Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4253
Qualitativer Nachweis von Antikörpern mittels Immunfluoreszenz oder ähnlicher Untersuchungsmethoden -Chlamydia trachomatis. Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Die GOÄ-Ziffer 4253 beschreibt eine spezialisierte Laborleistung aus dem Bereich der medizinischen Mikrobiologie. Sie dient dem qualitativen Nachweis von spezifischen Antikörpern gegen den Erreger Chlamydia trachomatis. Diese Untersuchung wird typischerweise mittels indirekter Immunfluoreszenz (IFT) oder vergleichbaren immunologischen Methoden durchgeführt.
Ein wesentlicher Aspekt dieser Ziffer ist die Verpflichtung, die konkret untersuchten Parameter auf der Liquidation anzugeben. Ohne diese Angabe ist die Rechnung formal fehlerhaft und kann von Kostenträgern beanstandet werden. Die Leistung umfasst die Probenvorbereitung, die Durchführung des Tests sowie die fachliche Beurteilung.
GOÄ 4253 in der Praxis: Indikationen und klinischer Nutzen
Der qualitative Nachweis von Antikörpern ist insbesondere bei Verdacht auf chronische oder aufsteigende Infektionen medizinisch indiziert. Während der direkte Erregernachweis mittels PCR bei akuten urogenitalen Infektionen im Vordergrund steht, liefert die Serologie wertvolle Hinweise bei Spätfolgen. Typische Indikationen sind der Verdacht auf eine chronische Adnexitis oder eine Tubensterilität bei unerfülltem Kinderwunsch.
Auch bei systemischen Manifestationen wie der reaktiven Arthritis (Morbus Reiter) ist die Bestimmung von IgG- und IgA-Antikörpern wegweisend. Die Abgrenzung zu quantitativen Verfahren ist wichtig, da diese unter anderen Ziffern abgerechnet werden. Die GOÄ 4253 ist somit ein wichtiges Werkzeug in der gynäkologischen und urologischen Differenzialdiagnostik.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4253
Fallbeispiel 1: Abklärung einer Tubensterilität
Eine Patientin stellt sich mit unerfülltem Kinderwunsch in der gynäkologischen Praxis vor. Zum Ausschluss einer abgelaufenen, asymptomatischen Chlamydieninfektion wird eine Antikörperdiagnostik veranlasst. Der qualitative Nachweis von IgG-Antikörpern erfolgt mittels Immunfluoreszenz. Die Abrechnung erfolgt korrekt mit der GOÄ-Ziffer 4253 unter Angabe des Parameters "Chlamydia trachomatis IgG".
Fallbeispiel 2: Verdacht auf reaktive Arthritis
Ein Patient klagt über anhaltende Gelenkschmerzen im Knie nach einem abgeheilten Harnwegsinfekt. Der Verdacht auf eine postinfektiöse, reaktive Arthritis soll serologisch untermauert werden. Es erfolgt die Bestimmung von IgA- und IgG-Antikörpern gegen Chlamydien. Abgerechnet wird die GOÄ-Ziffer 4253 zweifach, sofern unterschiedliche Antikörperklassen qualitativ getrennt untersucht und als untersuchte Parameter auf der Rechnung ausgewiesen werden.
Fallbeispiel 3: Chronischer Unterbauchschmerz
Eine Patientin leidet unter rezidivierenden, unklaren Unterbauchschmerzen. Zum Ausschluss einer chronischen Beckenentzündung (PID) wird eine serologische Untersuchung durchgeführt. Der qualitative Nachweis sichert die Diagnose einer zurückliegenden Infektion. Die Praxis rechnet die GOÄ-Ziffer 4253 zum 1,15-fachen Satz ab und dokumentiert das Testergebnis in der Patientenakte.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4253: Was Prüfer beanstanden
Der am häufigsten beobachtete Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 4253 ist das Fehlen der Parameterangabe auf der Rechnung. Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen kürzen diese Position konsequent, wenn der Zusatz "Chlamydia trachomatis" oder die spezifische Antikörperklasse fehlt. Die Angabe ist eine zwingende formale Voraussetzung für die Erstattungsfähigkeit.
