Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4029.H4
Hormonbestimmung mittels Ligandenassay - gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve -T3-Uptake-Test (TBI, TBK)
Die GOÄ-Ziffer 4029.H4 beschreibt eine spezialisierte labordiagnostische Untersuchung aus dem Bereich der Schilddrüsendiagnostik. Diese Ziffer kommt zur Anwendung, wenn die Bindungskapazität der Schilddrüsenhormon-Transportproteine mittels eines Ligandenassays bestimmt wird. Der Test liefert wichtige Hinweise auf die Konzentration des thyroxinbindenden Globulins (TBG).
Im Leistungsumfang sind eventuelle Doppelbestimmungen sowie das Erstellen einer aktuellen Bezugskurve bereits vollständig enthalten. Eine separate Berechnung dieser Teilschritte ist daher ausgeschlossen. Die Angabe der konkret untersuchten Parameter auf der Liquidation ist eine zwingende formale Voraussetzung für eine erfolgreiche Erstattung.
GOÄ 4029.H4 in der Praxis: Diagnostik bei Transportprotein-Abweichungen
Die Bestimmung des T3-Uptake-Werts ist klinisch besonders dann relevant, wenn Diskrepanzen zwischen den freien Schilddrüsenhormonen und dem klinischen Bild des Patienten vorliegen. Häufig führen Veränderungen der Transportproteine, beispielsweise durch eine Schwangerschaft oder die Einnahme von oralen Kontrazeptiva, zu verfälschten Gesamt-Schilddrüsenwerten. In diesen Fällen hilft der T3-Uptake-Test, die tatsächliche Stoffwechsellage präzise zu beurteilen.
Auch bei angeborenen Anomalien des thyroxinbindenden Globulins oder bei schweren systemischen Erkrankungen liefert dieser Parameter essenzielle Zusatzinformationen. Die Abgrenzung zu den freien Hormonen fT3 und fT4 ist entscheidend, da der T3-Uptake-Test primär die freie Bindungskapazität und nicht die absolute Hormonkonzentration misst. Dies macht die Ziffer zu einem wertvollen Werkzeug in der differenzierten Schilddrüsenanalytik.
Achtung: Die reine Bestimmung von fT3 oder fT4 rechtfertigt nicht die Abrechnung der GOÄ 4029.H4. Es muss sich explizit um die Messung der Bindungskapazität (TBI oder TBK) handeln.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4029.H4
Fallbeispiel 1: Abklärung bei vermuteter TBG-Erhöhung
Eine Patientin stellt sich mit klinisch unauffälligem Befund, aber erhöhtem Gesamt-Thyroxin unter Einnahme von oralen Kontrazeptiva vor. Zum Ausschluss einer echten Hyperthyreose wird die freie Bindungskapazität bestimmt. Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ-Ziffer 4029.H4 zur Bestimmung des T3-Uptake-Werts. Dies ermöglicht die Berechnung des freien Thyroxin-Index.
Fallbeispiel 2: Vordiagnostik bei nephrotischem Syndrom
Bei einem Patienten mit bekanntem nephrotischem Syndrom besteht der Verdacht auf einen renalen Verlust von Transportproteinen. Zur Beurteilung der Schilddrüsenstoffwechsellage wird neben den freien Hormonen der T3-Uptake-Test durchgeführt. Die medizinische Begründung stützt sich auf den vermuteten Verlust von thyroxinbindendem Globulin. Die Ziffer 4029.H4 wird korrekt mit dem Regelhöchstsatz liquidiert.
