Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4226
Qualitativer Nachweis von Antikörpern mittels Agglutinations- oder Fällungsreaktion (z.B. Hämagglutination, Hämagglutinationshemmung, Latex-Agglutination) -Listerien, je Typ
Die GOÄ-Ziffer 4226 beschreibt eine spezialisierte Laborleistung zur Identifikation von Antikörpern gegen Listerien. Diese serologische Untersuchung basiert auf klassischen immunologischen Nachweismethoden wie der Agglutination oder der Fällungsreaktion. Die Abrechnung erfolgt pro untersuchtem Typ, was eine präzise Differenzierung ermöglicht.
Die Leistung ist dem Abschnitt M III (Speziallabor) der Gebührenordnung für Ärzte zugeordnet. Eine wichtige formale Vorgabe ist, dass die untersuchten Parameter zwingend auf der Liquidation anzugeben sind. Ohne diese Spezifizierung ist die Rechnung formal fehlerhaft.
GOÄ 4226 in der Praxis: Indikationen und klinischer Stellenwert bei Listeriose-Verdacht
Die klinische Relevanz der GOÄ-Ziffer 4226 liegt vor allem in der Diagnostik von Infektionen mit Listeria monocytogenes. Diese Erreger können insbesondere bei Schwangeren, Neugeborenen und immungeschwächten Personen schwere Krankheitsverläufe verursachen. Typische Symptome umfassen grippeähnliche Beschwerden, Fieber oder neurologische Ausfälle.
Der qualitative Nachweis von Antikörpern dient der Bestätigung einer stattgehabten oder akuten Infektion. Da Listerien in verschiedene Serotypen unterteilt werden, ist die typenspezifische Untersuchung klinisch und epidemiologisch von Bedeutung. Die Ziffer 4226 erlaubt eine gezielte Abrechnung je nach getestetem Erregertyp.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4226
Fallbeispiel 1: Verdacht auf Listeriose bei Schwangeren
Eine schwangere Patientin stellt sich mit unklarem Fieber und Muskelbeschwerden nach dem Konsum von Rohmilchkäse vor. Zum Ausschluss einer Listeriose wird eine serologische Untersuchung auf Listerien-Antikörper veranlasst. Es erfolgt der qualitative Nachweis für die Serotypen 1/2a und 4b.
Die Abrechnung erfolgt durch den zweifachen Ansatz der GOÄ-Ziffer 4226. Auf der Liquidation werden die beiden untersuchten Typen separat ausgewiesen. Dies sichert die vollständige Erstattung durch die private Krankenversicherung.
Fallbeispiel 2: Abklärung einer unklaren Meningitis
Ein älterer, immunsupprimierter Patient zeigt Symptome einer bakteriellen Meningitis. Neben der Liquordiagnostik wird eine Blutprobe auf Listerien-Antikörper untersucht. Der qualitative Nachweis mittels Latex-Agglutination liefert schnelle Ergebnisse.
In diesem Szenario wird die GOÄ-Ziffer 4226 neben den allgemeinen Liquoruntersuchungen abgerechnet. Die Dokumentation der medizinischen Notwendigkeit ist aufgrund des schweren Krankheitsbildes lückenlos gegeben.
Fallbeispiel 3: Verlaufskontrolle nach Therapie
Bei einem Patienten mit gesicherter Listeriose wird nach Abschluss der antibiotischen Therapie eine Verlaufskontrolle durchgeführt. Ziel ist die Überprüfung des immunologischen Status bezüglich des spezifischen Erregertyps. Der qualitative Nachweis bestätigt das Vorhandensein von spezifischen Antikörpern.
Die Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4226 erfolgt hierbei als Einzelleistung. Die Angabe des spezifischen Typs auf der Rechnung ist auch bei der Verlaufskontrolle obligat.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4226: Was Prüfer beanstanden
Der häufigste Fehler bei der Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4226 ist das Fehlen der konkreten Parameterangabe auf der Rechnung. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen kürzen die Erstattung konsequent, wenn der untersuchte Listerien-Typ nicht explizit genannt wird. Eine pauschale Abrechnung ohne Zusatzbezeichnung ist unzulässig.
Ein weiterer Fehler betrifft die unzulässige Doppelabrechnung für denselben Typ am selben Tag. Nur wenn tatsächlich verschiedene Serotypen analysiert wurden, darf die Ziffer mehrfach angesetzt werden. Dies muss aus der Dokumentation und der Rechnung klar hervorgehen.
Achtung: Die Angabe des untersuchten Typs auf der Rechnung ist eine zwingende Abrechnungsvoraussetzung. Fehlt diese Angabe, kann die Erstattung durch die Kostenträger rechtmäßig verweigert werden.
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Dokumentation der GOÄ 4226: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament jeder erfolgreichen Abrechnung. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation, die angewandte Methode und das exakte Testergebnis festgehalten werden. Auch der spezifisch getestete Listerien-Typ muss dokumentiert sein.
Für die Nachvollziehbarkeit bei Rückfragen von Kostenträgern empfiehlt sich die Archivierung des Laborblatts. Die Dokumentation sollte den zeitlichen Zusammenhang zwischen Symptomatik und Diagnostik klar widerspiegeln.
Dokumentation: Verdacht auf Listeriose bei Schwangerschaft (SSW 24) nach Rohmilchkonsum. Qualitativer Antikörpernachweis mittels Latex-Agglutination auf Listeria monocytogenes Typ 1/2a und Typ 4b durchgeführt. Ergebnis: Typ 1/2a negativ, Typ 4b negativ.
GOÄ 4226: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Da die GOÄ-Ziffer 4226 zum Bereich des Speziallabors gehört, ist der Gebührenrahmen stark eingegrenzt. Der Standardfaktor beträgt 1,15-fach, während der maximale Steigerungssatz bei 1,3-fach liegt. Eine Überschreitung des Regelhöchstsatzes erfordert eine detaillierte medizinische Begründung.
Gründe für eine Steigerung auf den 1,3-fachen Satz können ein ungewöhnlich hoher Zeitaufwand oder schwierige Probenverhältnisse sein. Auch eine notfallmäßige Expressbearbeitung im Labor kann als Begründung dienen.
Tipp: Eine Steigerung auf den Höchstsatz von 1,3-fach ist im Speziallabor selten, aber bei nachweisbar erhöhtem Aufwand (z. B. schwierige Probenaufbereitung bei stark lipämischem Serum) mit entsprechender Begründung möglich.
Typische Ziffernkombinationen
Die GOÄ 4226 wird häufig in Kombination mit anderen labordiagnostischen Leistungen abgerechnet. Dazu gehören das Blutbild nach GOÄ 3550 oder Entzündungsparameter wie das C-reaktive Protein (CRP) nach GOÄ 3524. Auch die Kombination mit anderen Erregernachweisen ist üblich.
Es ist darauf zu achten, dass keine unzulässigen Überschneidungen mit anderen Ziffern des Abschnitts M entstehen. Die Eigenlabor-Richtlinien und Höchstwertregelungen müssen stets beachtet werden.
Ziffer 4226 in der neuen GOÄ
Für die Ziffer 4226 sieht der Entwurf keine eigenständige Nachfolgeleistung vor. Der bisherige 2,3-fache Satz liegt bei 6,04 €; im Einzelfall ist zu prüfen, welche neue Ziffer den Untersuchungsinhalt am besten abbildet.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4226
Was hat nicht gestimmt?