Ein weiterer Fehler ist die unzulässige Nebeneinanderberechnung von qualitativen und quantitativen Verfahren für denselben Erreger am selben Tag. Wenn ein quantitativer Test (z. B. mittels ELISA) durchgeführt wird, ist dieser nach den entsprechenden Ziffern des Abschnitts M zu bewerten. Die Doppelabrechnung ähnlicher Methoden führt regelmäßig zu Beanstandungen.
Achtung: Achten Sie darauf, dass bei der Durchführung von Laborleistungen im eigenen Praxislabor die allgemeinen Bestimmungen des Abschnitts M eingehalten werden. Insbesondere sind die Höchstwerte für Laborleistungen bei der Zusammenstellung der Rechnung strikt zu beachten.
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Dokumentation der GOÄ 4253: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation schützt die Arztpraxis vor Honorarverlusten bei Wirtschaftlichkeitsprüfungen. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation, das genaue Testverfahren sowie das qualitative Testergebnis präzise festgehalten werden. Auch das Datum der Probenentnahme und der Validierung durch den Arzt sind essenziell.
Zusätzlich sollte dokumentiert werden, welche spezifische Antikörperklasse (z. B. IgG oder IgA) untersucht wurde. Dies begründet im Zweifelsfall auch die mehrfache Abrechnung bei getrennten Ansätzen. Eine strukturierte Ablage der Laborbefunde ist hierfür der sicherste Weg.
Dokumentation: Indikation: V.a. chronische Adnexitis bei chronischem Unterbauchschmerz. Probenentnahme Serum am 12.10.2023. Durchführung IFT auf Chlamydia trachomatis IgG. Ergebnis: Positiv. Validiert durch Dr. med. Muster am 13.10.2023.
GOÄ 4253: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Als Leistung des Speziallabors (Abschnitt M III/IV) unterliegt die GOÄ-Ziffer 4253 einem eingeschränkten Gebührenrahmen. Der Regelhöchstsatz beträgt das 1,15-fache der Gebühr, was einem Betrag von 19,44 € entspricht. Eine Steigerung bis zum Höchstsatz von 1,3 (21,97 €) ist nur in begründeten Ausnahmefällen möglich.
Gründe für eine Schwellenüberschreitung können ein ungewöhnlich hoher Zeitaufwand bei der Auswertung schwieriger Fluoreszenzmuster oder technische Besonderheiten bei der Probenaufbereitung sein. Diese Begründung muss auf der Rechnung für den Patienten und den Kostenträger verständlich dargelegt werden.
Typische Ziffernkombinationen
In der täglichen Praxis wird die GOÄ 4253 häufig mit der Ziffer 250 für die Blutentnahme kombiniert. Auch die Kombination mit Beratungsleistungen wie der GOÄ-Ziffer 1 oder der symptombezogenen Untersuchung nach GOÄ-Ziffer 5 ist im Rahmen eines Behandlungsfalles üblich. Bei komplexen Fragestellungen kann die Ziffer neben anderen serologischen Parametern stehen.
Tipp: Wenn Sie sowohl IgG- als auch IgA-Antikörper qualitativ in getrennten Ansätzen bestimmen, können Sie die GOÄ 4253 mehrfach ansetzen. Stellen Sie in diesem Fall sicher, dass beide Parameter separat auf der Liquidation ausgewiesen werden.
Ziffer 4253 in der neuen GOÄ
In der neuen GOÄ wird die Leistung zur neuen Nummer 11308 — „Chlamydia pneumoniae/psittaci/trachomatis (IgA, IgG, IgM), insgesamt je Immunglobulin, qualitativ Antikörpernachweis, Spezies-spezifisch“. Festpreis: 23,44 € (aktueller 2,3-facher Satz: 19,43 € — etwas mehr als heute).
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4253
Was hat nicht gestimmt?