GOÄ 4252: Borrelien-Antikörper-Nachweis korrekt abrechnen

5 Min. Lesezeit
GOÄ 4252
Qualitativer Nachweis von Antikörpern mittels Immunfluoreszenz oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Borrelia burgdorferi
Punktzahl 290  
Einfachsatz 16,90 € 1,0x
Regelhöchstsatz 19,44 € 1,1x
Höchstsatz 21,97 € 1,3x

Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.

Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4252

Qualitativer Nachweis von Antikörpern mittels Immunfluoreszenz oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Borrelia burgdorferi-
Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.

Die Gebührenordnungsziffer 4252 beschreibt eine spezialisierte Laborleistung aus dem Bereich der Infektionsimmunologie. Sie dient dem qualitativen Nachweis von spezifischen Antikörpern gegen den Erreger der Lyme-Borreliose, Borrelia burgdorferi. Die Untersuchung erfolgt in der Regel mittels indirekter Immunfluoreszenz (IFT) oder vergleichbarer qualitativer Testverfahren.

Ein wesentlicher Bestandteil dieser Leistungsbeschreibung ist die Verpflichtung zur Angabe der untersuchten Parameter auf der Rechnung. Ohne diese Spezifikation ist die Abrechnung formal fehlerhaft und kann von Kostenträgern zurückgewiesen werden. Die Leistung ist dem Abschnitt M III der GOÄ zugeordnet, weshalb für die Abrechnung der reduzierte Gebührenrahmen für Laborleistungen gilt.

GOÄ 4252 in der Praxis: Indikation und Stellenwert in der Borreliose-Diagnostik

Die Diagnostik einer Borrelien-Infektion basiert primär auf dem klinischen Bild, unterstützt durch serologische Befunde. Die Bestimmung von Antikörpern nach GOÄ 4252 ist indiziert, wenn nach einem Zeckenstich Symptome wie Gelenkschmerzen, neurologische Ausfälle oder eine unklare Erschöpfung auftreten. Auch bei Verdacht auf eine Lyme-Arthritis oder eine Neuroborreliose liefert das Verfahren wichtige diagnostische Hinweise.

In der medizinischen Praxis wird die Diagnostik meist als zweistufiges Verfahren durchgeführt. Die GOÄ 4252 fungiert hierbei häufig als Suchtest, um das Vorhandensein von IgG- oder IgM-Antikörpern qualitativ zu prüfen. Fällt dieser Suchtest positiv oder grenzwertig aus, schließt sich eine Bestätigungsdiagnostik an, um Kreuzreaktionen auszuschließen.

Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4252

Fallbeispiel 1: Verdacht auf Lyme-Arthritis

Ein Patient stellt sich mit einer schmerzhaften Schwellung des Kniegelenks vor, die Wochen nach einem Waldspaziergang aufgetreten ist. Zur Abklärung einer Lyme-Arthritis veranlasst der Arzt eine serologische Untersuchung auf Borrelien-Antikörper. Die Durchführung des qualitativen IFT wird mit der GOÄ-Ziffer 4252 abgerechnet.

Fallbeispiel 2: Stufendiagnostik bei positivem Screening

Bei einem Patienten mit unspezifischen neurologischen Symptomen wird ein qualitativer Borrelien-Antikörpertest durchgeführt. Da das Ergebnis nach GOÄ 4252 positiv ausfällt, erfolgt zur Absicherung ein Immunoblot. Abgerechnet werden die GOÄ 4252 für den Suchtest und die GOÄ 4396 für den Bestätigungstest.

Fallbeispiel 3: Ausschlussdiagnostik bei unklarem Exanthem

Ein Patient zeigt ein unklares Hautexanthem, das klinisch nicht eindeutig als Erythema migrans klassifiziert werden kann. Zum Ausschluss einer Borrelien-Infektion wird die qualitative Antikörperbestimmung veranlasst. Die Abrechnung erfolgt korrekt über die GOÄ-Ziffer 4252 unter Angabe des Parameters.

Häufige Fehler bei der GOÄ 4252: Was Prüfer beanstanden

Ein häufiger Fehler bei der Liquidation der GOÄ 4252 is das Versäumnis, den konkreten Parameter auf der Rechnung anzugeben. Die Leistungsbeschreibung fordert explizit, dass die untersuchten Antikörperklassen genannt werden müssen. Fehlt diese Angabe, führt dies regelmäßig zu Beanstandungen durch private Krankenversicherungen und Beihilfestellen.

Ein weiterer Streitpunkt ist die unzulässige Doppelabrechnung von Screening-Verfahren. Es ist nicht statthaft, für dieselbe Antikörperklasse parallel mehrere qualitative Suchtests nach ähnlichen Methoden abzurechnen, wenn diese keinen therapeutischen Mehrwert bieten. Zudem darf die Ziffer nicht mit quantitativen Verfahren verwechselt werden, die unter anderen Ziffern des Abschnitts M fallen.

