. Die Ziffer ist mit 700 Punkten bewertet, was beim einfachen Gebührensatz ein Honorar von 40,80 Euro ergibt.
In der medizinischen Praxis beinhaltet diese Ziffer die Überwachung des Testablaufs sowie die Interpretation der Testergebnisse im klinischen Kontext. Die eigentliche Laboranalyse der gewonnenen Blutproben ist jedoch abzugrenzen und wird je nach Erbringungsort separat liquidiert.
GOÄ A4091 in der Praxis: Indikation und klinischer Ablauf
Der ACTH-Kurztest gilt als klinischer Goldstandard zum Ausschluss einer Nebennierenrindeninsuffizienz. Typische Indikationen sind der Verdacht auf einen Morbus Addison oder die Überprüfung der Achsenfunktion nach einer langfristigen Glukokortikoidtherapie. Auch bei der Abklärung eines late-onset Adrenogenitalen Syndroms (AGS) kommt dieser Test regelmäßig zum Einsatz.
Der Ablauf erfordert eine präzise zeitliche Taktung der Blutentnahmen. Nach einer initialen Basalblutentnahme erfolgt die intravenöse oder intramuskuläre Injektion von synthetischem ACTH. Nach exakt 30 und/oder 60 Minuten werden die weiteren Blutproben zur Bestimmung des stimulierten Cortisolspiegels entnommen.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ A4091
Fallbeispiel 1: Ausschluss einer sekundären Nebennierenrindeninsuffizienz
Ein Patient stellt sich nach Beendigung einer systemischen Cortisontherapie zur Überprüfung der Nebennierenfunktion vor. Es wird ein ACTH-Kurztest durchgeführt, um eine Atrophie der Nebennierenrinde auszuschließen. Neben der Ziffer A4091 werden die Blutentnahmen und die Injektion des Stimulationsmittels abgerechnet.
Fallbeispiel 2: Abklärung bei Verdacht auf Morbus Addison
Bei einer Patientin mit ausgeprägter Hyperpigmentierung, Hypotonie und Gewichtsverlust besteht der dringende Verdacht auf eine primäre Nebennierenrindeninsuffizienz. Der durchgeführte ACTH-Kurztest zeigt keinen adäquaten Cortisanstieg. Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ A4091 zum Regelsatz von 2,3-fach.
Fallbeispiel 3: Diagnostik bei Verdacht auf late-onset AGS
Eine junge Patientin mit Hirsutismus und Zyklusstörungen wird auf ein late-onset Adrenogenitales Syndrom untersucht. Hierbei wird im Rahmen des ACTH-Tests neben Cortisol auch 17-Hydroxyprogesteron bestimmt. Die Durchführung des Stimulationstests wird über die Analogziffer A4091 korrekt abgebildet.
Häufige Fehler bei der GOÄ A4091: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Liquidation ist die fehlerhafte Doppelabrechnung von Einzelleistungen. Die reinen Laborleistungen für die Bestimmung des Cortisols dürfen nicht fälschlicherweise in der Ziffer A4091 inkludiert werden, wenn sie an ein Speziallabor überwiesen werden. In diesem Fall rechnet das Labor die Analysen selbst ab.
Achtung: Die Kosten für das Stimulationspräparat (z. B. Synacthen) sind nicht in der Gebühr der Ziffer A4091 enthalten. Diese müssen als Sachkosten gemäß § 10 GOÄ gesondert auf der Rechnung ausgewiesen werden, da sonst erhebliche Honorarverluste drohen.
Zudem beanstanden private Krankenversicherungen häufig die parallele Abrechnung von mehreren Funktionsprüfungen am selben Behandlungstag, wenn diese sich gegenseitig ausschließen oder medizinisch nicht begründbar sind.
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Dokumentation der GOÄ A4091: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist der beste Schutz gegen Honorarkürzungen durch Kostenträger. In der Patientenakte müssen die genauen Uhrzeiten der Blutentnahmen (Basalwert, 30-Minuten-Wert, 60-Minuten-Wert) exakt festgehalten werden. Auch die Dosis und die Chargennummer des verabreichten ACTH-Präparats gehören zwingend in die Dokumentation.
Zusätzlich sollte der klinische Zustand des Patienten während der Testphase dokumentiert werden, insbesondere um eventuelle Nebenwirkungen oder Kreislaufreaktionen nachzuweisen. Dies stützt auch eine eventuelle Faktorerhöhung bei der Abrechnung.
Dokumentation: ACTH-Kurztest durchgeführt bei V.a. NNR-Insuffizienz. Basalblutentnahme um 08:00 Uhr. Applikation von 250 µg Synacthen i.v. um 08:05 Uhr. Zweite Blutentnahme um 08:35 Uhr, dritte Blutentnahme um 09:05 Uhr. Patient beschwerdefrei, stabiler Kreislauf.
GOÄ A4091: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Die Ziffer A4091 kann bei erhöhtem Aufwand über den Regelsatz von 2,3-fach bis zum Höchstsatz von 3,5-fach gesteigert werden. Typische Begründungen für eine Schwellenüberschreitung sind schwierige Venenverhältnisse, die mehrere Punktionsversuche erfordern, oder eine notwendige intensive Kreislaufüberwachung bei instabilen Patienten während der Testdurchführung.
Typische Ziffernkombinationen
Neben der Ziffer A4091 können die Blutentnahmen nach Ziffer 250 GOÄ für jede einzelne Punktion berechnet werden. Auch die intravenöse Injektion des ACTH-Präparats nach Ziffer 252 GOÄ ist neben dem Funktionstest voll ansatzfähig. Eine eingehende Beratung nach Ziffer 3 GOÄ kann ebenfalls kombiniert werden, sofern die Leistungsvoraussetzungen erfüllt sind.
Tipp: Achten Sie darauf, dass bei der Abrechnung der Blutentnahmen die jeweiligen Uhrzeiten dokumentiert sind, um gegenüber der privaten Krankenversicherung die Notwendigkeit der mehrfachen Punktion transparent zu belegen.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer A4091
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