Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 3848
Die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) beschreibt die Leistung unter der Ziffer 3848 im Abschnitt M (Laboratoriumsuntersuchungen) wie folgt:
Untersuchung auf Antikörper mittels quantitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (mehr als zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Skelettmuskulatur (SkMA)
Diese Leistung ist mit 510 Punkten bewertet. Im einfachen Gebührensatz entspricht dies einem Honorar von 29,73 Euro. Da es sich um eine Laborleistung des Abschnitts MII/MIII handelt, liegt der medizinische Regelhöchstsatz beim 1,15-fachen Faktor, was einem Betrag von 34,19 Euro entspricht. Der maximale Höchstsatz (1,3-fach) beläuft sich auf 38,64 Euro.
Die Leistung umfasst die quantitative Bestimmung von Autoantikörpern gegen die Skelettmuskulatur (SkMA). Voraussetzung für die Abrechnung ist, dass die Untersuchung über mehr als zwei Titerstufen erfolgt oder eine vergleichbar sensitive, quantitative Methode angewendet wird. Zudem schreibt die GOÄ explizit vor, dass die untersuchten Parameter auf der Liquidation anzugeben sind.
GOÄ 3848 in der Praxis: Diagnostik neuromuskulärer Erkrankungen
Die Bestimmung von Skelettmuskel-Antikörpern (SkMA) besitzt einen hohen Stellenwert in der neurologischen und rheumatologischen Differenzialdiagnostik. Hauptindikation für diese Laborleistung ist der klinische Verdacht auf eine Myasthenia gravis, insbesondere bei älteren Patienten oder bei Verdacht auf ein assoziiertes Thymom. SkMA richten sich gegen verschiedene Proteine der Skelettmuskulatur wie Titin, Ryanodin-Rezeptoren oder Actomyosin.
Ein positiver Befund kann wegweisend für das Vorliegen eines Thymoms bei Myasthenie-Patienten sein, was erhebliche therapeutische Konsequenzen wie eine Thymektomie nach sich zieht. Auch bei der Abgrenzung von entzündlichen Myopathien (wie der Polymyositis) liefert der Antikörpernachweis wertvolle Hinweise. Die quantitative Bestimmung erlaubt zudem eine gewisse Verlaufsbeurteilung der Krankheitsaktivität unter immunsuppressiver Therapie.
Die Abgrenzung zu anderen Autoantikörpern ist essenziell. Während Acetylcholinrezeptor-Antikörper (AChR-AK) hochspezifisch für die Myasthenie sind, ergänzen SkMA die Diagnostik und erhöhen die Sensitivität bei der Thymom-Detektion. Die Abrechnung der GOÄ 3848 setzt voraus, dass tatsächlich die Skelettmuskulatur als Zielantigen untersucht wurde.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 3848
Fallbeispiel 1: Verdacht auf Myasthenia gravis bei älterem Patienten
Ein 68-jähriger Patient stellt sich mit belastungsabhängiger Ptosis und Doppelbildern vor. Zur differenzialdiagnostischen Abklärung einer Myasthenia gravis veranlasst der behandelnde Neurologe ein umfassendes Antikörperscreening. Neben den Acetylcholinrezeptor-Antikörpern wird die quantitative Bestimmung der Skelettmuskel-Antikörper (SkMA) mittels indirekter Immunfluoreszenz über vier Titerstufen durchgeführt.
Die Abrechnung erfolgt korrekt durch den Ansatz der GOÄ-Ziffer 3848 für die SkMA-Bestimmung. Da die Untersuchung über mehr als zwei Titerstufen durchgeführt wurde, sind die formalen Kriterien erfüllt. Auf der Rechnung wird der Parameter Skelettmuskel-Antikörper (SkMA) explizit ausgewiesen.
Fallbeispiel 2: Ausschluss eines Thymoms bei gesicherter Myasthenie
Bei einer 45-jährigen Patientin mit bereits diagnostizierter Myasthenia gravis soll das Risiko für das Vorliegen eines Thymoms abgeschätzt werden. Da Skelettmuskel-Antikörper (insbesondere gegen Titin) stark mit dem Vorliegen eines Thymoms korrelieren, wird eine quantitative Immunfluoreszenzuntersuchung angefordert.
Die Laborärztin führt die Bestimmung durch und rechnet hierfür die GOÄ 3848 ab. Die Begründung für die Untersuchung liegt in der prognostischen Einschätzung und der Operationsplanung. Die Abrechnung erfolgt zum Regelhöchstsatz (1,15-fach), da keine außergewöhnlichen Erschwernisse vorlagen.
Fallbeispiel 3: Verlaufskontrolle unter immunsuppressiver Therapie
Ein Patient mit bekannter Myasthenie und nachgewiesenen SkMA befindet sich unter einer hochdosierten immunsuppressiven Therapie. Zur Beurteilung des Therapieansprechens und der Krankheitsaktivität wird im Abstand von sechs Monaten eine quantitative Titerbestimmung der Skelettmuskel-Antikörper durchgeführt.
Auch im Rahmen der Verlaufskontrolle ist der Ansatz der GOÄ 3848 berechtigt. Die Dokumentation zeigt den Abfall des Antikörpertiters über mehrere Verdünnungsstufen. Die Abrechnung erfolgt unter Angabe des Parameters und des angewandten Verfahrens.
