GOÄ 3836: SMA-Antikörper richtig abrechnen

5 Min. Lesezeit
GOÄ 3836
Untersuchung auf Antikörper mittels quantitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (mehr als zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Glatte Muskulatur (SMA)
Punktzahl 510  
Einfachsatz 29,73 € 1,0x
Regelhöchstsatz 34,19 € 1,1x
Höchstsatz 38,64 € 1,3x
Ausschlüsse

Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 3836

Untersuchung auf Antikörper mittels quantitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (mehr als zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Glatte Muskulatur (SMA)

Die GOÄ-Ziffer 3836 beschreibt eine spezialisierte laboratoriumsmedizinische Leistung zum Nachweis von Autoantikörpern. Im Fokus steht hierbei die quantitative Immunfluoreszenzuntersuchung, die eine präzise Bestimmung über mindestens zwei Titerstufen hinweg erfordert. Diese Methode ermöglicht es, spezifische Antikörper gegen glatte Muskulatur (SMA) im Serum des Patienten nachzuweisen und quantitativ zu bestimmen.

Die Leistung fällt unter den Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen) der Gebührenordnung für Ärzte. Eine wichtige formale Vorgabe der Leistungsbeschreibung ist, dass die untersuchten Parameter zwingend auf der Rechnung angegeben werden müssen. Ohne diese Spezifikation ist die Abrechnung formal fehlerhaft.

GOÄ 3836 in der Praxis: Diagnostik der Autoimmunhepatitis

Die Bestimmung der Antikörper gegen glatte Muskulatur (SMA) ist ein zentraler Baustein in der hepatologischen Diagnostik. Hauptsächlich wird diese Untersuchung bei Verdacht auf eine Autoimmunhepatitis (AIH) vom Typ 1 veranlasst. Erhöhte Leberwerte ohne ersichtliche infektiöse, toxische oder metabolische Ursache stellen die klassische Indikation dar.

Klinisch ist der Nachweis von SMA-Antikörpern hochrelevant, da er zusammen mit anderen Autoantikörpern wie ANA (antinukleäre Antikörper) die Diagnose sichert. Die Abgrenzung zu anderen chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen wie der primär biliären Cholangitis (PBC) wird dadurch erleichtert. Die quantitative Bestimmung hilft zudem, die Krankheitsaktivität besser einzuschätzen.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 3836

Fallbeispiel 1: Abklärung unklarer Transaminasenerhöhung

Eine Patientin stellt sich mit chronisch erhöhten Leberwerten (ALT und AST) in der Praxis vor. Zur differenzialdiagnostischen Abklärung einer Autoimmunhepatitis wird eine Bestimmung der SMA-Antikörper veranlasst. Die Durchführung erfolgt mittels indirekter Immunfluoreszenz über mehrere Titerstufen. Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 3836 mit dem Regelsatz von 1,15 (34,19 €) unter Angabe des Parameters „SMA“.

Fallbeispiel 2: Verlaufskontrolle bei bekannter Autoimmunhepatitis

Bei einem Patienten mit gesicherter Autoimmunhepatitis unter immunsuppressiver Therapie soll die Krankheitsaktivität überwacht werden. Hierzu wird der SMA-Titer erneut quantitativ bestimmt, um den Therapieerfolg zu dokumentieren. Die Abrechnung erfolgt über die Ziffer 3836. Da die Bestimmung der Titerstufen einen normalen Aufwand erfordert, wird der 1,15-fache Gebührensatz herangezogen.

Fallbeispiel 3: Differenzialdiagnose bei Overlap-Syndrom

Es besteht der Verdacht auf ein Overlap-Syndrom aus Autoimmunhepatitis und primär biliärer Cholangitis. Neben den AMA-Antikörpern wird die quantitative Bestimmung der SMA-Antikörper durchgeführt. Beide Parameter werden getrennt analysiert und auf der Liquidation ausgewiesen. Die SMA-Bestimmung wird korrekt mit der Ziffer 3836 liquidiert.

Häufige Fehler bei der GOÄ 3836: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 3836 ist das Versäumnis, den konkreten Parameter auf der Rechnung anzugeben. Die Leistungsbeschreibung fordert explizit, dass die untersuchten Parameter genannt werden müssen. Bezeichnungen wie „SMA“ oder „Glatte Muskulatur“ müssen daher zwingend auf dem Rechnungsdokument erscheinen.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Beachtung von Ausschlussziffern. Die Ziffer 3836 darf nicht neben der Ziffer 3852 (Untersuchung auf Antikörper gegen native DNA) abgerechnet werden, wenn diese aus derselben Probe oder im selben diagnostischen Kontext erfolgt. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen prüfen diese Kombinationen im Rahmen automatisierter Verfahren sehr genau.

