Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 3845
Untersuchung auf Antikörper mittels quantitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (mehr als zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Mitochondrien (AMA)
Die GOÄ-Ziffer 3845 beschreibt eine spezialisierte Laborleistung aus dem Bereich der Autoimmundiagnostik. Sie umfasst den quantitativen Nachweis von Antikörpern gegen Mitochondrien (AMA) unter Verwendung der indirekten Immunfluoreszenz oder vergleichbarer sensitiver Methoden. Diese Untersuchung erfordert mindestens mehr als zwei Titerstufen, um eine präzise quantitative Aussage über die Antikörperkonzentration im Serum des Patienten treffen zu können.
GOÄ 3845 in der Praxis: Diagnostik der primär biliären Cholangitis
In der täglichen Praxis findet die GOÄ-Ziffer 3845 ihre Hauptanwendung bei der Abklärung von chronisch-cholestatischen Lebererkrankungen. Der Nachweis von antimitochondrialen Antikörpern gilt als hochspezifischer Marker für die primär biliäre Cholangitis (PBC). Bei über 95 Prozent der betroffenen Patienten lassen sich diese Autoantikörper im Blut nachweisen, was die Ziffer zu einem unverzichtbaren Werkzeug der Hepatologie macht.
Typische klinische Symptome, die eine Bestimmung rechtfertigen, sind chronische Müdigkeit, Pruritus oder ungeklärte Erhöhungen der cholestatischen Leberenzyme. Insbesondere bei einer isolierten Erhöhung der alkalischen Phosphatase (AP) sollte diese Diagnostik frühzeitig eingeleitet werden. Die Abgrenzung zu anderen autoimmunen Lebererkrankungen wie der Autoimmunhepatitis ist für die therapeutische Weichenstellung essenziell.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 3845
Fallbeispiel 1: Erstdiagnostik bei cholestatischen Laborwerten
Eine Patientin stellt sich mit anhaltender Müdigkeit und erhöhtem Juckreiz vor. Die Laborchemie zeigt eine signifikante Erhöhung der alkalischen Phosphatase und der Gamma-GT. Zum Ausschluss einer PBC veranlasst die Praxis die Bestimmung der AMA. Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ-Ziffer 3845 zum Regelsatz, da die Untersuchung einen quantitativen Titerverlauf liefert.
Fallbeispiel 2: Verlaufskontrolle unter Therapie
Bei einem Patienten mit bekannter und therapierter primär biliärer Cholangitis soll der Krankheitsverlauf kontrolliert werden. Hierzu wird der AMA-Titer erneut quantitativ bestimmt, um die Krankheitsaktivität zu beurteilen. Die erbrachte Laborleistung wird mit der Ziffer 3845 liquidiert, wobei der spezifische Parameter auf der Rechnung ausgewiesen wird.
Fallbeispiel 3: Differenzialdiagnose bei Overlap-Syndrom
Es besteht der klinische Verdacht auf ein Overlap-Syndrom aus Autoimmunhepatitis und PBC. Neben den ANA-Antikörpern müssen auch die AMA-Antikörper bestimmt werden. Da die Ziffern 3845 und 3852 am selben Tag ausgeschlossen sind, erfolgt die Blutentnahme für die AMA-Bestimmung an einem separaten Behandlungstag. Dies ermöglicht die rechtssichere Abrechnung der GOÄ 3845 neben der zuvor erbrachten Diagnostik.
Häufige Fehler bei der GOÄ 3845: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Liquidation der GOÄ-Ziffer 3845 ist das Versäumnis, den untersuchten Parameter konkret auf der Rechnung anzugeben. Die GOÄ schreibt explizit vor, dass die untersuchten Parameter in der Rechnung genannt werden müssen. Fehlt der Zusatz "Mitochondrien (AMA)", führt dies regelmäßig zu Beanstandungen durch private Krankenversicherungen.
Zudem wird häufig der strikte Ausschluss der Ziffer 3852 übersehen. Diese Ziffern dürfen nicht für dieselbe Sitzung nebeneinander berechnet werden, selbst wenn beide Analysen medizinisch notwendig waren. Private Kostenträger kürzen in solchen Fällen konsequent die nachgelagerte Gebührenziffer.
Achtung: Die zeitgleiche Abrechnung der GOÄ 3845 und der GOÄ 3852 am selben Kalendertag ist formal ausgeschlossen. Planen Sie die Diagnostik bei komplexen Fragestellungen daher zeitlich versetzt, um Honorarverluste zu vermeiden.
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Dokumentation der GOÄ 3845: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament jeder erfolgreichen Honorardurchsetzung. In der Patientenakte müssen sowohl die medizinische Indikation als auch das konkrete Testergebnis detailliert festgehalten werden. Dazu gehören die Angabe der verwendeten Methode und die exakten Titerstufen.
Prüfende Stellen fordern bei Unklarheiten häufig den Laborbefund an. Daher sollte der schriftliche Befundbericht des Labors stets direkt mit der elektronischen Patientenakte verknüpft sein. Dies sichert die Abrechnungsfähigkeit auch bei nachträglichen Prüfungen ab.
Dokumentation: Quantitative Bestimmung von AMA mittels indirekter Immunfluoreszenz (IFT). Ergebnis: AMA-Titer 1:320 (positiv). Indikation: V.a. primär biliäre Cholangitis bei cholestatischen Leberwerten.
GOÄ 3845: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da es sich bei der GOÄ 3845 um eine Leistung des Speziallabors handelt, ist der Gebührenrahmen stark reglementiert. Der Regelhöchstsatz liegt beim 1,15-fachen Satz. Eine Steigerung bis zum 1,3-fachen Höchstsatz ist nur mit einer einzelfallbezogenen Begründung zulässig.
Als Begründung für eine Schwellenwertüberschreitung eignet sich beispielsweise ein ungewöhnlich hoher Zeitaufwand bei der optischen Auswertung. Dies kann durch stark störende Hintergrundfluoreszenzen oder sehr seltene, schwer abgrenzbare Fluoreszenzmuster bedingt sein.
Typische Ziffernkombinationen
In der Praxis wird die Bestimmung der AMA häufig von weiteren Laboruntersuchungen begleitet. Sinnvoll und zulässig ist die Kombination mit Basislaborwerten wie der alkalischen Phosphatase oder den Transaminasen. Diese fallen jedoch unter andere Abschnitte der GOÄ und unterliegen nicht dem direkten Ausschlussverhältnis der Ziffer 3845.
Tipp: Nutzen Sie bei der Begründung von Steigerungssätzen präzise medizinische Fachbegriffe wie "atypisches Fluoreszenzmuster", um die Akzeptanz bei den privaten Krankenversicherungen signifikant zu erhöhen.
Ziffer 3845 in der neuen GOÄ
Die Ziffer 3845 (Untersuchung auf Antikörper mittels quantitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (mehr als zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Mitochondrien (AMA)) wird in der neuen GOÄ zur Nummer 11146. Titel: Mitochondrien (AMA), IFT quantitativ Autoantikörpernachweis. Der Festpreis liegt bei 32,08 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 34,19 €).
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 3845
Was hat nicht gestimmt?