Häufige Fehler bei der GOÄ 3848: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 3848 ist das Übersehen von Ausschlussziffern. Die GOÄ schließt die Nebeneinanderberechnung der Ziffer 3848 mit der Ziffer 3852 (Untersuchung auf Antikörper gegen Herzmuskulatur oder andere Gewebe) am selben Tag aus. Werden beide Untersuchungen aus derselben Blutprobe durchgeführt, darf nur eine der beiden Ziffern liquidiert werden.
Ein weiterer Kritikpunkt von privaten Krankenversicherungen und Beihilfestellen ist die fehlende Angabe der untersuchten Parameter auf der Rechnung. Die GOÄ schreibt unmissverständlich vor, dass die spezifischen Parameter genannt werden müssen. Eine bloße Nennung der Ziffernnummer ohne den Zusatz "Skelettmuskel-Antikörper" oder "SkMA" führt regelmäßig zu Beanstandungen und berechtigten Honorarkürzungen.
Achtung: Die quantitative Bestimmung erfordert zwingend den Einsatz von mehr als zwei Titerstufen oder einer vergleichbaren quantitativen Methodik. Eine rein qualitative Ja/Nein-Bestimmung darf nicht nach Ziffer 3848 abgerechnet werden, sondern muss über niedrigere, nicht-quantitative Ziffern abgebildet werden.
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Dokumentation der GOÄ 3848: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose und präzise Dokumentation ist das Fundament jeder erfolgreichen GOÄ-Abrechnung. In der Patientenakte müssen sowohl die medizinische Indikation als auch die Durchführung der Laborleistung detailliert festgehalten werden. Dazu gehören das Datum der Blutentnahme, die spezifische Fragestellung sowie das angewandte Laborverfahren.
Besonders wichtig ist die Dokumentation der Titerstufen. Da die Ziffer 3848 eine quantitative Untersuchung über mehr als zwei Titerstufen verlangt, müssen die konkreten Verdünnungsreihen und das jeweilige Fluoreszenzmuster im Laborbuch oder der elektronischen Akte dokumentiert sein. Dies dient als Nachweis im Falle einer Wirtschaftlichkeitsprüfung.
Dokumentationsbeispiel:
Indikation: V. a. Myasthenia gravis bei okulärer Symptomatik. Blutentnahme am 12.10.2023. Quantitative Bestimmung von Skelettmuskel-Antikörpern (SkMA) mittels indirekter Immunfluoreszenz (IFT). Verdünnungsreihe: 1:10 (positiv), 1:40 (positiv), 1:160 (negativ). Befund: SkMA-Titer 1:40, homogenes Fluoreszenzmuster.
GOÄ 3848: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Der Regelhöchstsatz für Laborleistungen des Abschnitts M beträgt das 1,15-fache des Gebührensatzes. Eine Steigerung bis zum 1,3-fachen Höchstsatz ist nur unter Angabe einer schriftlichen, patientenbezogenen Begründung zulässig. Typische Gründe für eine Steigerung sind ein ungewöhnlich hoher Zeitaufwand oder schwierige Probenverhältnisse.
Eine Erschwernis kann beispielsweise vorliegen, wenn das Serum des Patienten stark lipämisch, ikterisch oder hämolytisch ist und vor der eigentlichen Analyse aufwendig vorbehandelt werden muss. Auch das Auftreten von stark kreuzreagierenden Antikörpern, die eine zusätzliche differenzialdiagnostische Abklärung oder wiederholte Verdünnungsreihen erfordern, rechtfertigt eine Steigerung des Faktors auf 1,3.
Typische Ziffernkombinationen
In der neurologischen Labordiagnostik wird die GOÄ 3848 selten isoliert eingesetzt. Häufig erfolgt die Abrechnung in Kombination mit anderen Autoantikörper-Bestimmungen. Typische Partnerziffern sind die Bestimmung von Acetylcholinrezeptor-Antikörpern (AChR-AK) oder muskelspezifischer Rezeptortyrosinkinase (MuSK-AK), sofern diese eigenständige methodische Schritte darstellen.
Zudem können die Ziffern für die Blutentnahme (z. B. GOÄ 250) und den Transport von Probenmaterial (GOÄ 4022) im Rahmen der ambulanten Versorgung kombiniert werden. Es ist stets darauf zu achten, dass die Kombinationen medizinisch begründet und frei von Doppelabrechnungen sind.
Tipp: Achten Sie bei der Kombination von mehreren Antikörpertests darauf, dass jeder Parameter eine eigenständige therapeutische oder diagnostische Relevanz besitzt. Dies erleichtert die Argumentation gegenüber privaten Krankenversicherungen bei Nachfragen erheblich.
Ziffer 3848 in der neuen GOÄ
Die Ziffer 3848 (Untersuchung auf Antikörper mittels quantitativer Immunfluoreszenzuntersuchung (mehr als zwei Titerstufen) oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Skelettmuskulatur (SkMA)) wird in der neuen GOÄ zur Nummer 11162. Titel: Skelettmuskulatur (SMA), IFT quantitativ Autoantikörpernachweis. Der Festpreis liegt bei 35,38 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 34,19 €).
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 3848
Was hat nicht gestimmt?