Die untersuchten Parameter sind in der Rechnung anzugeben.
Offizielle Beschreibung der GOÄ-Ziffer 4396
Bestimmung von Antikörpern mittels Ligandenassay - gegebenenfalls einschließlich Doppelbestimmung und aktueller Bezugskurve -Masern-Virus (IgM)
Die GOÄ-Ziffer 4396 beschreibt eine spezialisierte labordiagnostische Untersuchung aus dem Bereich der Immunologie und Infektionsserologie. Ziel dieser Analyse ist der qualitative oder quantitative Nachweis von spezifischen Immunglobulinen der Klasse M (IgM) gegen das Masern-Virus. Diese Antikörper treten typischerweise in der Frühphase einer Infektion auf.
Die Leistung umfasst die Durchführung mittels eines Ligandenassays, wie beispielsweise eines ELISA-Verfahrens. Eventuell erforderliche Doppelbestimmungen oder das Erstellen einer aktuellen Bezugskurve zur Qualitätssicherung sind bereits mit der Gebühr abgegolten. Gemäß den Abrechnungsbestimmungen ist der untersuchte Parameter zwingend auf der Rechnung anzugeben.
GOÄ 4396 in der Praxis: Indikation und klinische Relevanz bei Masernverdacht
Die Bestimmung von Masern-IgM-Antikörpern ist ein essenzieller Baustein in der Diagnostik einer akuten Masern-Infektion. Da Masern eine hochgradig kontagiöse und meldepflichtige Erkrankung darstellen, ist eine schnelle und präzise Labordiagnostik unerlässlich. Typische klinische Symptome wie hohes Fieber, Husten, Schnupfen und das charakteristische makulopapulöse Exanthem begründen den Verdacht.
Ein positiver Nachweis von IgM-Antikörpern spricht in der Regel für eine frische Infektion oder eine kürzlich erfolgte Impfung. In der Praxis muss die Ziffer 4396 oft von der Bestimmung der IgG-Antikörper abgegrenzt werden. Letztere dient dem Nachweis eines bestehenden Schutzes und wird über eine andere Ziffer abgerechnet.
Tipp: Achten Sie bei der Anforderung im Laborzettel darauf, gezielt IgM zu markieren, wenn ein akuter Infektionsverdacht vorliegt, um Fehlbestellungen und falsche Abrechnungen zu vermeiden.
Typische Praxisbeispiele für die GOÄ 4396
Fallbeispiel 1: Akuter Verdacht auf Masern bei einem Kind
Ein 6-jähriges Kind stellt sich mit hohem Fieber, Konjunktivitis und einem beginnenden Exanthem im Gesicht in der Praxis vor. Zum Ausschluss oder Nachweis einer akuten Infektion veranlasst der Arzt die Bestimmung der Masern-IgM-Antikörper. Das Labor führt die Analyse mittels ELISA durch.
Die Abrechnung erfolgt mit der GOÄ-Ziffer 4396 zum Regelhöchstsatz (1,15-fach), da es sich um eine Standarduntersuchung handelt. Auf der Rechnung wird der Parameter explizit als „Masern-Virus (IgM)“ ausgewiesen.
Fallbeispiel 2: Abklärung nach Kontakt mit einer infizierten Person
Eine schwangere Patientin hatte nachweislich Kontakt zu einer an Masern erkrankten Person; ihr eigener Impfstatus ist unklar. Zur schnellen Abklärung einer möglichen frischen, noch asymptomatischen Infektion wird eine Serodiagnostik eingeleitet. Neben IgG wird primär das IgM-Antikörperprofil bestimmt.
Die Bestimmung der IgM-Antikörper wird über die Ziffer 4396 liquidiert. Aufgrund der Dringlichkeit und des erhöhten Beratungsbedarfs der besorgten Patientin werden zusätzlich entsprechende Beratungsziffern angesetzt.
Fallbeispiel 3: Postvakzinelle Kontrolle bei unklarem Titerverlauf
Ein erwachsener Patient zeigt nach einer Masern-Impfung anhaltende, untypische Allgemeinsymptome. Um eine impfassoziierte Reaktion oder eine Wildvirus-Infektion abzugrenzen, erfolgt die Bestimmung der spezifischen IgM-Antikörper.
Auch in diesem Fall ist die Abrechnung der GOÄ-Ziffer 4396 vollumfänglich gerechtfertigt. Die Dokumentation hält die klinische Fragestellung der postvakzinellen Abklärung fest.