Achtung: Die parallele Abrechnung von qualitativen und quantitativen Verfahren für denselben Erreger aus derselben Probe ist ohne besondere klinische Begründung meist nicht erstattungsfähig.

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Dokumentation der GOÄ 4252: Praxisbewährte Hinweise

Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament einer erfolgreichen Abrechnung und schützt vor Honorarrückforderungen. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation, das Entnahmedatum der Probe sowie das verwendete Testverfahren präzise festgehalten werden. Auch das qualitative Testergebnis muss dokumentiert sein.

Besonders wichtig ist die Dokumentation der medizinischen Notwendigkeit, wenn eine Stufendiagnostik eingeleitet wird. Der Übergang vom Suchtest zum Bestätigungstest muss für externe Prüfer nachvollziehbar sein. Eine strukturierte Erfassung erleichtert zudem die spätere Rechnungsstellung und beschleunigt das Erstattungsverfahren.

Dokumentation: Verdacht auf Lyme-Borreliose bei Zustand nach Zeckenstich vor 4 Wochen. Entnahme Serum für qualitativen Borrelien-IFT (IgG/IgM). Ergebnis: IgG positiv, IgM negativ. Indikation zur Bestätigung mittels Immunoblot gegeben.

GOÄ 4252: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen

Steigerungsfähigkeit

Da die GOÄ 4252 dem Abschnitt M angehört, liegt der normale Gebührenrahmen zwischen dem 1,0-fachen und dem 1,3-fachen Satz. Der Regelhöchstsatz beträgt das 1,15-fache der Gebühr. Eine Steigerung auf den Höchstsatz ist nur bei Vorliegen besonderer Umstände zulässig, die eine schriftliche Begründung erfordern.

Typische Begründungen für eine Schwellenüberschreitung sind ein ungewöhnlich hoher Zeitaufwand bei der Probenvorbereitung oder das Vorliegen von störenden Faktoren in der Patientenprobe. Beispielsweise können starke Lipämie oder das Vorhandensein von Rheumafaktoren die Durchführung des IFT erheblich erschweren und eine aufwendige Vorbehandlung notwendig machen.

Typische Ziffernkombinationen

In der täglichen Praxis wird die GOÄ 4252 häufig mit der Ziffer für die Blutentnahme kombiniert. Im Rahmen einer erweiterten Differenzialdiagnostik kann die Ziffer auch neben anderen serologischen Untersuchungen stehen. Bei positivem Ausfall des Suchtests ist die Kombination mit dem Bestätigungstest nach GOÄ 4396 der medizinische Standard.

Tipp: Achten Sie bei der Kombination von Laborleistungen darauf, dass die Höchstgrenzen für Laboruntersuchungen gemäß den allgemeinen Bestimmungen des Abschnitts M eingehalten werden.

Ziffer 4252 in der neuen GOÄ

Die Leistung wird in der neuen GOÄ zur neuen Nummer 11306 — „Borrelia burgdorferi, IFT qualitativ Antikörpernachweis“. Festpreis: 14,65 € (aktueller 2,3-facher Satz: 19,43 € — etwas weniger als heute).

Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.

Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4252

Die GOÄ-Ziffer 4252 hat eine Punktzahl von 290. Zum einfachen Gebührensatz entspricht dies 16,90 Euro, während der Regelhöchstsatz (1,15-fach) bei 19,44 Euro liegt. Der Höchstsatz beträgt 21,97 Euro.
Diese Ziffer kommt beim qualitativen Nachweis von Antikörpern gegen Borrelia burgdorferi mittels Immunfluoreszenz oder ähnlicher Methoden zum Einsatz. Typische Indikationen sind klinische Verdachtsmomente auf eine Lyme-Borreliose nach einem Zeckenbiss.
Auf der Liquidation müssen die konkret untersuchten Parameter zwingend angegeben werden. In der Patientenakte sollten zudem die medizinische Indikation, die Methode und das qualitative Testergebnis lückenlos dokumentiert sein.
Ja, die Kombination ist im Rahmen der medizinisch gebotenen Stufendiagnostik zulässig. Wenn der Suchtest nach GOÄ 4252 positiv oder grenzwertig ausfällt, kann der Bestätigungstest mittels Immunoblot nach GOÄ 4396 berechnet werden.
Eine Steigerung über den 1,15-fachen Satz hinaus bis zum 1,3-fachen Satz erfordert eine schriftliche Begründung. Typische Gründe sind schwierige Probenaufbereitungen oder störende Begleitfaktoren wie hohe Rheumafaktoren im Serum des Patienten.
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Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine rechtsverbindliche Auskunft, Rechtsberatung oder Abrechnungsberatung dar. Die Doctario GmbH übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Die Nutzung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung.

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