GOÄ 3860: Sm-Antikörper korrekt abrechnen – Tipps & Beispiele

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GOÄ 3860
Untersuchung auf Subformen antinukleärer und zytoplasmatischer Antikörper mittels Ligandenassay - gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve - Immunoblot oder Überwanderungselektrophorese -Sm-Antigen
Punktzahl 300  
Einfachsatz 17,49 € 1,0x
Regelhöchstsatz 20,11 € 1,1x
Höchstsatz 22,73 € 1,3x

Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 3860

Untersuchung auf Subformen antinukleärer und zytoplasmatischer Antikörper mittels Ligandenassay - gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve - Immunoblot oder Überwanderungselektrophorese -Sm-Antigen

Die GOÄ-Ziffer 3860 beschreibt eine hochspezialisierte labormedizinische Leistung aus dem Bereich der Immunologie. Sie dient dem Nachweis von Antikörpern gegen das Sm-Antigen (Smith-Antigen), welches eine Unterform der extrahierbaren antinukleären Antikörper (ENA) darstellt. Die methodische Durchführung erfolgt mittels Ligandenassay, typischerweise als Immunoblot oder Überwanderungselektrophorese.

In der Gebühr sind eventuell erforderliche Doppelbestimmungen sowie das Erstellen einer aktuellen Bezugskurve bereits enthalten. Diese Leistungen können daher nicht separat in Rechnung gestellt werden. Ein wichtiger formaler Aspekt ist die Pflicht, den konkret untersuchten Parameter auf der Liquidation anzugeben.

GOÄ 3860 in der Praxis: Diagnostik des Systemischen Lupus erythematodes (SLE)

Der Nachweis von Anti-Sm-Antikörpern besitzt eine herausragende Bedeutung in der Rheumatologie. Diese Antikörper gelten als hochspezifischer Marker für den Systemischen Lupus erythematodes. Obwohl sie nur bei etwa 20 bis 30 Prozent der SLE-Patienten nachweisbar sind, sichert ihr positiver Befund die Diagnose nahezu zweifelsfrei ab.

Klinische Situationen für den Einsatz dieser Ziffer umfassen die Abklärung von unklaren systemischen Entzündungszeichen, Gelenkschmerzen oder typischen Hautveränderungen wie dem Schmetterlingserythem. Meist geht der Bestimmung ein positiver Suchtest auf antinukleäre Antikörper (ANA) voraus. Die differenzierte Bestimmung der Subformen erlaubt eine präzise Zuordnung des Krankheitsbildes.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 3860

Fallbeispiel 1: Abklärung eines unklaren Gelenkschmerzes mit positivem ANA-Titer

Eine Patientin stellt sich mit persistierenden Gelenkschmerzen und einem diskreten Erythem im Gesicht vor. Der zuvor durchgeführte ANA-Suchtest zeigt einen stark erhöhten Titer von 1:1280. Zur weiteren Differenzierung veranlasst der Arzt die Bestimmung der ENA-Subformen, darunter das Sm-Antigen. Die Abrechnung erfolgt mit der GOÄ-Ziffer 3860 für den Nachweis des Sm-Antigens.

Fallbeispiel 2: Verlaufskontrolle bei bekannter Lupus-Nephritis

Bei einem Patienten mit bekannter Lupus-Nephritis verschlechtern sich die Nierenwerte im Rahmen einer Routinekontrolle. Zur Beurteilung der immunologischen Aktivität und des Antikörperprofils wird eine erneute Differenzierung der Antikörper durchgeführt. Die Bestimmung der Anti-Sm-Antikörper mittels Immunoblot wird medizinisch begründet und über die Ziffer 3860 liquidiert.

Fallbeispiel 3: Differenzialdiagnose bei Verdacht auf Mischkollagenose

Ein Patient zeigt überlappende Symptome einer systemischen Sklerose und eines Lupus erythematodes. Zur Abgrenzung eines Sharp-Syndroms von einem reinen SLE ist die Bestimmung von U1-RNP und Sm-Antikörpern erforderlich. Der Nachweis der Sm-Antikörper wird über die GOÄ 3860 abgerechnet, während für das U1-RNP-Antigen eine separate Ziffer herangezogen wird.

Häufige Fehler bei der GOÄ 3860: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 3860 ist das Versäumnis, den untersuchten Parameter explizit auf der Rechnung zu nennen. Die GOÄ schreibt diese Angabe zwingend vor. Fehlt der Zusatz Sm-Antigen oder Anti-Sm, führt dies regelmäßig zu Beanstandungen durch private Krankenversicherungen.

Zudem darf die Ziffer nicht mehrfach für dasselbe Antigen am selben Tag berechnet werden, selbst wenn unterschiedliche methodische Ansätze gewählt wurden. Auch die unzulässige Kombination mit allgemeinen Suchtests ohne vorherigen positiven Befund wird von Prüfstellen kritisch hinterfragt. Die medizinische Notwendigkeit der Spezialdiagnostik muss stets nachvollziehbar sein.