Häufige Fehler bei der GOÄ 4396: Was Prüfer beanstanden
Ein häufiger Fehler bei der Abrechnung der GOÄ 4396 ist das Übersehen von Ausschlussziffern. Die Ziffer 4396 darf explizit nicht neben der Ziffer 437 abgerechnet werden. Werden beide Leistungen auf derselben Rechnung für denselben Behandlungstag aufgeführt, führt dies regelmäßig zu Kürzungen durch die privaten Krankenversicherungen.
Ein weiterer Angriffsvektor bei Prüfungen ist die fehlende oder unvollständige Parameterbezeichnung auf der Liquidation. Der Verweis auf die Ziffer allein reicht nicht aus; der Text „Masern-Virus (IgM)“ muss zwingend aufgeführt sein. Fehlt diese Angabe, gilt die Rechnung als formal fehlerhaft.
Achtung: Verwechseln Sie nicht die Ziffern für IgM- und IgG-Bestimmungen. Die Abrechnung von IgG-Antikörpern unter der Ziffer 4396 ist unzulässig und führt bei einer Rechnungsprüfung zum sofortigen Honorarverlust.
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Dokumentation der GOÄ 4396: Praxisbewährte Hinweise
Eine lückenlose Dokumentation ist das Fundament einer erfolgreichen Abrechnung und schützt vor Regressen. In der Patientenakte müssen die klinische Indikation und der konkrete Verdacht präzise festgehalten werden. Dazu gehören Symptome wie Fieber, Koplik-Flecken oder der Kontakt zu Infizierten.
Zusätzlich sollte der Laborbefund inklusive des verwendeten Testverfahrens fest in der elektronischen Akte hinterlegt sein. Bei einer eventuellen Nachforderung durch den Medizinischen Dienst oder die Beihilfe kann so die medizinische Notwendigkeit sofort belegt werden.
Dokumentation: Verdacht auf akute Maserninfektion bei makulopapulösem Exanthem und Fieber. Blutentnahme zur Bestimmung von Masern-Virus-IgM mittels Ligandenassay (GOÄ 4396). Befundkopie im Laborblatt archiviert.
GOÄ 4396: Steigerung und sinnvolle Ziffernkombinationen
Steigerungsfähigkeit
Im Laborbereich ist der Spielraum für Steigerungen stark reglementiert. Der Regelhöchstsatz liegt hier bei dem 1,15-fachen Satz. Eine Steigerung bis zum 1,3-fachen Höchstsatz ist nur in begründeten Ausnahmefällen möglich.
Als Begründung für eine Schwellenwertüberschreitung kommen beispielsweise schwierige Probenverhältnisse infrage, die eine aufwendige Vorbereitung erforderten. Auch eine extrem zeitintensive Differenzialdiagnostik bei atypischen Verläufen kann eine Steigerung rechtfertigen.
Typische Ziffernkombinationen
Die GOÄ 4396 wird selten isoliert abgerechnet. Häufig erfolgt parallel die Bestimmung von Masern-IgG-Antikörpern, um den Gesamtstatus zu beurteilen. Auch die Kombination mit allgemeinen Ziffern für die Blutentnahme (GOÄ 250) und die Beratung ist üblich.
Wichtig ist, dass alle kombinierten Leistungen medizinisch begründet und nicht durch andere Ausschlüsse blockiert sind. Die zeitgleiche Abrechnung von Ziffern für andere virale Erreger zur Differenzialdiagnostik ist bei entsprechender Symptomatik statthaft.
Ziffer 4396 in der neuen GOÄ
Der Masernvirus-IgM-Antikörpernachweis mittels Ligandenassay wird in der neuen GOÄ — wie die frühere IgG-und-IgM-Variante (Ziffer 4385) — durch die erregerspezifische Immunoassay-Ziffer abgebildet: Nummer 11598 „Masernvirus, IA Antikörpernachweis; Serum oder Plasma, Liquor; Signal-(Tracer-)verstärkter Immunoassay; Auswertung: apparativ-quantitativ-testspezifisch" — Festpreis 16,12 € (heute beim 2,3-fachen Satz: 20,11 €). Die neue GOÄ hat keinen separaten Masernvirus-IgM-Code; die Immunglobulinklasse ist klinisch zu dokumentieren, aber abrechnungsneutral.
Stand: Entwurf vom 15. Juli 2026 (BÄK/PKV-Verband). Der Entwurf ist ein Verhandlungsstand — Ziffern und Bewertungen können sich bis zum Inkrafttreten ändern. Unsere vollständige Auswertung: GOÄ neu im Zahlen-Check.
Häufige Fragen zur GOÄ-Ziffer 4396
Was hat nicht gestimmt?