Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4195
Untersuchung mittels Atomabsorption, flammenlos-Gold
Die GOÄ-Ziffer 4195 beschreibt eine hochspezialisierte physikalisch-chemische Analyse aus dem Bereich des Speziallabors. Die Methode der flammenlosen Atomabsorptionsspektrometrie (GF-AAS) ermöglicht den präzisen Nachweis von Spurenelementen und Schwermetallen in geringsten Konzentrationen. Für die Abrechnung ist es zwingend erforderlich, den untersuchten Parameter explizit auf der Liquidation anzugeben.
GOÄ 4195 in der Praxis: Indikationen und klinische Relevanz
Die Bestimmung von Gold im menschlichen Organismus besitzt heute vor allem im Rahmen des Therapeutischen Drug Monitorings (TDM) Bedeutung. Obwohl die systemische Anwendung von Goldverbindungen (Chrysotherapie) bei rheumatoider Arthritis seltener geworden ist, erfordert sie bei verbleibenden Therapieschemata eine engmaschige Überwachung. Die Analyse dient der Vermeidung schwerer Nebenwirkungen wie Nephropathien oder Knochenmarksschädigungen.
Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Diagnostik bei Verdacht auf eine chronische Goldintoxikation. Auch in der Umweltmedizin oder bei beruflicher Exposition kann die Bestimmung von Gold im Urin oder Vollblut indiziert sein. Die Abgrenzung zu anderen Metallen erfolgt über separate Ziffern des Abschnitts M der GOÄ.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4195
Fallbeispiel 1: Überwachung einer laufenden Chrysotherapie
Ein Patient mit schwerer, therapieresistenter rheumatoider Arthritis erhält eine systemische Goldtherapie. Zur Vermeidung von Akkumulationseffekten wird eine regelmäßige Spiegelbestimmung im Serum durchgeführt. Der Behandler veranlasst die quantitative Bestimmung von Gold mittels flammenloser AAS.
Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ-Ziffer 4195 zum Regelsatz (1,15-fach). Zusätzlich wird die Blutentnahme nach GOÄ-Ziffer 250 berechnet.
Fallbeispiel 2: Verdacht auf Gold-induzierte Nephropathie
Bei einer Patientin unter Goldtherapie zeigt sich eine neu aufgetretene Proteinurie. Zum Ausschluss einer toxischen Nierenschädigung wird die Goldkonzentration im Spontanurin bestimmt. Die laborchemische Analyse erfolgt mittels flammenloser Atomabsorption.
Neben den Nierenwerten wird die GOÄ-Ziffer 4195 für die Urinanalyse liquidiert. Die Angabe des Parameters „Gold im Urin“ erfolgt direkt auf der Rechnung.
Fallbeispiel 3: Abklärung einer berufsbedingten Schwermetallbelastung
Ein Zahntechniker klagt über unklare neurologische Symptome und vermutet eine chronische Belastung durch Edelmetallstäube am Arbeitsplatz. Es erfolgt eine umfassende umweltmedizinische Diagnostik, bei der unter anderem der Goldgehalt im Urin bestimmt wird.
Die Analyse wird mit der GOÄ-Ziffer 4195 abgerechnet. Da es sich um eine differenzialdiagnostische Abklärung handelt, ist die Indikation in der Akte zu dokumentieren.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4195: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Abrechnungsfehler ist das Fehlen der konkreten Parameterbezeichnung auf der Liquidation. Die GOÄ schreibt explizit vor, dass der untersuchte Parameter anzugeben ist. Fehlt dieser Zusatz, führt dies regelmäßig zu Beanstandungen durch private Krankenversicherungen.
Ein weiterer Fehler betrifft die Anwendung des falschen Steigerungssatzes. Da die GOÄ 4195 zum Abschnitt M III (Speziallabor) gehört, darf der Regelhöchstsatz von 1,15 ohne Begründung nicht überschritten werden. Eine Steigerung auf den klinischen Faktor 2,3 ist unzulässig.
Achtung: Die Abrechnung von Laborleistungen mit Faktoren, die über den Höchstsatz von 1,3 hinausgehen, ist generell ausgeschlossen. Prüfstellen achten streng auf die Einhaltung der laborbezogenen Gebührengrenzen.
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Dokumentation der GOÄ 4195: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation sichert den Honoraranspruch bei Rückfragen der Kostenträger. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation, das entnommene Probenmaterial sowie der genaue Zeitpunkt der Entnahme dokumentiert werden. Auch das Laborergebnis muss dauerhaft und unveränderbar archiviert werden.
Besonders bei der Überwachung von Therapien ist die Dokumentation des therapeutischen Fensters und der klinischen Konsequenz ratsam. Dies erleichtert die Argumentation bei Wirtschaftlichkeitsprüfungen.
Dokumentation: Indikation: V. a. Gold-induzierte Nephropathie bei RA. Material: Spontanurin. Analyse mittels flammenloser AAS (GOÄ 4195). Ergebnis: Goldkonzentration im Normbereich.
GOÄ 4195: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Eine Steigerung über den Regelhöchstsatz von 1,15 bis zum Höchstsatz von 1,3 ist bei der GOÄ 4195 nur in begründeten Einzelfällen möglich. Als Begründung dienen laboranalytische Besonderheiten, wie etwa eine extrem aufwendige Probenvorbereitung bei stark lipämischen oder hämolytischen Proben. Die Begründung muss für den Laien verständlich auf der Rechnung formuliert sein.
Tipp: Verwenden Sie bei einer Steigerung auf den Faktor 1,3 präzise Formulierungen wie „Erhöhter Zeitaufwand durch notwendige Sonderaufbereitung der lipämischen Serumprobe“.
Typische Ziffernkombinationen
Die GOÄ 4195 wird häufig im Rahmen eines größeren Laborprofils angefordert. Sinnvoll ist die Kombination mit Nierenfunktionsparametern (z. B. Kreatinin nach GOÄ 3584) oder einem großen Blutbild (GOÄ 3524), um Nebenwirkungen einer Goldtherapie frühzeitig zu erkennen. Die Blutentnahme selbst wird mit der GOÄ-Ziffer 250 berechnet.
Ziffer 4195 in der neuen GOÄ
In der neuen GOÄ wird die Leistung zur neuen Nummer 12842 — „Gold Therapieüberwachung rheumatoide Arthritis“. Festpreis: 23,22 € (aktueller 2,3-facher Satz: 27,48 € — etwas weniger als heute).
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4195
Was hat nicht gestimmt?