Achtung: Die Angabe des konkreten Parameters auf der Liquidation ist eine zwingende formale Voraussetzung. Ohne diesen Zusatz ist die Rechnung unvollständig und der Erstattungsanspruch des Patienten gefährdet.

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Dokumentation der GOÄ 3860: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament einer erfolgreichen Abrechnung und schützt vor Honorarrückforderungen. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation, der vorausgegangene positive ANA-Befund sowie die angewandte Methode dokumentiert werden. Auch der schriftliche Laborbefund mit dem qualitativen oder quantitativen Ergebnis gehört zwingend in die Akte.

Besonders bei Wirtschaftlichkeitsprüfungen ist der Nachweis der medizinischen Notwendigkeit entscheidend. Der behandelnde Arzt sollte daher die wegweisenden Symptome wie Arthralgien oder Hautveränderungen präzise festhalten. Dies erleichtert die Argumentation gegenüber Kostenträgern erheblich.

Dokumentation: Verdacht auf SLE bei Schmetterlingserythem und Arthralgien. ANA-Vorbefund positiv (1:1280, granulär). Durchführung der ENA-Differenzierung mittels Immunoblot. Parameter: Anti-Sm-Antikörper positiv. Befundbericht liegt der Akte bei.

Tipp: Archivieren Sie den originalen Laborbefund immer zusammen mit der klinischen Symptombeschreibung, um Rückfragen der Beihilfestellen schnell beantworten zu können.

GOÄ 3860: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Die GOÄ-Ziffer 3860 gehört zum Abschnitt M der Gebührenordnung, weshalb für sie besondere Steigerungssätze gelten. Der Regelhöchstsatz liegt beim 1,15-fachen Satz, während der maximale Höchstsatz beim 1,3-fachen Satz liegt. Eine Überschreitung des Schwellenwertes von 1,15 ist nur bei Vorliegen besonderer Erschwernisse zulässig.

Gründe für eine Steigerung auf den 1,3-fachen Satz können beispielsweise schwierige Probenaufbereitungen oder störende Begleitfaktoren im Patientenserum sein. Auch ein atypisches Reaktionsmuster, das eine zeitaufwendige manuelle Nachbewertung erfordert, rechtfertigt den erhöhten Faktor. Die Begründung muss patientenbezogen und detailliert auf der Rechnung vermerkt werden.

Typische Ziffernkombinationen

In der rheumatologischen Diagnostik wird die GOÄ 3860 selten isoliert eingesetzt. Häufig erfolgt die Abrechnung in Kombination mit der Bestimmung weiterer ENA-Subformen wie SSA oder SSB. Auch die vorherige Bestimmung der antinukleären Antikörper nach GOÄ-Ziffer 3858 ist eine typische und zulässige Kombination im diagnostischen Pfad.

Ziffer 3860 in der neuen GOÄ

Die Ziffer 3860 (Untersuchung auf Subformen antinukleärer und zytoplasmatischer Antikörper mittels Ligandenassay - gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve - Immunoblot oder Überwanderungselektrophorese -Sm-Antigen) findet ihre Entsprechung in der neuen GOÄ unter Nummer 11219: Sm-Antigen, IA Autoantikörpernachweis. Der Festpreis liegt bei 16,43 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 20,11 €).

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 3860

Mit der GOÄ-Ziffer 3860 wird die Untersuchung auf Sm-Antikörper (Sm-Antigen) mittels Ligandenassay wie dem Immunoblot abgerechnet. Diese Analyse dient primär der spezifischen Diagnostik des Systemischen Lupus erythematodes. Die Abrechnung setzt voraus, dass der untersuchte Parameter auf der Rechnung angegeben wird.
Der Regelhöchstsatz für die GOÄ-Ziffer 3860 liegt beim 1,15-fachen Satz und beträgt 20,11 Euro. Der einfache Gebührensatz beläuft sich auf 17,49 Euro. Eine Steigerung über den Schwellenwert hinaus ist nur bis zum 1,3-fachen Satz zulässig.
Die GOÄ-Ziffer 3860 darf nicht mehrfach am selben Tag für dasselbe Antigen mit unterschiedlichen Methoden berechnet werden. Zudem sind allgemeine labormedizinische Ausschlussregeln der Abschnitte M I bis M III zu beachten. Eine parallele Abrechnung anderer ENA-Subformen erfordert eigene, spezifische Ziffern.
Ja, die Angabe des konkret untersuchten Parameters ist bei der Abrechnung der GOÄ 3860 zwingend erforderlich. Ohne die explizite Nennung des Sm-Antigens auf der Liquidation riskieren Praxen Honorarverluste. Private Krankenversicherungen fordern diese Angabe regelmäßig ein.
Eine Steigerung der GOÄ-Ziffer 3860 auf den Höchstsatz von 1,3 ist bei besonders schwierigen oder zeitaufwendigen Analysen möglich. Dies kann beispielsweise durch störende Begleitfaktoren im Serum oder atypische Reaktionsmuster begründet werden. Die Begründung muss individuell und nachvollziehbar auf der Rechnung dokumentiert sein.
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