Achtung: Die Abrechnung der Ziffer 3836 setzt voraus, dass tatsächlich mehr als zwei Titerstufen untersucht wurden. Eine rein qualitative Ja/Nein-Bestimmung rechtfertigt den Ansatz dieser Ziffer nicht und führt bei Prüfungen regelmäßig zur Honorarkürzung.

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Dokumentation der GOÄ 3836: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation ist das beste Mittel, um Honorarausfälle und Rückfragen von Kostenträgern zu vermeiden. In der Patientenakte muss die medizinische Indikation für die SMA-Bestimmung klar hervorgehen. Typische Einträge umfassen Symptome wie chronische Müdigkeit, Ikterus oder laborchemische Auffälligkeiten wie erhöhte Transaminasen.

Zusätzlich sollten die exakten Testergebnisse inklusive der ermittelten Titerstufen dokumentiert werden. Dies belegt im Zweifelsfall, dass die geforderte quantitative Untersuchungsmethode ordnungsgemäß durchgeführt wurde. Auch der Bezug zum angewandten Testverfahren (z. B. IFT) sollte kurz vermerkt sein.

Dokumentationsbeispiel:
Verdacht auf Autoimmunhepatitis bei persistierender Erhöhung von GPT (85 U/l) und GOT (72 U/l). Anforderung Labor: SMA-Antikörper quantitativ mittels IFT. Ergebnis: SMA-Titer positiv bei 1:160 (Auswertung über drei Titerstufen).

Tipp: Hinterlegen Sie in Ihrer Praxissoftware eine Standard-Dokumentationsvorlage für Autoimmun-Laborparameter. Dies spart Zeit und stellt sicher, dass alle abrechnungsrelevanten Details erfasst werden.

GOÄ 3836: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Da die Ziffer 3836 zum Abschnitt M gehört, ist der Gebührenrahmen stark eingeschränkt. Der Standard-Abrechnungsfaktor liegt bei 1,15. Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,3 ist nur in medizinisch begründeten Ausnahmefällen möglich. Solche Gründe können beispielsweise ein ungewöhnlich schwieriges Fluoreszenzmuster oder störende Begleitantikörper sein, die eine differenziertere und zeitaufwendigere Beurteilung der Titerstufen erfordern.

Typische Ziffernkombinationen

In der Praxis wird die Bestimmung der SMA-Antikörper selten isoliert durchgeführt. Sinnvolle und erlaubte Kombinationen umfassen die Bestimmung von antinukleären Antikörpern (ANA) nach Ziffer 3831. Auch die Bestimmung von Immunglobulinen (z. B. IgG nach Ziffer 3531) ist eine häufige und erstattungsfähige Kombination im Rahmen der AIH-Diagnostik.

Ziffer 3836 in der neuen GOÄ

Die Ziffer 3836 (Untersuchung auf Antikörper mittels quantitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (mehr als zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Glatte Muskulatur (SMA)) wird in der neuen GOÄ zur Nummer 11136. Titel: Glatte Muskulatur (ASMA), IFT quantitativ Autoantikörpernachweis (z.B. F-Actin-Autoantikörper). Der Festpreis liegt bei 32,08 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 34,19 €).

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 3836

Die GOÄ-Ziffer 3836 kostet im einfachen Satz 29,73 € und im Regelhöchstsatz (1,15-fach) 34,19 €. Der Höchstsatz (1,3-fach) liegt bei 38,64 €. Diese Sätze gelten für laboratoriumsmedizinische Leistungen des Abschnitts M.
Die GOÄ-Ziffer 3836 darf nicht nebeneinander mit der Ziffer 3852 abgerechnet werden. Eine gemeinsame Abrechnung am selben Behandlungstag ist für dieselbe Probe ausgeschlossen. Achten Sie darauf, diese Ziffern strikt zu trennen.
Die Bestimmung ist bei Verdacht auf eine Autoimmunhepatitis (AIH Typ 1) oder zur Differenzialdiagnostik chronischer Lebererkrankungen indiziert. Häufig erfolgt die Untersuchung bei unklarer Erhöhung der Transaminasen. Sie dient auch der Verlaufskontrolle unter Therapie.
Der Steigerungsfaktor für Laborleistungen nach Abschnitt M ist auf maximal 1,3-fach begrenzt. Der Standard-Abrechnungsfaktor beträgt 1,15-fach. Eine Steigerung auf den Höchstsatz erfordert eine schriftliche Begründung auf der Rechnung.
Ja, die Angabe des konkreten Parameters ist laut Leistungsbeschreibung der GOÄ 3836 zwingend erforderlich. Auf der Liquidation muss daher beispielsweise der Begriff „SMA“ oder „Glatte Muskulatur“ vermerkt sein. Andernfalls riskieren Praxen Erstattungsprobleme.
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