Fallbeispiel 3: Familiäre Dysalbuminämische Hyperthyroxinämie
Bei familiärer Häufung von Schilddrüsenanomalien wird eine differenzierte Bindungsanalyse veranlasst. Der Ligandenassay zur Bestimmung des T3-Uptakes sichert die Diagnose einer Transportstörung ab. Die Abrechnung der GOÄ 4029.H4 erfolgt neben den Basis-Schilddrüsenwerten unter Angabe des spezifischen Parameters auf der Rechnung.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4029.H4: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung dieser Ziffer ist das Versäumnis, den untersuchten Parameter auf der Rechnung anzugeben. Die GOÄ schreibt explizit vor, dass die Bezeichnung des Parameters (z. B. TBI oder TBK) aufgeführt sein muss. Fehlt diese Angabe, führt dies regelmäßig zu Beanstandungen durch private Krankenversicherungen und Beihilfestellen.
Zudem darf die Ziffer nicht fälschlicherweise für die Bestimmung von freien Schilddrüsenhormonen herangezogen werden. Hierfür existieren eigene Ziffern im Abschnitt M der GOÄ. Eine Doppelabrechnung von methodisch identischen Bindungstests am selben Untersuchungstag ist ebenfalls unzulässig und wird von Prüfstellen konsequent gestrichen.
Achtung: Achten Sie penibel darauf, dass der T3-Uptake-Test nicht mit der Bestimmung des thyroxinbindenden Globulins (TBG) selbst verwechselt wird, da hierfür unterschiedliche Ziffern anzusetzen sind.
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Dokumentation der GOÄ 4029.H4: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament einer erfolgreichen Abrechnung und schützt vor Regressforderungen. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation, die Anforderung des spezifischen Laborparameters sowie das Testergebnis dokumentiert werden. Auch die Interpretation des Befundes im Kontext der Gesamt-Schilddrüsensituation sollte kurz festgehalten werden.
Besonders bei Abweichungen von der Norm is eine präzise Dokumentation der therapeutischen Konsequenzen ratsam. Dies erleichtert im Falle einer Nachfrage die Argumentation gegenüber den Kostenträgern erheblich. Ein standardisierter Dokumentationseintrag sichert die Abrechenbarkeit der erbrachten Laborleistung nachhaltig ab.
Dokumentation: Indikation: Verdacht auf TBG-Erhöhung bei Östrogeneinnahme. Laboranforderung: T3-Uptake-Test (GOÄ 4029.H4). Befund: TBI im Normbereich, freier Thyroxin-Index unauffällig. Keine therapeutische Konsequenz erforderlich.
GOÄ 4029.H4: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da es sich bei der GOÄ 4029.H4 um eine Leistung des Abschnitts M (Laboratoriumsuntersuchungen) handelt, liegt der Regelhöchstsatz bei dem 1,15-fachen Satz. Eine Steigerung bis zum 1,3-fachen Satz ist nur unter Angabe von besonderen medizinischen Begründungen zulässig. Solche Gründe können beispielsweise ein extrem schwieriges Probenhandling oder unerwartete biologische Interferenzen sein, die eine wiederholte Analyse erforderten.
Typische Ziffernkombinationen
In der täglichen Praxis wird der T3-Uptake-Test selten isoliert durchgeführt. Sinnvolle Kombinationen ergeben sich vor allem mit den Basisparametern der Schilddrüsendiagnostik. Hierzu gehören die Bestimmung von TSH (GOÄ 4027) sowie die freien Hormone fT3 (GOÄ 4028) und fT4 (GOÄ 4029). Diese Kombinationen ermöglichen eine vollständige Beurteilung der Schilddrüsenfunktion.
Tipp: Nutzen Sie bei komplexen Fragestellungen die Kombination aus T3-Uptake und Gesamt-T4, um den freien Thyroxin-Index (FTI) rechnerisch zu ermitteln. Dies ist eine anerkannte Methode zur Beurteilung der freien Hormonkonzentration.
Ziffer 4029.H4 in der neuen GOÄ
Der T3-Uptake-Test (TBI, TBK) entfällt in der neuen GOÄ ersatzlos. Der Entwurf sieht für diese Leistung keine eigene Nachfolgeleistung vor. Heute liegt der 2,3-fache Satz bei 16,76 €.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4029.H4
Was hat nicht gestimmt?